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Montag, 24. Juni 2013

Queens of the Stone Age (Support: The Virginmarys, Masters of Reality),Zitadelle Spandau, Berlin, 22.06.2013

Wer meinen Blog länger kennt, der weiß, dass ich ein hardcore QotSA Fan bin und eigentlich nach jedem Konzert vor mich hinschwärme. Liegt halt einfach daran, dass diese Band live niemals Gefangene macht und auf der Bühne immer alles gibt. Ich hab in den vergangenen 12 Jahren, in denen ich regelmäßig ihre Berliner Konzerte besuche, nie einen Abend erlebt, an dem sie ihr Set irgendwie lieblos runtergespielt hätten, davon können sich andere Bands ne Scheibe abschneiden.

20130622, Qotsa, Masters of Reality, The VirginmarysDiesmal gab es gleich einen Dreierpack an guten Bands. The Virginmarys sagten mir im Vorfeld nichts, aber ihr Set hat mir richtig gut gefallen, druckvoller Rock, der in die Beine ging, schön unprätentiös vorgetragen. Ihre aktuelle Scheibe "King of Confidence" wurde gleich am Sonntag gekauft.
Desktop1Danach dann der wunderbare Chris Goss mit seinen Masters of Reality. Meine Güte ist das lange her, seit dem ich ihn das letzte Mal auf der Bühne gesehen habe. Im C-Club nach der Veröffentlichung von "Deep in the Hole" mit Unterstützung von Josh Homme und Nick Olivieri an Gitarre und Bass. Auch eines der Konzerte, die ich nie vergessen werde. Gefühlte 50 Grad im Club, und der Mann stand da mit Winterparka und Wollmütze auf der Bühne. Ich hab damals schon gedacht, cooler als Goss gehts nicht.
Er hatte Schwierigkeiten mit der Stimme am Samstag, und auch der Whiskey wollte nicht helfen, trotzdem war's ein gelungenes Set aus Titeln wie "Tilt-a-Whirl", "Third Man on the Moon", "High Noon Amsterdam", "Domino", etc. Was natürlich daran liegt, dass Goss eine hochtalentierte Band im Rücken hat, die zum einen alle schon ein gewisses Alter haben, in dem sie profimäßig völlig in sich ruhen, aber noch genug Lust am Rock haben, um auf der Bühne richtig loszulegen. Mir hats tierisch Spaß gemacht, und ich denke, sie haben auch dem restlichen Publikum ziemlich gut eingeheizt.

DesktopNach einer recht kurzen letzten Umbaupause kamen die Queens gegen 21:15 Uhr auf die Bühne und eröffneten ihr Set mit einem Stück aus dem neuen, wieder sehr gelungenen Album "Like Clockwork", nämlich "Keep Your Eyes Peeled", es folgte "You Think I Ain't Worth A Dollar..." (ihr Debütalbum und "Rated R" haben sie Samstag leider mit Nichtachtung gestraft, aber man kann auch nicht alles haben). Spätestens zu dem Zeitpunkt war das Publikum in der ausverkauften Zitadelle schon in totaler Partystimmung. Man hat sie halt eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesehen auf deutschen Bühnen, Hommes lange, gesundheitsbedingte Auszeit und eine gewisse Verunsicherung, was die Zukunft der Band angeht, dazu ein weiterer Personalwechsel (Jon Theodore ersetzte den langjährigen Drummer Joey Castillo - und machte eine gute Figur an den Drums) sind weder an den Beteiligten noch an den sehnsüchtigen Fans spurlos vorbeigegangen. Mann, wir haben sie vermisst! Und das Schöne: Sie uns offensichtlich auch. Schon bei Betreten der Bühne sieht man entspannte, gelöste Gesichter, Homme und van Leeuwen feixen sich eins (gut, Michael Shuman schaut immer sehr konzentriert und angespannt aus, aber innerlich tanzt der bestimmt auch *g*), man merkte einfach, die hatten richtig Bock.
Es folgte eine perfekt abgestimmte Mischung aus Titeln der letzten drei sowie dem neuen Album, und wir erlebten tatsächlich Homme an den Tasten, ein fast schon intimer Moment während "The Vampyre of Time and Memory". "No One Knows" - DER Krachersong, der in früheren Konzerten gerne als letzte Zugabe gegeben wurde, damit die Fans noch mal alles rauslassen konnten, wurde relativ am Anfang abgefrühstückt, solche Stimmungsmacher hat man mittlerweile gar nicht mehr nötig, wo man aus einem solchen Songfundus schöpfen kann und auch die nagelneuen Titel des ja nun gerade erst in diesem Monat erschienenen "Like Clockwork" extrem gut von den Fans aufgenommen wurden.
Die Band selbst war hoch erfreut über die fantastische Stimmung im Publikum, und das perfekte Open Air Wetter mit 25 Grad und leichtem Wind war wie gemacht für den Abend, wie Homme bei der Textzeile "Heaven smiles above me" ("No One Knows") lächelnd bemerkt.
Um 23.00 Uhr war Schluss mit lustig, ein herrlich in die Länge gezogener "Song for the Dead" entließ uns in die Nacht, verschwitzt und glücklich. QotSA bleiben eine der besten Live Bands. Punkt.

