Samstag, 10. Mai 2014
Eurovision Song Contest 2014
Also: Das Fingerfood vorbereitet, der Prosecco ist eingegossen, der ESC kann beginnen. Ein klein wenig bin ich dieses Jahr vorbereitet, soll heißen: ein Halbfinale hab ich bereits gesehen und war nur mittelgeschockt (war schon schlimmer). Von diesem Halbfinale haben für mich die Niederländer mit ihrem entspannten Countrysong die Favoritenrolle eingenommen. Aber ich lass mich gerne überraschen, was die restlichen Kandidaten so bringen. Den deutschen Beitrag von Elaiza hat mich nun nicht so ganz vom Hocker, aber auch aus deutschen Landen hab ich schon viiel schlimmere Beiträge gehört.
Und während gerade die Introbilder aus Kopenhagen über den Bildschirm flimmern, weiß ich, dass ich unbedingt ein weiteres Mal in diese hübsche dänische Stadt muss.
Von dem Bühnenaufbau in der provisorischen Konzerthalle (eine ehemalige Werfthalle) war ich schon beim Halbfinale begeistert. Viel besser kann mans eigentlich nicht machen.
Hoffe, das Moderatorentrio hält sich wieder so angenehm zurück wie im ersten Halbfinale und versuchen nicht verzweifelt, irgendwie witzig zu sein.
26 Songs, und die UK als letzte, ob das schon ein Hinweis auf ihren Platz sein wird? Schaun wir mal. Schade, dass sich alles so wiederholt, die gleichen Klamotten wie im Halbfinale und die gleichen Einspieler (das Flaggen-Selberbasteln) und Peter Urbands Kommentare...
(WEITER)
Samstag, 18. Mai 2013
ESC 2013
Dieses Jahr gehe ich ja völlig unbeleckt in die ESC Übertragung, sonst schau ich vorab wenigstens mal eines der beiden Halbfinale oder hör vorab schon mal in die Songs rein, diesmal lass ich mich völlig überraschen und werde nachfolgend meine spontanen Eindrücke zu den jeweiligen Songs inklusive einer persönlichen Top Five festhalten.
Und natürlich die ESC App auf meinem iPad ausprobieren, vielleicht vote ich ja sogar mal mit *lach*.
So es beginnt und wir erleben per Einspielfilm die Reise einer aserbaidschanischen Raupe durch Europa. Nun ja, ganz putzig gemacht, obwohl man sich über die Tourenplanung des possierlichen Tieres etwas wundern darf *lach*. Erklärt allerdings das hübsche Schmetterlingslogo des diesjährigen ESCs. Eingangs die aktuelle von den ABBA Bs komponierte Hymne des Musikfestivals. Meine App bietet mir gleich den Kauf des Titels an, nein danke. Alle Teilnehmer (inklusive der bereits in den Halbfinals ausgeschiedenen) kommen mitsamt Flagge auf die Bühne, naja, etwas steif finde ich das, ist doch keine Olympiade. Und es nimmt kein Ende.
Und dann die Moderatorin - ein (Alb)Traum in Pink - Petra Merde, hübsche Frau, aber dieses Kleid und die dazugehörigen Schuhe tun in den Augen weh. Später werden wir efahren, dass Gaultier das Kleid designt hat. Während der Show tritt sie allerdings wenig in Erscheinung. Dafür dann aber während der Votingphase.
In der Pause gibts die vorige Gewinnerin Loreen mit neuem Titel und noch ein bisschen "Euphoria". Die schwedischen Comedyeinspieler sind teilweise wirklich lustig, und ich mochte auch den Pausensong von Metra Merde, die schwedische Eigenheiten und Klischees auf die Schippe nimmt und alles, was die Welt so meint, über die Schweden zu wissen. Vom Girl with a dragon tattoo über Midsomer zum schwedischen Festbuffet, bisherigen schwedischen ESC Gewinnern etcpp. Eine hübsche Revuenummer. Schön auch ihr Hinweis, dass man, wenn man an diesem Abend gewinnt, eine Show gestalten muss, die sich kein Land leisten kann *lach*.
Hier jetzt klicken für die einzelnen Titel:
Samstag, 26. Mai 2012
Eurovision Song Contest 2012 - Liveticker
Diesmal bin ich null vorinformiert, die Halbfinales habe ich mir überhaupt nicht gegeben, den deutschen Beitrag finde ich sowieso völlig langweilig, insofern lass ich mich überraschen, was die anderen zu bieten haben.
Die Showeröffnung mit diesen Hampelmännern erinnert mich an große 80er Jahre Shows mit Fernsehballett. Das ist nicht mein Ding. Ah okay, weitere Tänzer und Trommer, man versucht halt Folklore mit Dance Elementen zu verbinden. Mir gefällt die Folkore besser. Ich hab irgendwo gelesen, dass sich die Organisatoren von Baku Hilfe aus Deutschland holten, insofern finden sich im Bühnenaufbau Ähnlichkeiten zu Düsseldorf letztes Jahr. Warum auch nicht? Das war ja schon ziemlich klasse, was man damals auf die Beine gestellt hat.
Ach herrjeh, und natürlich muss man sich diesen Kaufhaussong, der im letzten Jahr gewonnen hat, auch nochmal antun. Gähn. Da ist man ja schon eingeschlafen, bevor der Wettbewerb richtig angefangen hat.
Zwei hübsche Damen in Weiß moderieren, ich hab ihre Namen vergessen. Oh, jetzt kommt noch ein weißgewandeter Herr dazu, Eldar - ein Elb? *lach* Dankenswerterweise kommentiert das Urgestein Peter Urban wieder für uns deutsche Zuschauer.
Nun nachfolgend meine persönlichen Kommentare zu den einzelnen Songs, wie immer höchst subjektiv und frei von political correctness.