Am 01.07. geht's wieder in die Zitadelle, dann ist kraftvoller Bluesrock mit ZZ Top angesagt, ein ewiger Wunsch von mir, die bärtigen Herren einmal live zu erleben, wird Wirklichkeit. Was ich Samstag gelernt habe: Anti-Mückenspray benutzen (die Viecher haben mich sozusagen ausgelutscht) und mich zum Ende des Konzerts hin schon mal langsam Richtung Ausgang zu bewegen. Was viele nicht wissen, die die Zitadelle nicht kennen: Da geht man nicht einfach hinaus. Es gibt für die vielen Menschen nur ein kleines 3,60m breites Nadelöhr, durch das man sich hindurch pressen muss, überwacht von Securities, weil die historische Zugbrücke bei einem ganzen Schwall voller trampelnder Füße brechen könnte. Also viel Zeit fürs Verlassen des Geländes einberechnen. Und dann kommen die Berliner Verkehrsbetriebe auch nicht auf die Idee, abends spät ein bis zwei Sonderzüge fahren zu lassen. Maximal 10.000 Besucher passen auf das Gelände und verteilen sich im Anschluss auf die Bahnsteige der U7 oder der S-Bahn, die dann allesamt nur im 10-15 Min.-Takt fahren. Von Konzertende bis zur tatsächlichen Ankunft zuhause in F'Hain war ich inklusive all der Wartezeit 2,5 Std unterwegs. Mit dem Auto ist man in der Zeit schon fast an der Ostsee *lach*.

Nachfolgend jeweils ein Video zu The Virginmarys, Masters of Reality und dem Hauptact.
Und hier noch die komplette Set der Queens via Setlist.fm:
Keep Your Eyes Peeled / You Think I Ain't Worth a Dollar, but I Feel Like a Millionaire / No One Knows / My God Is the Sun / Burn the Witch / Sick, Sick, Sick / First It Giveth / The Vampyre of Time and Memory / Turnin' on the Screw / If I Had a Tail / Little Sister / I Sat by the Ocean / Make It Wit Chu / I Think I Lost My Headache / A Song for the Deaf / I Appear Missing / /Encore: …Like Clockwork / A Song for the Dead



Mehr wie immer hier.

Dienstag, 24. August 2010

Queens of the Stone Age in der Zitadelle

Nur kurz, da ich mich vom Fantasy Filmfest davongestohlen habe, um den Abend mit QOTSA in der Zitadelle zu verbringen: Support war Alain Johannes, ein wahnsinning talentierter Multiinstrumentalist, den Qotsa-Fans auch von deren Konzerten kennen, er hat öfter mal eine Tour mitgespielt, ist auch bei den Desert Sessions dabei und hat die Gitarrenparts für Spinnerette eingespielt. Nun bringt er Anfang Oktober ein eigenes Album raus und war zu Werbezwecken - man ist ja eine große Familie - im Vorprogramm der Queens. Dass er ein fantastischer Musiker ist, war mir bekannt, dass er aber auch ziemlich gut singen kann, bisher noch nicht. Leider finde ich es immer ein wenig langweilig, wenn da ein einsamer Mann mit seiner Klampfe auf der Bühne steht und von keinem anderen Instrument unterstützt wird. Insofern war dieser Support ein wenig zäh. Die Songs an sich klangen aber toll. Ich nehme ja an (hoffe?), dass sie auf dem Album mit mehreren Instrumenten eingespielt wurden...
Die Queens haben abgeliefert wie immer, daher spar ich mir diesmal auch einen detailierten Bericht, davon gibts schon genug in diesem Blog. Ich würde mich eh erneut wiederholen, wenn ich permanent schreibe, dass dies eine der besten Live Bands überhaupt ist. Sie boten einen guten Querschnitt aus ihren Alben, wobei meiner Ansicht nach die etwas düsteren Stücke überwogen. Das ist immer so der Moment, wo ich mir wünsche, diese Band würde mal einen Zombiefilm vertonen. Bei einigen Songs - insbesondere live gespielt - könnte man schon glauben, dass sich die Hölle auftut und die Toten ausspuckt... Fände ich passend. Klasse Konzert, gute Stimmung, viele glückliche Fans danach.
Wäre ich nicht so verschwitzt gewesen, hätte ich mir noch im Anschluss "Sphinx" angeguckt *lach*, aber so bin ich dann doch lieber nach Hause gefahren.
Schöner Tag heute.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Them Crooked Vultures, 07.12.2009, Columbiahalle Berlin

Achtung, das wird ein langer Eintrag.
Es gibt Konzertabende, die vergisst man niemals. Mein erstes KISS-Konzert z.B. in der Deutschlandhalle damals. Vor einigen Jahren ein Endfuffziger David Bowie, der uns nach fast drei Stunden Show in der Max-Schmeling-Halle völlig ausgepowert entließ und selbst völlig munter von der Bühne ging, während wir aus der Halle krochen, oder R.E.M. 2001 auf der Kölner Domplatte. Dann auch noch mein erstes QOTSA-Konzert 2001 oder Aerosmith Anfang der 90er. Das sind Konzerterlebnisse, an die man sich auch nach Jahren fast noch minutiös und vor allem gerne erinnert.


Them Crooked Vultures - die Supergroup bestehend aus Led Zeppelins John Paul Jones (Bass), Foo Fighters' (und Nirvanas) Dave Grohl (Drums) und QOTSAs Josh Homme (Gitarre/Gesang) spielten gestern in Berlin, nur wenige deutsche Auftritte waren den Fans auf der Europatournee vergönnt. Supergroup - ein Begriff, der bei mir immer leichte Irritationen auslöst, weil das Risiko einer grandiosen Enttäuschung einfach sehr hoch ist. Gerade live hätte es zwei negative Möglichkeiten geben können: 1) die Megaegos der jeweiligen Musiker sorgen dafür, dass sie sich gegenseitig im Weg stehen und man ihre Darbietung höchstens als sperrig bezeichnen könnte, oder 2) der alles überbordende Respekt zweier Jungspunde (ich glaub, das kann man bei Grohl und Homme noch sagen) gegenüber einer Musikerlegende wie Jones wirkt wie eine Barriere, und sorgt dafür, dass die Musik nicht homogen wirkt.
Beide Sorgen waren unberechtigt. Gut, das zeigte sich sicherlich auch schon auf dem Mitte November erschienenen selbstbetitelten Album, auf welches ich in meinem November-Rückblick noch detailliert eingehen werde. Doch so sehr ich das TCV-Debüt auch liebe, bleibt natürlich immer die Frage, wie das alles live klingt. Beim ersten Durchhören des Silberlings ließ sich feststellen, dass insbesondere Josh Homme mit seinem QOTSA-Sound dem Dreiergespann deutlich den Stempel aufgedrückt hat, zudem wurde er von Grohl und Jones auch noch dazu verdammt, die Frontsau zu spielen, weil die anderen beiden sich zierten (hierzu gibts ein schönes Interview in der Jubliäumsausgabe der Visions). Jedoch bei dem gestrigen Live Konzert sah die Sache schon ein bisschen anders aus, die Songs hatten immer noch einen Hauch QOTSA am Leib, aber entwickelten sich doch zu etwas Eigenständigem, zu einem absolut perfekten Sound. Aber der Reihe nach.
Sweethead eröffneten den Abend, hierzu habe ich bereits etwas geschrieben. Nach einer kurzen Umbaupause kamen Dave Grohl, Josh Homme und John Paul Jones auf die Bühne und wurden komplettiert von dem Multiinstrumentalisten Alain Johannes, der manchem - wenn man wie ich QOTSA-Fan ist - vielleicht schon ein Begriff war. Noch ehe auch nur ein einziger Ton gespielt wurde, wurde die Band frenetisch vom Publikum gefeiert, locker zwei Minuten vergingen, "John Paul Jones"-Sprechchöre erklangen (nicht das einzige Mal an diesem Abend, übrigens wurde der Mann deswegen verlegen, um dann von Homme aufmunternd angelächelt zu werden - irgendwie niedlich), bis Homme sich fassungslos an die Menge wandte und nur noch sagen konnte "I love you". Man nahm seine Positionen ein und los gings mit "Nobody Loves Me & Neither Do I" - auch der Opener auf dem Album. Ein Stück, welches Bluesrock neu definiert und mit einem letzten Drittel aufwartet, welches insbesondere live einfach nur noch als geil zu beschreiben ist. Testosteron pur, Kerle-Beats, die Mädchen anmachen *lach*. Kann ich nicht anders beschreiben. Schon zu dem Zeitpunkt war die Halle am Kochen, und auch bei mir hoch oben auf der Galerie wurden Mähnen geschüttelt und entrückte Gesichter entdeckt. Weiter gings mit "Dead End Friends" und "Scumbag Blues". Der geneigte QOTSA-Freund weiß, dass Josh Homme zum einen auf der Bühne nicht sonderlich gesprächig ist und zum anderen nun nicht unbedingt mit einer der besten Live-Stimmen gesegnet ist, was auf CD häufig fast Crooner-mäßig rüberkommt, klingt live oftmals nach Falsett-Gesang. Bei dieser Art von Musik stört das aber nicht weiter. Viel faszinierender war die Tatsache, welcher Qualitätsunterschied zu anderen Bands an diesem Abend zu hören war. Mit den vier Männern auf der Bühne standen dort auch vier absolute Ausnahmetalente, die entweder ein Instrument perfekt beherrschten oder im Falle von beispielsweise Jones oder Johannes gleich mehrere, und die eine außergewöhnliche Musikalität besitzen. Die Klänge von der Bühne waren um vieles klarer, reifer und definierter als ich es von anderen Bands gewohnt bin - auch von früheren Konzerten der Queens of the Stone Age. Dave Grohl und John Paul Jones bildeten mit der Drums/Bass Rhythmsection einen perfekten Klangteppich, ich habe den Bass selten so deutlich herausgehört. Und Grohl ging auf sein Schlagzeug los, als wenns kein Morgen gäbe. Mein lieber Kollege, der gestern auch dabei war, sagte heute ganz richtig, dass er es einfach nur faszinierend fand, mit welchem Automatismus Grohl seine Drums prügelte und zwischendurch immer wieder das Mikro heran- und hinwegschob für seine  Background Vocals. Schneller als meine Augen es manchmal erfassen konnten. Alain Johannes ist eine coole Sau von Gitarrist, der sich zudem perfekt in jede Art von Musikerkonstellation einbringen kann und eigentlich immer ein Gewinn ist. Und Josh Homme - man kann sagen über ihn was man mag, ich halte ihn für einen der besten Gitarristen und Musiker der Gegenwart. Welche Töne dieser Mann seinem Instrument entlockt, das ist schon hohe Kunst, insbesondere da er mit seinen Riffs oftmals die eigentliche Melodie konterkariert, um dann aber wiederum zur Melodie zu singen. Und wenn dann mal 'ne Gitarrensaite reißt, dann hält man die beim Solo mit den Zähnen fest und spielt einfach weiter. Was also die musikalischen Fähigkeiten der Herren anbetrifft, war das gestern Abend ein absoluter Aha-Effekt.
Zur Atmosphäre lässt sich folgendes schreiben. Seit 2001 gehe ich regelmäßig zu allen QOTSA und Foo Fighters-Konzerten, natürlich habe ich LedZep nicht mehr live erlebt. Man sollte meinen, dass da gestern alte Hasen auf der Bühne standen, die schon alles gesehen und erlebt haben. Mitnichten (ich liebe dieses Wort)! Them Crooked Vultures spielte genauso auf, wie man es von einer jungen Band, die erst seit wenigen Monaten zusammengefunden hat, erwartet. Aufgeregt, glücklich, strahlend. Dass Grohl immer von einem Ohr zum anderen grinst, ist man ja mittlerweile gewohnt. Jones wirkte teilweise richtig schüchtern und versteckte sich gerne auf der linken Seite der Bühne hinter den Lautsprechern. Daher ist mir wohl bei Homme am deutlichsten der Unterschied zu den letzten QOTSA-Shows aufgefallen, die ich gesehen habe. Um nicht falsch verstanden zu werden - schlecht drauf hab ich den Mann noch nie live erlebt. Aber es ist schon lange her, dass man mitansehen konnte, wieviel Lust am Spielen er auf der Bühne hat und aus dem Grinsen nicht mehr heraus kam. Dass die vier (mit Johannes) noch nicht perfekt aufeinander eingespielt waren, konnte man daran erkennen, wie sehr sie auf der Bühne noch mit Blicken, Gesten und Worten miteinander kommunizieren mussten - immer begleitet von einem Lachen. Ohne Frage hatten sie großen Spaß miteinander. Und dass ich noch erleben durfte, wie Mr Homme seine Gitarre zur Seite legt, das Mikro greift, in der anderen Hand eine Zigarette und wie ein freundlicher Tanzbär altherrensalsamäßig hüftwackelnd über die Bühne schwebt und entspannt vor sich hinsingt und tanzt, hätte ich mir im Leben nicht träumen lassen. Findigere Leute haben zu dem Zeitpunkt diesen Moment sicher gefilmt, ich war einfach nur hin und weg - wie immer, wenn ich feststelle, dass die Menschen, denen ich zusehe und -höre mit größtem Vergnügen bei der Sache sind. Allein dieser Augenblick hat mir deutlich gezeigt, dass die Gründung von Them Crooked Vultures sicherlich nicht das Ende von QOTSA oder den Foos bedeutet, aber ganz bestimmt eine wichtige Etappe für die Musiker zu sein scheint, um den Kopf wieder frei zu bekommen und neu anzufangen. Dafür mein Respekt.
90 Minuten lang haben sie gespielt, alle Songs des aktuellen Albums sowie "Highway Man" in einer Qualität, wie man sie live nur selten zu hören bekommt. Die Bühne machten sie im wahrsten Sinne zu ihrem Spielplatz, einzelne Songs wurden in Jamsessions zu 8Minütern aufgeblasen, die Freude nahm mehr Raum ein als der gegenseitige Respekt. Und ich bin froh, dass ich sie jetzt live gesehen habe, da ich annehme, dass bei den späteren Konzerten dieser Supergroup (ein Begriff, mit dem ich mich jetzt anfreunden kann) dann auch irgendwie der Alltag Einzug hält. Die Berliner feierten die Band an dem Abend bis zum Schluss ausgelassen. Und soviele Crowdsurfer (das ging minütlich mit jeweils 1-2 Leuten) habe ich noch nie bei einer einzigen Show gesehen.
Ein Abend, den ich so schnell ganz sicher nicht vergessen werde.