Großbritannien, Engelbert Humperdinck mit "Love Will Set You Free"
-> Der alte Schmalzer will es noch mal wissen, mit Mitte 70, geliftet und mit deutlich weniger Haaren und minimalistischer Bühnenshow singt er eine Ballade, die klingt, als sei sie aus nem 08/15 Musical geklaut. Oh nein, furchtbar. Wie bitte, Peter Urban, super gesungen? Ähm nein.
Ungarn, Compact Disco mit "Sound Of Our Hearts"
-> Peter Urban erkennt hier Depeche Mode wieder, hm, wegen dem Synthesizer? Recht altmodischer Song, den auch Roxette vor 20 Jahren hätten komponieren können. Gibt aber Schlimmeres.
Albanien, Rona Nishliu mit "Suus"
-> Ein Klagelied. Oh je. Die Dame hat lustige Haare und ein furchtbares Kleid an (Klingonische Galauniform?), der aufs Dekolltee geklebte Zopf ist eklig, und irgendwie erinnert sie an Björk, nur im Gesang etwas melodischer. Der Song gewinnt mit der Zeit, auf jeden Fall ist die Frau extrem gut bei Stimme.
Litauen, Donny Montell mit "Love Is Blind"
-> Beginnt wie ein 70er Disco-Song, irgendwie warte ich, dass es gleich losgeht mit dem Beat. Warum hat der ne Augenbinde, hab ich was verpasst? Schöne Stimme aber. Ah, jetzt kommt der Rhythmus, total altmodisch, Disco-Fox wir kommen *lach*. Zeitreise in die 70er, lustig irgendwie, und der Bengel ist noch so jung. Nette Show aber dahinten auf dem riesigen Screen.
Bosnien-Herzegowina, Maya Sar mit "Korake ti znam"
-> Katja Ebstein in jung mit ebenfalls klingonischen Schulterpolstern am Klavier. Aber klare, schöne Stimme, macht die ansonsten langweilige Ballade aber auch nicht spannender.
Russland, Buranowski Babuschki mit "Party For Everybody!"
-> Ah, jetzt kommen die Plätzchen backenden russischen Omas. Die sind so schräg, dass man sie irgendwie mögen muss in ihren Folklorekleidchen. Man fühlt sich irgendwie wie im falschen Film, und der Song ist auch schrecklich, aber die Omis sind halt irgendwie süß..
Island, Greta Salome & Jónsi "Mundu Eftir Mér"
-> Oh Gott, wenn Peter Urband schon was von Mystik faselt. Ja, ich ahnte es. Dann lieber Enya *lach*. Wasserstoffblonde Sängerin im Ballkleid und Partner mit ja geradezu "verwegener" Frisur machen einen auf Iren. Peter Urban findet's toll, ich nicht.
Zypern, Ivi Adamou mit "La La Love"
-> Ach du je. DA fällt mir echt gar nichts mehr zu ein. Stampfbeat mit Hupfdohlen, Eurodancetrash. Übelst. La la la la lalalala Love. Wahnsinn.Vor Schreck ist mir gerade meine Wohnzimmerglühbirne durchgebrannt, kein Witz.
Frankreich, Anggun mit "Echo (You And I)"
-> Okay, die Dame ist also keine Unbekannte, wie Urban uns aufklärt. Sie hat komische Sportler auf der Bühne, die in Trainingshosen Salti schlagen. Hm. Hat sie das mit der Eröffnung der Olympischen Spielen verwechselt. Der Titel ist übrigens schlecht, ihr Kleid fast durchsichtig, obs das aber rausreißt? Also eigentlich hat ihr Jean Paul Gaultier nur eine Korsage geschneidert und hatte noch etwas transparenten Stoff übrig, mit dem die Windmaschinen frech spielen. Song übrigens auch Eurodancetrash.
Italien, Nina Zilli mit "L'Amore È Femmina (Out Of Love)"
-> Oh, ENDLICH ein Song, bei dem man nicht sofort wegschalten möchte. Ein bisschen Amy, ein bisschen 40er Swing, klasse! Und richtig hübsch ist die Dame auch, aber keine Barbie, tolle Stimme, sexy.
Estland, Ott Lepland mit "Kuula"
-> Also ich könnte schwören, dass ich diesen Song in verschiedenen Sprachen schon zigmal bei unzähligen ESCs gehört habe. Typische Ballade, aber sehr gefühlvoll vorgetragen. Könnte auch aus Malta stammen *lach*. Tierisch dramatisch, für mich etwas too much.
Norwegen, Tooji mit "Stay"
-> 1. ist der Typ scheiße angezogen, 2. hätt ich schwören können, dass der griechische Beitrag wäre, die kommen immer mit solchen totalen Dance-Geschichten. Tooji ist eigentlich Iraner, erklärt Urban. Ich meine gut, wer's mag, ich hab schon Schlimmeres gesehen und gehört, typischer Radiodancesong.
Fast Halbzeit, 12 Songs sind schon geschafft, nur einer - aus Italien - dabei, den ich gerne auf den vorderen Plätzen sehen würde.
Aserbaidschan, Sabina Babayeva mit "When The Music Dies"
-> Deutlich schöner als der aserbaidschanische Siegersong aus dem letzten Jahr. Sehr schöne Stimme, dramatische Ballade und ein Special Effects Kleid. Gute Popballade, darf auch nach vorne.
Rumänien, Mandinga mit "Zaleilah"
-> Kubanische Beats und hauptsächlich spanischer gesungener Song aus Rumänien, sagt Urban. Hat man auch nicht alle Tage. Oh je, aber nein, das ist doch irgendwie Plastikpoplambada. Geht gar nicht! Aber nun, besoffene Ballermann Touristen mögen's.
Dänemark, Soluna Samay mit "Should've Known Better"
-> Die Klamotten sind vermutlich ein Statement "ich mach diesen Hupfdohlenquark nicht mit", okay, wäre aber auch ohne Sgt Pepper Look gegangen. Song ist okay, Singer/Songwriter Stuff mit Avril Lavigne Einschlag.