Hier noch einige Fotos (man beachte bitte die synchrone Beinarbeit von Josh Homme und Alain Johannes), und auf der zweiten Seite gibt's die Setlist, die ein fleißiger User auf setlist.fm veröffentlicht hat.
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Zum Vergrößern natürlich anklicken!


Setlist, 07.12.09, Columbiahalle


No One Loves Me & Neither Do I
Dead End Friends
Scumbag Blues
Elephants
Highway One
New Fang
Gunman
Bandoliers
Mind Eraser, No Chaser
Caligulove
Interlude With The Ludes
Spinning in Daffodils
Reptiles
Warsaw Or The First Breath You Take After You Give Up


Sweethead, 07.12.2009, Columbiahalle, Berlin (Support von Them CrookedVultures)

Auch hier - wie schon bei Ssion vor The Gossip - gilt: wenn eine Vorband so gut ist, dass man sich wünscht, sie würden einfach weiterspielen, sollte es 'nen eigenen Eintrag dazugeben.
Gestern Abend also vor den Them Crooked Vultures (dazu später mehr) die neue Band von Queens Of The Stone Age Gitarrist Troy van Leeuwen "Sweethead". Mit Norm Block und Eddie Nappi (Drums/Bass) von der Mark Lanegan Band (mit Nappi spielte van Leeuwen übrigens auch bei The Enemy) sowie der relativ frisch in der Szene aufgetauchten Serrina Sims am Mikrofon spielten sie gestern ein energiegeladenes, rockiges 30-Minuten Set. Miss Sims hat offenbar alle Rockchick-Posen gut eingeübt und bringt diese zum Besten, wobei man ihr hier und da  noch ein bisschen mehr Feuer wünschen würde, dafür hat sie aber eine tolle Live-Stimme, die irgendwo zwischen Courtney Love und Juliette Lewis rangiert. Darüber hinaus kann man Serrina Sims auch noch gut und gerne als Sex on Legs betiteln, cooles Weib. Dementsprechend dann auch die Rufe aus dem Zuschauerraum "You are so sexy", was Frau Sims dann natürlich sehr erfreute.
Dass van Leeuwen ein fantastischer Gitarrist ist, ist nun keine Neuigkeit, wurde von ihm gestern aber erneut bewiesen. Ich bin ja grundsätzlich immer erstaunt, dass der Mann gleichzeitig so toll spielen kann, dabei über die Bühne schliddert, die Füße verknotet und dabei nicht auf die Nase fällt. Abgesehen davon ist der Herr auch recht sehenswert ...
Meine Favoriten waren - wie auch schon auf ihrem selbstbetitelten Album - "Turned Our Backs", "The Sting", "Amazing Vanishing Contest" und "The Great Disruptors", übrigens auch allesamt gute Anspieltipps, wenn man mal in das im November erschienene Album reinhören möchte.
Das Publikum wirkte bei dem Sweethead-Set noch ein wenig unwillig, ein paar vereinzelt Tanzende gabs, der Rest gehörte dann eher so zur Kopfnicker-Fraktion. Was vermutlich auch daran lag, dass den meisten die Band noch kein Begriff war. Ich hoffe, das hat sich gestern Abend geändert, und dass ich die Möglichkeit habe, in den nächsten Monaten auch nochmal ein komplettes Set zu erleben. Eine Setlist kann ich nicht liefern, aber hier ein paar Fotos - von der Galerie oben geschossen (ich liebe mein neues Handy *lach*). Ich fand es wirklich ziemlich gelungen.

Zum Vergrößern natürlich anklicken.
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Montag, 7. Dezember 2009

Heute Abend live in Berlin: Them Crooked Vultures (Support: Sweethead)

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich heute Abend auf das Konzert in der Columbiahalle, Berlin freue. Insbesondere, nachdem ich die Debütscheibe der Them Crooked Vultures schon gefühlte 1000x gehört habe, ohne dabei auch nur einen schlechten Song zu entdecken, wenn ich auch weiß, dass einige der Titel 100%ig besser live als auf CD funktionieren werden.
Am Freitag waren sie bei einem meiner Lieblingstalker - Jonathan Ross. Hier das kurze Interview und ihr "Mind Eraser, No Chaser"-Auftritt. Wer weiß wie lange es diese Konstellation gibt - Josh Homme, Dave Grohl und LedZeps John Paul Jones, das sollte man genießen, so lange es geht.










Als Support spielen - wie bereits kürzlich erwähnt - Sweethead, Troy van Leeuwens (u.a. Gitarrist bei Queens Of The Stone Age) neue Band mit der wirklich talentierten Serrina Sims am Mikrofon, sowie Norm Block and Eddie Nappi von der Mark Lanegan Band. Das selbstbetitelte Album von Sweethead ist seit Mitte November draußen, reinhören / kaufen lohnt sich. Hier ein Clip zu "The Great Disruptors".





Das wird ein schöner Abend :)

Mittwoch, 25. November 2009

Juhu, Sweethead spielen den Support für Them Crooked Vultures

Nur ein kurzer, glücklicher Eintrag für zwischendurch: Wer auch immer da gerade für Troy van Leeuwens neue Band Sweethead twittert, berichet, dass sie die Shows für Them Crooked Vultures in Europa vom 6.-18. Dezember 2009 eröffnen. Ich gebe ja zu, dass ich schon die leise Hoffnung hatte, dass das passiert, aber die Gewissheit ist schon nett :) Also Dave Grohl, Josh Homme & Troy van Leeuwen an einem Abend (Berlin, 07.12.09 Columbiahalle) - da freut sich das Kind, also eure Flinkwert...

Mittwoch, 4. Juni 2008

Silberhöschen, Staublunge, ein Teufel, ungewolltes Peeling, wüsteGitarren, Sonne und Erholung

Teil 2:
Montag = Ruhetag (Wellness & Friseur)
Dienstag, 03.06. - Creature With The Atom Brain, Eagles Of Death Metal, Queens Of The Stone Age, Zitadelle Spandau


Das Line-up dieses „Wüstenabends“ wurde ja kurzfristig leicht geändert. Statt der Masters of Reality, auf die ich mich persönlich sehr gefreut hatte, sprangen die „Creatures With The Atom Brain“ ein. Meine Kenntnisse über die Musik der Band halten sich insofern sehr in Grenzen, als dass ich vor dem 3.6. noch nie was von ihnen gehört hatte.