Griechenland, Eleftheria Eleftheriou mit ""Aphrodisiac"
-> Typischer Beitrag aus Griechenland. Leichtbekleidete dünnstimmige Hupfdohle (diesmal wieder weiblich) hüpft angespornt von den Windmaschinen über die Bühne. "You make me dance like a manic, you make me want your aphrodisiac" - dem kann man nichts mehr hinzufügen. Aber die haben auch eh kein Geld, um im nächsten Jahr den ESC auszurichten *hüstel*.
Schweden, Loreen mit "Euphoria"
-> Schweden wird wie immer als Favorit gehandelt. Ich würde mich weigern, von diesen Windmaschinen angepustet zu werden, die kommen da doch alle mit ner Bindehautentzündung raus *lach*. Warum kneift die sich in die Brüste??? Loreen ist aber auch selbst ein Wirbelwind, macht irgendwie Spaß, ihr zuzusehen. Der Song hat David Guetta Clubtauglichkeit. Nicht mein Geschmack, aber okay. Haha, meine Schwester fühlt sich bei ihrem Tanzstil an Jackie Chans betrunkenem Affen-Kampfstil erinnert. Ja. Stimmt.
Türkei, Can Bonomo mit "Love Me Back"
-> Ein Seefahrerlied?? Sagt zumindest Urban. Normalerweise mag ich die türkischen Beiträge. Auf der Bühne siehts auch nett aus, und ach, ich mag halt diese türkischen Folkloreklänge. Leider kann der Bengel nicht singen und die tanzenden Fledermäuse im Hintergrund find ich auch etwas seltsam. Ah, jetzt stellen sie gemeinsam ein Boot dar. Das ist so schräg, dass es mir fast wieder gefällt.
Spanien, Pastora Soler mit "Quédate Conmigo"
-> Wow, sehr sehr schöne Stimme dieser Flamencosängerin. Schade, dass sie immer so böse guckt. Dramatische Ballade, in der der Refrain doch ein bisschen zu häufig wiederholt wird, wollte man die 3 Min voll kriegen? Aber Hammerstimme!
Deutschland, Roman Lob mit "Standing Still"
-> Nimm mal die Scheißwollmütze ab. Echt, muss das denn sein? *nerv*. Langweiliger Tralala Popsong, aber das wusste ich ja vorher. Immerhin aber sicher, sympathisch und gut vorgetragen. Vielleicht nutzt der Bambiblick ja was.
Malta, Kurt Calleja mit "This Is The Night"
-> Und wieder Eurodancetrash. Bin immer wieder überrascht (jedes Jahr beim ESC), wie viel man diesen 08/15 Beat immer noch einsetzt. Ah, minimalistische Choreographie *lach*. Ist das ne Band oder sind das Tänzer mit Instrumenten? Sehne mich gerade zurück in Ray's Guesthouse mit Triggerfinger... Mieser Song, richtig mies!!!
Oh Mensch, da fällt mir mein Prosecco ein. Guter Zeitpunkt für Alkohol...
Mazedonien, Kaliopi mit "Crno I Belo"
-> Also die Frauen haben diesmal (mit ein, zwei Ausnahmen) deutlich die besten Stimmen. Gefällt mir der Song, insbesondere wegen des rockigen Teils. Kann man sich anhören, bitte auch auf die vorderen Plätze (hinter Italien, Aserbaidschan und so).
Irland, Jedward mit "Waterline"
-> Ach, die ADHS Zwillinge mag ich irgendwie, die haben immer noch Welpenschutz. Singen können sie aber immer noch nicht, und der Titel diesmal ist schwächer als letztes Jahr. Das Partyfeeling fehlt, da fallen dann die schlechten Stimmen auch deutlicher auf...
Serbien, Zeljko Joksimovic mit "Nije Ljubav Stvar"
-> Ah, Serbien kommt häufig mit Drama, und meisten gefallen mir die melancholischen Titel auch. Nichts, was ich so im Radio hören wollte, aber schön.
Ukraine, Gaitana mit "Be My Guest"
-> Boah, schon so rein optisch weiß man nicht, wo man zuerst hingucken soll. Den furchtbaren Blumenkranz auf dem Kopf oder dieses Fransenkleid. Die Dame hat ne klasse Stimme, reiht sich aber in diese Dancemucke ein, allerdings um Welten besser als beispielsweise der griechische Beitrag. Wieder so ne David Guetta Nummer. Und sie mags bunt, wenn man sich die Bühne so betrachtet.
Moldau, Pasha Parferly mit "Lautar"
-> Deren Beiträge mochte ich in den letzten Jahren auch immer. Ah ein moldawischer Colin Farrell in seltzsamen Klamotten und mit bonbonbunten Tänzerinnen, haut mich diesmal nicht so um.
So, jetzt lehne ich mich zurück und warte ab, wie abgestimmt wird. Ich bin für Italien, Aserbaidschan, Mazedonien. Ansonsten meinetwegen noch Dänemark und Schweden.
Und so sehen die ersten 10 Plätze aus:
Schweden, Russland, Serbien, Aserbaidschan, Albanien, Estland, Türkei, Deutschland, Italien, Spanien.
Damit kann ich leben. Schade, dass Mazedonien nur auf dem 13. Platz gelandet ist, und meine Überraschung, dass Roman Lob es tatsächlich in die Top Ten geschafft hat.
Die Veranstaltung war okay, schöne Halle, aber ziemlich blasse Moderatoren (gerade im Vergleich zum Vorjahr).
Geschafft. Freuen wir uns aufs nächste Jahr...
Montag, 16. Mai 2011
ESC 2011 - Dänemarks A Friend in London vs. Paso Doble
Blogbesucherin Danni hat mich gerade noch auf folgende Songähnlichkeit aufmerksam gemacht.