Die Zitadelle Spandau als „Austragungsort musikalischer Spiele“ ist empfehlenswert. Irgendwie kam man schon beim Betreten des Geländes in eine relaxte Stimmung, ein bisschen Festivalfeeling tat sich auf. Die Leute machten es sich erstmal bequem, gerne auch auf den wenigen Parkbänken, die am Rand standen. Falls ihr gerade auf den Link zum Foto geklickt habt: diese beiden Damen dort auf der Bank (mitte und links) irgendwie hab ich bei dem Anblick, wie sie da so mit ihren Handtaschen sitzen, damit gerechnet, dass sie gleich ihr Strickzeug rauspacken. Gut, ich war auch nicht besser, habe die Wartezeit bis zu den Atom Brains damit verbracht, „Heilige Kühe im Erzgebirge – ein Bollywoodroman“ zu lesen *lol*.
Irgendwann am frühen Abend kamen dann ein paar Männer auf die Bühne, stellten Wasser und Bier hin, griffen sich die Instrumente und ich dachte „okay, ein letzter Check, ehe die Atom Brains kommen“. Nö. Das waren sie schon. Legten auch gleich los, kein „Hallo wir sind...“ oder so. Spielten auf den Gitarren, als galt es einen Wettbewerb zu gewinnen - „wer ist wohl am schnellsten wieder von der Bühne“. Während ihres ca. 30minütigen Sets haben sie es auch nicht einmal geschafft sich vorzustellen, was die beiden Jungs rechts von mir, die von dem Line-up Wechsel nichts wussten, am Ende zu der Frage bewegte „Das waren aber doch nicht die Masters of Reality, oder“? Nein, waren sie nicht. Haben aber trotzdem gute Musik gemacht, wenn man darüber hinweg sehen kann, dass die Lieder alle ziemlich gleich klangen. Und ich weiß immer noch nicht, was der Mann am Mikro gemacht hat, außer Gitarre zu spielen. War das Singen? Manchmal meinte ich nur ein leises Flüstern zu hören und dann klang's wie ein Grunzen. Der Sound war einfach nicht wirklich gut während ihres Sets.
Eine nur kurze Umbaupause später, und plötzlich war richtig Stimmung in der Menge. Die Eagles of Death Metal erstürmten die Bühne mit "Dont Speak (I came to make a Bang)" und Frontmann Jesse "The Devil" Hughes brachte sogleich mit einer guten Mischung der beiden bisherigen Alben die Meute zum Toben, die Frauen zum Kreischen und die Puppen zum Tanzen :) Anfangs mal als Sideproject von Josh Homme gestartet, um seinen deprimierten Kumpel Jesse auf andere Gedanken zu bringen, sind die Eagles mittlerweile komplett aus dem Schatten der Wüstenköniginnen getreten und beweisen sich von Mal zu Mal mehr als 1A-Liveband. Die Stücke sitzen, die Band hat ihren Spaß und Jesse ist der geborene Rockposer. Also mehr posen geht nicht! Dass die Musik der Eagles mächtig in die Beine geht, zeigte sich auch am Dienstag wieder. Kaum einer, der nicht mitgetanzt oder wenigstens mit dem Kopf gewippt hat. Ne knappe Stunde mit den Eagles war viel zu wenig. Meinetwegen hätten sie ruhig noch weiterspielen können, ich hätte an diesem Abend sogar dafür auf die Queens verzichtet, die im Übrigen während des Eagles-Sets am Bühnenrand standen und amüsiert das Treiben ihrer Kumpel beobachteten (zumindes van Leeuwen, Castillo und Fertitia habe ich ausmachen können). Ihr Set beendeten sie mit dem knackigen „Nineteen“, und damit ließen sie die Fans gut durchgeschüttelt und in bester Stimmung zurück.
Relativ fix danach eröffneten die Queens mit „Misfit Love“ ihre Show und gaben damit dem Set schon mal die Richtung vor: Klanggewitter, Rock und ein Hauch Psychedelic umwehte uns für den Rest des Abends. Da gabs „Turning the Screw“ neben „No One Knows“, „Sick sick sick“, „3's and 7's“, „Feel good hit...“, „Millionaire“, etc. Nichts Neues im Endeffekt, aber die Reihenfolge der Songs machte daraus ein einzigartiges Gitarrenbrett, und ich glaube, der meiste Wind schlug uns von der Bühne entgegen. Die einzige Atempause – so blieb es mir in Erinnerung – kam dann mit „Make it wit chu“, dem Freund Jesse gewidmet, der dann auch auf die Bühne dazu kam, um ein bisschen mitzuspielen, und – den größten Applaus während des QOTSA-Sets erhielt *lach*. Denn auch wenn die Stimmung bei den Queens ebenfalls großartig war und die Fans offenbar ihren Spaß hatten: Jesse „The Devil“ Hughes war eindeutig der Star des Abends.  Das sei ihm gegönnt!
Die Queens boten den würdigen Abschluss für einen perfekten Sommerabend: trocken und staubig wie die Wüste, mit einem leichten Abendwind, der das Hitzegefühl nahm und dafür sorgte, dass man ausdauernd tanzen und jubeln konnte. Ein bisschen kurz fand ich ihr Set, aber vielleicht war ich auch noch von den drei Stunden Die Ärzte am Sonntag Abend verwöhnt. Ach, und wer will nach so einem schönen Abend schon mäkelig sein?
Mit Schrecken nahm ich allerdings mein Spiegelbild später im Fenster der S-Bahn war. Und eine Erinnerung an meine Kindheit tat sich auf: Wenn ich nach dem Spielen so verdreckt nach Hause gekommen bin, musste ich mich als Kind immer bis auf den Schlüppi vor der Haustür ausziehen, weil meine Mutter mich so verschmutzt nicht ins frisch geputzte Haus gelassen hat. Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei *lach*.  Mein Gesicht, Füße, Arme, Dekolté waren schwarz. Während sich beim Die Ärzte-Konzert am Sonntag der ganze Staub „nur“ in meinen Lungen gesammelt hatte, trug ich ihn jetzt auf meiner Haut nach Hause. Ich Dreckspatz. Hatte aber immerhin den Effekt, dass ich nachts unter der Dusche kein Peeling-Duschgel brauchte, das besorgten die Staubkörner auf meiner Haut von selbst.
Zu Teil 1