Man höre mal in den dänischen ESC Beitrag von A Friend In London "New Tomorrow" hinein und dann bitte zum Vergleich in Paso Dobles altem Schinken "Herz an Herz". Geht auch umgekehrt *lol*.
Sonntag, 15. Mai 2011
Nach dem ESC ist vor dem ESC...
So, nun wäre auch das überstanden. Und hat gar nicht wehgetan. Die meisten Liedchen plätscherten an einem vorbei, lediglich ein paar haben das Ohrenkrebs-Risiko temporär wieder erhöht. Wie fast in jedem Jahr stellte man fest, dass die Anrufer aus allen Länder einen zweifelhaften Geschmack haben, anders kann man sich diese Top 5
1. Platz: Ell/Nikki für Aserbaidschan mit "Running Scared"
2. Platz: Raphael Gualazzi für Italien mit "Madness Of Love"
3. Platz: Eric Saade für Schweden mit "Popular"
4. Platz: Mika Newton für Ukraine mit "Angel"
5. Platz: A Friend In London für Dänemark mit "New Tomorrow"
nicht erklären.
Am Aserbaidschaner Siegertitel ist wirklich nichts originell, die ganze Nummer ist reines Kalkül und die hübsche Sängerin mit den tollen Haaren konnte nicht singen. Den jazzenden Italiener kann man noch durchgehen lassen, aber Schweden, Ukraine und Dänemark waren Beliebigkeit in Reinkultur, der schwedische Song darüberhinaus noch unverschämt geklaut. Die Schweiz dagegen abgeschlagen auf dem letzten Platz ist geradezu kurios, wenn man bedenkt, welche Scheiße (Finnland!, Griechenland, Frankreich!!! oder Russland deutlich mehr Punkte erhalten hat). Da kann einem die junge Dame, die - wie wir gestern feststellten - erstaunliche Ähnlichkeit mit der jungen Franka Potente aufwies, Anna Rossellini echt nur leid tun.
Mit unserem zehnten Platz bin ich zufrieden, zumal man sich entspannt zurücklehnen kann in der Freude darüber, dass sowohl Song als auch Lena zu den positiven Highlights dieses ESC gehörten. Sie hat dazu gelernt und den Titel diesmal nicht mehr wie ein Mauerblümchen intoniert, sondern tatsächlich etwas sexier gesungen, was dann eine richtig gute Performance ergab.
Lustigerweise stellte ich heute im Telefonat mit meiner Mutter (die sonst vornehmlich deutschen Schlager hört) fest, dass sie, meine Schwester und ich offenbar die gleichen Interpreten am liebsten mochten. Ist wahrscheinlich doch genetisch bedingt.
Meine persönliche Top 5 hätte so ausgesehen:
1. Jedward für Irland mit "Lipstick"
2. Zdob şi Zdub für Moldau mit "So Lucky"
3. Nadine Beiler für Österreich mit "The Secret is Love"
4. Eldrine für Georgien mit "One More Day"
5. Maja Keuz für Slovenien mit "No One"
und Lena auf Platz 6.
Das wäre für mich ein perfektes Ergebnis gewesen. Aber egal, ich ruf ja auch nie für irgendeinen Interpreten dort an, insofern darf ich mich nicht beschweren.
Viel wichtiger finde ich folgende Erkenntnis: WIR KÖNNEN DAS!
Kann mir bitte jemand erklären, warum man in Deutschland nicht in der Lage ist, einen unterhaltsamen ECHO-Abend zu organisieren oder irgendwelche anderen Preisverleihungen locker über die Bühne zu bringen? Die drei Shows in dieser Woche haben deutlich gezeigt, dass deutsche Shows auf internationalem Unterhaltungsniveau mitspielen können. Da war nix steif oder langweilig, ganz im Gegenteil, allein das Intro gestern Abend mit Stefan Raab, der im Rockabilly Sound "Satellite" anstimmte, dann begleitet wurde von ner Big Band, zu der am Ende auch Lena hinzustieß - das war richtig klasse Partyfeeling, und zwar nett und nicht "aufgesetzt".
Auch Judith Rakers war gestern Abend deutlich gelöster als noch im ersten Halbfinale, und wenn sich unser Moderatorentrio - aus dem Anke Engelke nunmal als Beste herausstach - etwas rar gemacht hat in der Finalshow, sie vermittelten immer eine sympathische und gutgelaunte Stimmung. Darüberhinaus finde ich es faszinierend, was man bühnentechnisch auf die Beine gestellt hat, hier war tatsächlich klotzen und nicht kleckern angesagt. Gut, das hat auch einige Mio. verschlungen, aber dafür zahle ich liebendgern meine GEZ-Gebühren, lieber zumindest als für dröge ECHO-Verleihungen oder Volksmusik-Mist.
Ich finde wirklich, dass die deutschen Organisatoren in der vergangenen Woche die Messlatte für eine solche Sendung wieder etwas höher gelegt haben, daran muss sich Aserbaidschan im kommenden Jahr erstmal messen. Allein optisch waren Bühne, Leinwand, Zuschauerraum und die "Künstlerwaben" ein echter Hingucker, speziell als sich zu den Votings die Leinwand teilte und den Blick auf die künstler in den rosé beleuchteten Sitzecken freigab - das war ein regelrecht futuristischer Anblick.
Und ich freue mich nun mal immer, wenn man der Welt - oder in diesem Fall Großraum Europa - ein paar nette Vibes aus Deutschland schickt und das eigenene Land da draußen wieder positiv assoziiert wird.
Insofern war der ESC in Düsseldorf ein echter Gewinn.
Unseren Teltower Gastgebern, die uns gehegt und gepflegt haben, auch ein herzliches Dankeschön, beim nächsten Mal meine Caipis bitte auch mit Wasser verdünnen *lach*, die hab ich aufm Rückweg - insbesondere der Radstrecke zwischen PotsPlatz und F'hain doch deutlich gemerkt.