Montag, 25. Februar 2008

Ein kurzes Niederknien vor der besten Band der Welt

Ich machs wirklich kurz: Das Queens Of The Stone Age-Konzert am vergangenen Samstag in der Großen Freiheit 36 in Hamburg war wieder fantastisch. Mit einer - für meine Erfahrungswerte - eher ungewöhnlichen Setlist bestückt, rockten die fünf wie Sau. Zum durchatmen kam man kaum. Ein treibendes Stück nach dem anderen. Eröffnet wurde die Show mit "Monsters In The Parasol", zwischendurch gabs tatsächlich "Millionaire" auf die Ohren, während auf die Stimmungsgaranten zum großen Teil verzichtet wurden: kein "No One Knows", kein "Regular John", nicht mal den "Feel Good Hit Of The Summer" (hier ein kleines *schnief*). Stattdessen "Running Joke", ein ausgedehntes "You Would Know" und ein ultralanges "Someone In The Wolf". Schön, wieder einige Songs live zu hören, die sie seltener spielen. Allerdings müssen die Guten nochmal über die Definition der Aussage "Wir werden heute Abend besonders lange für euch spielen" nachdenken, m.E. waren es ganz normale 90 Min wie sonst auch *lach*. Aber ich beschwer mich nicht, finde es immer wieder bewundernswert, dass sie nach ihren Hardcore-Sets nicht von der Bühne kriechen müssen. Was gibts sonst zu erwähnen: Josh Homme war entspannt wie immer, Troy van Leeuwen ließ das Tier aus sich heraus, Michael Shuman hat - wie es scheint - noch immer Spaß am Bass, Dean Fertitia habe ich wie letzten Juli wieder kaum bemerkt und Joey Castillo trommelt sich sowieso die Seele aus dem Leib. Ich hab blaue Flecken, die sich gerade zu einem großen Ganzen in grün verbinden. Normalerweise werde ich von den Moshern verschont, weils am Rand, wo ich meist stehe, etwas ruhiger ist. Nicht so am Samstag. Hatte während der ersten Hälfte des QOTSA-Sets meine Mühe, mich auf den Beinen zu halten, während ich immer wieder gegen die Absperrung geschubst wurde. Glücklicherweise hörte das dann später auf und ich konnte die Show noch vernünftig genießen. Aber eine Frage: müssen Hamburger früher ins Bett? Um 18.00 hr Einlaß! Was in Berlin bedeutet: vor 19hr kommt man gar nicht rein. In HH meinen die das ernst. Um 19.00 hr stand die Support Band Biffy Clyro pünktlich auf der Bühne, es gab die kürzeste Umbaupause, die ich in meinem ganzen Leben erlebt habe, und ich könnte wetten, das QOTSA sogar noch vor 20.00 hr losgelegt haben. Insofern saß ich um 22.15 hr schon wieder frisch geduscht in meinem Hotelzimmer. Ähem und der Sound war nicht so toll, wie ich es von den Berliner Konzerten gewöhnt bin. Obs an der Akkustik in der Halle lag? Ach so: Biffy Clyro - ich hätte schwören können, die Band käme aus dem Nachbardorf von den "Kings Of Leon", rein optisch. Aber nein. Habe gelernt, dass es muntere Schotten aus Glasgow sind. Songs waren okay, nicht der Überhammer, aber auch nicht schlecht. 

Freitag, 23. November 2007

Unterirdischer Rock

Vor ausgewähltem Publikum - 330 Fans gewannen die Tickets in diversen Gewinnspielen - spielten die Queens of the Stone Age 700 Meter unter der Erde im ehemaligen Salzbergwerk in Sondershausen. Gehts cooler? Mann, bin ich neidisch, da wäre ich gerne dabei gewesen, auch mit Schutzhelm :)

Bilder gibts hier.
So und alleine wegen dieser Setlist bin ich neidisch (die haben The Bronze gespielt *heul*):

Hanging Tree
River In The Road
Killer Sceene
In The Fade
White Wedding
Suture Up Your Future
Mosquito Song - Running Joke
Blood Is Love
Make It Wit Chu
Bronze
Cat City
Goin Out West
Handmodel

Freitag, 6. Juli 2007

Nachtrag: Queens of the Stone Age am 04.07., Berlin

Habe auf YouTube ein ziemlich gutes Video von "No One Knows" gefunden vom Berliner Konzert vorgestern. Und da es zu meinem Bericht weiter unten passt, wirds hier einfach auch reingestellt. Viel Spaß beim gucken :)