Und weil ich das sonst wieder vergesse: "Fukushima-Seide" *lach*, ein Begriff, den ich mir merken muss.
Donnerstag, 12. Mai 2011
ESC - 2. Halbfinale, live kommentiert sozusagen
So, und nun gehts in die zweite Runde. Ich wappne mich innerlich gegen die möglicherweise erneut furchtbar schlechte Musik und freue mich lediglich auf die Iren Jedward. Und mal gucken, wie Dana International heute so klingt und wie peinlich patriotisch Weißrussland diesmal rüberkommt...
Hier die Titel im Überblick (die fetten sind weiter)
- BOSNIEN-HERZEGOWINA, Dino Merlin, "Love In Rewind"
-> Für Dean Martin hats nicht gereicht, also nur Dino Merlin *g*. Aber gar nicht schlecht, wem die Olsen Brothers gefallen haben, der sollte auch das mögen. Klingt im Übrigen besser, wenn man nicht hinschaut. - ÖSTERREICH, Nadine Beiler, "The Secret Is Love"
-> Nach drei Jahren Pause sind die Ösis wieder dabei, auch sie haben ein Mädel am Start, welches zuerst durch einen Castingwettbewerb auf sich aufmerksam konnte. Schöne Stimme aber ohne Frage. Mireille Matthieu Gedenkfrisur. Oh ich kann meinen Tweet auf der ARD-Videotextseite 777 lesen. Lustig. Warum nicht 666? O-Ton Peter Urban: Die Alpen-Cleopatra, höhö. - NIEDERLANDE, 3Js, "Je Vecht Nooit Alleen"
-> Oh, die singen doch englisch. Schade, hätte gerne was Holländisches gehört. Optisch - der holländische Brian Ferry? Song ist ne simple Pop-Nummer, gibt Schlimmeres, wird allerdings zum Ende hin etwas nervig, weil kein Höhepunkt herauszuhören ist. - BELGIEN, Witloof Bay, "With Love Baby"
-> Och nö, ich mag Manhattan Transfer schon nicht. Ich möchte Instrumente hören und keinen A Cappela Mist. Da hilft auch keine menschliche Beatbox, nein danke. Möchte ich kein zweites Mal hören. Sehr anstrengend. Peter Urban findet das Weltklasse, in irgendnem angesagten Jazzkeller bestimmt, aber nicht für die Masse. - SLOWAKEI, TWiiNS, "I'm Still Alive"
-> Die ersten Zwillinge dieses Abends. Hübsch mit Windmaschine, stimmlich aber nur durchschittlich und ein furchtbar dröger Song. No Angels revisited. Oh Gott, da klingt wirklich der ganze Titel total eintönig. Haben die eigentlich mehr als zwei Textzeilen? - UKRAINE, Mika Newton, "Angel"
-> Ein Engelchen im hässlich gefiederten Kleid. Ungewöhnliche Stimme, die Sandmalerei im Hintergrund ist aber interessanter. Der Eurovision Sand Contest (Urban). - MOLDAU, Zdob şi Zdub, "So Lucky"
-> Urban macht Hoffnung, es gibt Rockmusik? Ach ja, auf jeden Fall kommt da bei mir eher Stimmung auf. Ich mag die Wichtelhüte. Doch, also gefällt mir bisher am besten von den heutigen Songs. Ska und Rock kommt immer gut. - SCHWEDEN, Eric Saade, "Popular"
-> Okay, von welchem Song ist der Anfang geklaut? Und zwar Ton für Ton, das muss ich noch herausfinden. Wartet, wie heißt diese deutsche Band mit dem Dudelsack, der Titel irgendwas mit Mond. grmpf. Ich komm noch drauf. In Extremo - Vollmond. Den Refrain kann man fast tongenau drüber singen. So, die haben verschissen bei mir. Mal abgesehen davon, dass Darbietung und Stimme des Sängers auch nicht von den Socken gehauen haben. - ZYPERN, Christos Mylordos, "San Aggelos S'Agapisa"
-> Jetzt kommt ein Schmachtfetzen. Oh nein, das klingt nicht schön, die Männer singen doch ziemlich schief, den folkloristischen Ansatz mag ich ja normalerweise mit dieser "Schreihälsin" da auf der anderen Bühne, aber das ist schon sehr fordernd für die Ohren. Sah aber hübsch aus. - BULGARIEN, Poli Genova, "Na Inat"
-> Schöne Stimme der Sängerin, auch schön, dass auf bulgarisch gesungen wird. Gehört eindeutig zu den besseren Songs im Wettbewerb, kann ich auch ein zweites Mal am Samstag im Finale ertragen. - MAZEDONIEN (FYR), Vlatko Ilievski, "Rusinka"
-> Wie singt der denn?? Hat der Pflaumen im Hals? Haha, das klingt ja selten doof. Dabei ist die an "kalinka maja" angelehnte Melodie gar nicht so übel. Auch diese Over-the-top Choreo ist ganz witzig. Wenn der nur die Worte nicht so knödeln würde. - ISRAEL, Dana International, "Ding Dong"
-> Wieder so ein doofer Titelname. Hm, man könnte meinen, es wäre seit "Diva" keine Zeit vergangen, das ist aber nichts Gutes, denn deswegen klingt "Ding Dong" auch fürchterlich altmodisch. Und hat Dana nicht mal besser gesungen? Das Kleid von Jean-Paul Gaultier - wie viele Osterbastkörbe mussten dafür dran glauben? - SLOWENIEN, Maja Keuc, "No One"
-> Den Anfang kenne ich auch, ach das ist immer ein Geklaue beim ESC. Aber: die Dame kann richtig gut singen, absolut radiotauglicher Song. Würde mal sagen, ein 80er Jahre Titel musste hier dran glauben, aber nicht desto trotz: einer der Guten. Bitte auch weiter. - RUMÄNIEN, Hotel FM, "Change"
-> Ungewöhnlich, Rumänien schickt einen Sänger, sonst sind das doch immer sehr leichtbekleidete Damen. Ach, und er ist auch gar nicht übel. Typischer ESC-Song halt, aber okay, der Typ kann singen, bitte weiter. Ein deutlich besseres Halbfinale als am Dienstag. - ESTLAND, Getter Jaani, "Rockefeller Street"
-> Ich weiß nicht, hier muss ich irgendwie an "Glee" denken *lach*. Nöööö. Aber das gefällt bestimmt ganz vielen. Auch hier muss ich wieder an andere Songs denken. Und die Minnie Mouse Kleider, die die Damen da auf der Bühne tragen, sind echt hardcore. Genau, Peter Urban vergleicht das gerade auch mit dem Kinderkanal. - WEISSRUSSLAND, Anastasiya Vinnikova, "I Love Belarus"
-> Isch liebe deutsche Land. Oh nein, I love Belarus, den Tyrannen wirds freuen. Der hat die Sängerin ja auch ausgesucht. Musikalisch aber völlig unbedeutend! - LETTLAND, Musiqq, "Angel In Disguise"
-> Vielversprechender Anfang. Scheiß Klamotten. Ich verstehe: Kill me with killekiss??? Nicht furchtbar, aber naja, muss man nicht haben. Kommt bestimmt ins Finale. - DÄNEMARK, A Friend In London, "New Tomorrow"
-> Ein Vorgeschmack auf die Ananasfrisur von Jedward :) Mainstream-Rock, Powerpop? Also ich nenne das höchstens: langweilig. So ein Lalala-Lied, einmal gehört, sofort wieder vergessen. - IRLAND, Jedward, "Lipstick"
-> Meine Favoriten :) Ich mag die. So! Bitte ins Finale und dann unter die Top3. Die haben übrigens auch die beste Leinwandanimation. Die besten Kostüme und die besten Frisuren *lach*.
Und ansonsten: Glücklicherweise waren hier bessere Songs dabei als im ersten Halbfinale, also auch nicht die Megaburner, aber wenigstens ist mein Ohrenkrebs-Risiko wieder gesunken.
Das Grand Prix Medley von Anke und Stefan fand ich irgendwie lustig. Überhaupt kann man erneut nicht über die Moderation meckern, nur Judith Rakers passt da einfach nicht ins Bild. Keine Ausstrahlung die Frau. Lobend erwähnen muss man, dass Raab sich diesmal vernünftig angezogen hat, geht doch.
Das Pausenprogramm mit den Flying Steps aus Berlin hat mir richtig gut gefallen! Das sieht man so nicht jeden Tag.
Nachdem ich übrigens heute am Vorabend kurz in die ARD-ESC Berichterstattung geschaltet habe mit Ina Müller auf Plasbergs Couch, hatte ich eine kurze Eingebung und glaube, dass Müller bei der Punktevergabe am Samstag die Votings womöglich vorsingen wird *horror*, die kann doch nicht anders mit ihrer Profilneurose.
Mittwoch, 11. Mai 2011
ESC - 1. Halbfinale
Eigentlich wollte ich einen "schönen" und ausführlichen Ätz-Eintrag über das gestrige, erste Halbfinale schreiben, aber dann im Laufe des Tages festgestellt, dass das schon ganz viele andere gemacht haben. Lesenswerte Beiträge zu diesem Thema gibts bei Spiegel-Online und im Duslog.
Aber eine Feststellung möchte ich doch noch loswerden:
Das war GANZ SCHLIMME MUSIK - zumindest zum größten Teil, lediglich Serbien, Türkei und Georgien fand ich erträglich, wobei die Türkei ja blöderweise rausgeflogen ist. Muss man sich diesen peinlich-Stampfbeat aus Ungarn, den griechischen Ricky Martin (Zitat Matthias Opdenhövel "Gangster-Sirtaki aus dem Ghetto"), den mit Happy-Pillen berauschten Finnen (der seinen Song nur ironisch gemeint haben kann), diese Disney-Musical Tante aus Litauen, den Plastikpop aus Russland, die langweiligen Isländer und die noch langweiligere Schweiz sowie diese 08/15 radiotaugliche "Man stirbt nicht beim Zuhören"-Nummer aus Aserbaidschan am Samstag ein zweites Mal ertragen. Gut, es hätte schlimmer kommen können, es hätten auch Portugal (zum Totlachen peinlich), Norwegen (OH GRAUS) oder Armenien (EHRLICH JETZT MAL??) weiterkommen können. Aber angesichts der bisher feststehenden Finalteilnehmer und dem Ausblick auf das zweite Halbfinale kann ich mich darüber nicht richtig freuen.
Ui, und dann die kurzen Clips der gesetzten Länder Spanien, Frankreich, England, Italien und die tanzenden Spermien vom Lena-Stranger. Schlimm. Besonders Frankreich. Da lasse ich unsere ESC-TV-Gemeinschaft und die netten Gastgeber gleich wissen, dass ich spätestens beim französischen Startplatz (11.) angetrunken sein muss, sonst halt ich das nicht aus.
Ich weiß sowieso schon, wem ich den ersten Platz gönne: die irischen ADS-Zwillinge Jedward sollen ihren Pokal mit Lipstick bemalen. Die sind so putzig durchgeknallt und wollen die Welt nicht verbessern, und besser als Eurotrash Hupfdohlen und möchtegernwichtige Balladen ist das allemal.