Donnerstag, 5. Juli 2007

Gestriges Konzert, 2. Teil: Queens of the Stone Age

Es gibt Dinge im Leben und im Universum, auf die ist Verlaß. Unter anderem darauf, dass Konzerte der Queens of the Stone Age immer gut sind. Immer. Die können nicht schlecht. Gut, ich gebe zu, bei der "Lullabies to Paralyze"-Tour habe ich Nick Olivieri schmerzlich vermisst, dieser irre Kerl fehlte einfach auf der Bühne. Hinzu kam, dass ich auch mit dem letzten Album zum ersten Mal in der Queens-Geschichte nicht wirklich viel anfangen konnte und sich manche Titel erst z.T. Monate später in meinem Gehörgang festgesetzt haben. So fand ich das letzte Konzert vor zwei(?) Jahren leicht enttäuschend. Nun, "das Leben ist kein Wunschkonzert" wie mein ehemaliger Chef gerne zu sagen pflegte, und jetzt hab auch ich mich damit abgefunden, dass Olivieri weiterhin kein Mitglied meiner Lieblingsband ist - auch wenn der Job des Bassisten nach wie vor vakant ist und nur temporär neu besetzt wird.
Und im vergangenen Monat kam die neue Scheibe "Era Vulgaris" raus. Anfangs noch als etwas sperrig betrachtet, liebe ich dieses Album mittlerweile, kann mich gar nicht satt daran hören. Viel homogener kommt die Musik wieder daher, zwar nach wie vor mit Stilbrüchen und Tempowechseln versetzt, lässt sich "Era Vulgaris" prima als Ganzes hören.
Als ein Ganzes konnte man die Band auch am gestrigen Abend in der Columbiahalle bewundern. Olivieri fehlte nicht mehr wirklich. Stattdessen wirkten Troy van Leeuwen (Gitarre) und Joey Castillo (Bass) mit dem Hünen Josh Homme in ihrer Mitte wie ein fest zusammenhängendes, harmonisches Trio. Zur Live-Unterstüzung kamen hinzu: Michael Shuman am Bass (die Bassparts auf dem Album wurden erneut von van Leeuwen/Homme eingespielt) und Dean Fertita an den Keyboards und dritter Gitarre.
Das Schöne an dieser Band ist ja: die kommen gleich zur Sache. Halten sich nicht großartig mit irgendwelchen aufgebauschten Bühnenshows auf. Deko? Ha. Dagegen wird beim "perfekten Dinner" in der Tischdeko ja richtig geklotzt. Ein paar Lüster hingen von der Bühnendecke, sahen eher aus wie Geräte, die Dr. Frankenstein zur Erweckung seiner Patchwork-Leichen gebrauchen könnte, und das wars dann auch. Kein langes Intro, nein. BANG! "Regular John", gefolgt von "Feel Good Hit of the Summer", "If Only" und "3's and 7's" starteten voll durch, keine Pausen, keine Ansagen, ein reines Rockbrett. "FGHOTS" wurde leicht abgewandelt bzw. eine Textzeile wurde hinzugefügt:"Everybody knows you dance like you fuck / you dance like you fuck / you dance like you fuck/ everybody knows you dance like you fuck / so dance like you fuck with me". Im Nu (oder in 15 Min.) war man naßgeschwitzt und glücklich. Zum Tanzen forderte uns Homme sowieso immer wieder auf, der ganzen Welt sollten wir via Livestream zeigen, wie Berlin tanzen kann - nicht dass wir eine Extraeinladung gebraucht hätten. Er selbst kam am Stock auf die Bühne, hatten wir das nicht schon mal? Was macht der Mann ständig mit seinen Füßen? Weiter gings mit einem guten Querschnitt ihrer bisherigen Alben. Klar, man vermisst dann schon mal ein "Lost Art of Keeping a Secret" o.ä., kam dafür aber in den Genuss von "Better Living Through Chemistry" oder anderen eher seltener gezeigten Titeln. Vom neuen Album schafften es sieben Songs auf die Setlist. Die Krönung wäre natürlich ein kurzes auf-der-Bühne-vorbeischauen von Mark Lanegan gewesen, aber hey, wer will sein Glück schon herausfordern. Das Publikum zumindest ging ab wie Schmidts Katze, super Stimmung auch auf der Tribüne.
Ansagen und Interaktionen mit den Fans sind nicht Hommes Stärken, hat er auch nicht nötig, da auch so die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf ihm liegt. Dieser Baum von einem Kerl, 2m hoch, breites Kreuz, ein bisschen pummelig isser geworden, der Gute, wirkt auf mich immer so, als könnte er nur mit einer ausladenen Armbewegung versehentlich 10 Leute k.o. schlagen. Daneben der gegen Homme fast zierlich wirkende Troy van Leeuwen, wie immer gentlemanlike im Anzugchic. Joey Castillo erinnert mich ja ein wenig an das Tier aus der Muppetshow, nur mit kurzen Haaren. Aber ein begnadeter Drummer (okay, er kann es nicht mit Grohl aufnehmen, aber wer kann das schon?). Fertita hab ich gar nicht wirklich wahrgenommen, dafür wirkte Shuman ziemlich selbstbewußt und schien seinen Spaß zu haben. Spaß ist überhaupt ein Stichwort: noch nie habe ich bei der Band (egal in welcher Formation) erlebt, dass sie ihr Programm unmotiviert runterspulen. Immer wirkt es so, als hätten sie sich den ganzen Tag genau wie wir Fans auf den Konzertabend gefreut.
Die insgesamt ca. 100 min. Spieldauer (die Pause vor den Zugaben war so kurz, die kann man gar nicht mitzählen) gingen um wie nix, es kam mir vor, als hätten sie gerade mal erst eine Stunde gespielt, als die Lichter in der Columbiahalle wieder angingen. Hätte gerne noch eine weitere Stunde so weitergehen können. Ein schöner Abend!
Die Setlist gibts auf der nächsten Seite.

Setlist
1.  Regular John
2.  Feel Good Hit Of The Summer (Everybody knows you dance like you fuck)
3.  If Only
4.  3's And 7's
5.  Do It Again
6.  Go With The Flow
7.  Misfit Love
8.  Into The Hollow
9.  River In The Road
10. Little Sister
11. Battery Acid
12. Leg Of Lamb
13. Turnin' On The Screw
14. Better Living Through Chemistry
15. A Song For The Deaf
16. Sick Sick Sick
Zugaben
17. Burn The Witch
18. A Song For The Dead
19. No One Knows

Mittwoch, 4. Juli 2007

Queens of the Stone Age - live im Web

Hier noch eine kleine Info für QOTSA-Fans, die möglicherweise gerade Trauer tragen, weil sie keine Karten für die Konzerte in Köln und Berlin mehr ergattern konnten:
Die heutige Show aus der Berliner Columbiahalle wird live ab ca. 22.00 Uhr ins Web übertragen - und zwar in voller Länge. Einer der vielen Links zum Livestream ist dieser hier über Visions.de.

Dienstag, 3. Juli 2007

Ein bisschen Vorfreude...

... sei mir heute gegönnt. Und zwar auf das Konzert der Queens of the Stone Age in der Berliner Columbiahalle morgen abend. Das versüßt mir heute schon den Tag, was meint ihr, wie gut ich erst morgen oder gar übermorgen drauf bin! *lol*
Sowieso schon viel zu lange her, dass ich die Wüstensöhne live sehen durfte, ein Wunder, dass sich da noch keine Entzugserscheinungen bemerkbar machten.
Für alle Unwissenden hier das aktuelle Video zu "Sick Sick Sick".

Wenn das nicht rockt, dann weiß ich auch nicht.
Übrigens habe ich bisher noch nicht herausfinden können, ob es einen Support gibt und wenn ja, wer das ist. Sollte irgend jemand das wissen, bitte Info, danke :)

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Edit:
Die Kamikaze Queens gibts als Support.