Was Positives gabs gestern aber auch. Das Moderatorenteam hat sich - dank Anke Engelke - nicht international blamiert, wenn ich auch finde, dass sich Stefan Raab einen gut sitzenden Anzug hätte leisten können, aber was solls. Er kann keine Fremdsprache, Judith Rakers ist ne Spaßbremse, aber Engelke wirkte herrlich unaffektiert und natürlich. Und die Tonprobleme sollte man ja spätestens bis Samstag im Griff haben *lach*.
Nun ja, mal sehen was das zweite Halbfinale morgen Abend bringt...
Montag, 31. Mai 2010
ESC, Lena und man kann auch alles übertreiben
Heute Mittag wurde auf der Pressekonferenz von Stefan Raab verlautbart, dass Lena nun offiziell - und nicht nur wie dahingesagt in der Nacht nach dem Sieg - auch im kommenden Jahr wieder antreten wird, um ihren "Sieg zu verteidigen". Und zwar ohne vorheriges Casting, lediglich der Teilnahmesong würde in einem Vorentscheid gewählt werden können. Laut ESC-Statuten ist dies zwar möglich, aber natürlich völlig unüblich.
Ich finde es selbst auch ein bisschen peinlich. Zum einen wird Lena auf diese Weise ihr ESC-Stigma nie los, zum anderen ist natürlich von vornherein klar, dass jeglicher Überraschungseffekt im nächsten Jahr natürlich weg ist. Bin der Meinung, dass Lena auch am Samstag weniger mit ihrer Stimme oder dem eigentlichen Titel überzeugt hat, sondern mehr mit ihrer offenen, süßen Art, mit der sie sich ins Bewusstsein und offenbar auch in die Herzen der europäischen Zuschauer gesungen hat. Diesen Effekt wird man im kommenden Jahr nicht wiederholen können. Insofern finde ich diese Entscheidung höchst fragwürdig. Irgendwie hoffe ich noch, dass sich das ganze nur als dummer Scherz herausstellt, aber das wird wohl nicht der Fall sein.
Was ich persönlich ein wenig ärgerlich finde ist die Tatsache, dass der ESC wohl nicht wie in den meisten anderen Siegerländern in der Hauptstadt stattfinden könnte, sondern außer Berlin bewerben sich Hamburg, Hannover und Köln. Dabei ist Raabs Favorit ganz klar Köln (O-Ton Pressekonferenz auf die Frage, wo der ESC in Deutschland ausgetragen werden sollte "Es gibt viele schöne Städte in Köln"), und man kann davon ausgehen, dass die dankbaren Organisatoren beim NDR alles tun werden, um Raab, den "Erlöser" glücklich zu machen.
Generell ist bei mir etwas Katerstimmung eingetreten - so sehr ich mich auch über Lenas Sieg freue und darüber, dass der ESC nach Deutschland kommt - Rufe nach dem Bundesverdienstkreuz für Raab und Lena halte ich beispielsweise für irgendwie grenzwertig. Man kann halt auch alles übertreiben.
Spaßeshalber habe ich heute mal nach den Ticketpreisen der Veranstaltungen in Oslo geguckt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie teuer denn ein Ticket für die Halbfinale oder das Finale sein könnte. Das könnten ganz schön saftige Preise werden im nächsten Jahr. Die Halbfinale in Oslo waren etwas günstiger: zwischen 56 und 100 € pro Ticket, das Finale dann aber schon zwischen 100 bis 200 € pro Ticket (jeweils 3 Preiskategorien), ganz schön happig, finde ich. Aber lassen wir uns mal überraschen, was die nächsten Tage erstmal über den Veranstaltungsort bekannt wird.
Sonntag, 30. Mai 2010
Erkenntnisse vom gestrigen Abend
Vor dem ESC ist nach dem ESC...
- Ein durch und durch netter (und langer) Abend mit freundlichen Menschen auf Teltower Sofas.
- Hätte ich gewettet, was den Gewinner anbetrifft, hätte ich haushoch verloren. Unter den Top 10 hatte ich Lena angesiedelt, die leise Hoffnung, dass sie vielleicht sogar unter die ersten fünf kommt, hatte ich auch, aber mit dem Gewinn hab ich nicht gerechnet. War lustig, wie uns minütlich bei den Votings ein "Das gibts doch nicht" entwich. Ich weiß noch nicht, wem ich das mehr gönne - Lena oder Stefan Raab.
- Der rumänische Song klang beim zweiten Mal besser. Da kann ich auch damit leben, dass die Rumänen - deren Sängerin tierisch Ähnlichkeit mit Shania Twain hatte - auf den dritten Rang gelandet sind.
- Die Russen haben unsere gesamte kleine Runde zum panischen Schreien gebracht mit ihrem Gewimmer. Bei den Weißrussen bekamen wir dann nochmal Lachkrämpfe, als die Schmetterlingsflügel zum Weihnachtslied aufgeklappt wurden.
- Norwegen war ein offenbar extrem sympathisches Gastgeberland. Und die beiden Moderatorinnen waren unglaublich schön und elegant gekleidet.
- Ich stand mit meinem Musikgeschmack (fast) wieder alleine da in unserer ESC-Sofagruppe (Ukraine, Türkei, Israel, Serbien).
- Europa vermisst ABBA und The Police schmerzlich, nur so ist es zu erklären, dass der hochnotpeinliche Titel aus Dänemark auf den vierten Platz kam.
- Wenn die Türkei gewonnen hätte, wär ich auch nicht traurig gewesen (Memo an mich: bei iTunes nach 'nem Album suchen).
- Sollte der ESC im kommenden Jahr in Berlin stattfinden (lt. NDR prüfe man noch, in welcher Stadt das sei, aber alle anderen Länder machen das in den Hauptstädten...), gibts keine Gemüsestick-Dips auf der Couch, sondern dann ist ein Feiern in der Halle angesagt. Das steht fest, einmal dabei sein und diese supergute Stimmung erleben!
Etwas ängstlich bin ich dennoch, wer da die Moderation machen würde. Unsere Moderatoren können doch alle kein vernünftiges Englisch. Fremdschäm-Alarm? Die Norweger haben gezeigt wie's geht, total entspannt war das Dreiergespann und hat sich zu keiner Sekunde in den Vordergrund gespielt. Hat man allein dagegen den Einspieler von Hape Kerkeling bei der Bewertung gesehen, wollte man am liebsten schon wieder auswandern, als er profilneurosenartig die Aufmerksamkeit an sich riss, anstatt nur einfach mal die Punkte zu verlesen. - Das Popmusikland Nummer 1 - die UK - sind nach wie vor unfähig, einen vernünftigen Song in den Contest zu schicken. Da dachte ich die Woche noch, ich mache einen Witz, als ich die Ähnlichkeit des Teilnehmerliedes zu früheren Stock/Aitken/Waterman Produktionen erwähnte, um dann gestern festzustellen, dass ich damit leider völlig richtig lag. Ein verdienter letzter Platz für UK. Vielleicht hätten sie lieber die untenstehende Hooligan-Version des Songs vorgetragen:
- Das Spanien 2x vortragen durfte (wir hatten im ersten Durchlauf den verrückten Fan gar nicht bemerkt), hat ihnen glücklicherweise auch nicht geholfen. Ein schreckliches Lied mit Angst einflößenden Tänzern auf der Bühne. Wenn man Kinder erschrecken will, dann könnte man nach Ansicht dieser Performance sagen "Wenn du nicht brav bist, dann stecken die heute Nacht alle in deinem Wandschrank". Da wird der Spinat aufgegessen, das sag ich euch.
- Glaubt man jetzt wirklich, dass man nach ESC-Sieg auch Fußball-Weltmeister wird? *lach*
Während der gestrigen ESC-Aufregung ging die Nachricht von Dennis Hoppers Tod fast ein wenig unter. Eine coole Sau & ein toller Schauspieler - er wurde 74 Jahre alt und möge in Frieden ruhen!
Freitag, 28. Mai 2010
Vorfreude auf den ESC 2010
War diese (Vorfreude) nach dem ersten Halbfinale am Dienstag noch leicht getrübt, wurde ich mit dem 2. Halbfinale gestern ein wenig versöhnt, welches einen viel besseren Gesamteindruck bei mir hinterließ, mit handfesten positiven Überraschungen aufwarten konnte und weit weniger Musik bot, die einem die Fußnägel aufrollten. Was nicht heißt, dass ich morgen Abend nicht trotzdem noch ein paar Lieder ein zweites Mal hören muss, auf die ich gut verzichten könnte.
Ich werde mal hier Google Konkurrenz machen, die ja aufgrund der Suchanfragen schon eine Prognose für den Ausgang des morgigen ESC gestellt haben (hier klicken), wobei diese Prognose mittlerweile obsolet ist, da in deren Statistik immer noch die Länder auftauchen, die in den beiden Halbfinales rausgeflogen sind. Nach Statistiken gehe ich natürlich nicht, sondern lediglich nach Bauchgefühl und meinem persönlichen Geschmack. Highlights der bisherigen Halbfinales waren für mich die Teilnehmer aus der Ukraine, Türkei, Israel und Belgien. Gestern konnte man Stimmen hören, bei denen man einfach weiß, dass unsere Lena dem nichts anderes entgegenzusetzen hat als ihre quirlige Persönlichkeit, was bei der Masse hoffentlich gut ankommt.
Also: das wäre meine Wunsch Top Ten
1. Ukraine - Alyosha mit der hervorragenden Seventies-Rock-Ballade (die mich ein wenig an die frühen Scorpions erinnerte) "Sweet People". Der Titel wird auf iTunes gekauft.
2. Israel - Harel Skaat mit dem hebräischen, dramatischen und überaus schön gesungenen Chanson "Milim", der mein Kitsch-Zentrum punktgenau erreichte.
3. Türkei - maNga, eine türkische Rockband, deren Sound mich teilweise ein klitzekleines bisschen an Muse erinnerte, und die die Halle schön gerockt haben mit "We Could Be The Same".
4. Georgien - Sofia Nizharadze mit "Shine", nicht unbedingt mein Geschmack, aber die Dame punktete mit ihrer unglaublichen Stimme und einem musicalesquen Song, ich glaube, das wird den Massengeschmack treffen.
5. Serbien - Milan Stankovic, der androgyne Sänger mit einem recht verspielten Titel, wie ich fand: Balkantradition gepaart mit modernen Beats, mir hats gefallen, der Song heißt "Ovo Je Balkan"
6. Aserbaidschan - Safura mit einem R'n'B-lastigen Titel, bei dem leider der Refrain ein wenig verbockt wurde, trotzdem hat mir der Song Spaß gemacht, und Sängerin Safura ist eindeutig Eyecandy und gut bei Stimme. Der Titel: "Drip Drop"
7. Deutschland - Lena, naja hoffen darf man ja. Ich glaube, dass sie mit ihrer unbeschwerten Art das Publikum und die Zuschauer mitreißen kann, auch wenn ihre Stimme nicht so perfekt und ihr Englisch etwas seltsam ist. "Satellite".
8. Belgien - Tom Dice, ein schöner Singer/Songwriter Titel, auch wenn Dices Stimme leichte Ähnlichkeiten zu James Blunt aufweist, dabei aber nicht zu jammerig oder weinerlich, vorgetragen ohne großen Firlefanz auf der Bühne. Schön. "Me And My Guitar"
9. Russland - Peter Nalitsch, ein schrecklicher Titel, bei dem man echt das Heulen kriegt, aber ich glaube einfach, dass die Russen unter die Top Ten gewählt werden. Wenn das Lied läuft, ist der Moment gekommen, um aufs Klo zu gehen. "Lost And Forgotten" - spätestens wenn er bei seiner Performance das Bild aus der Tasche holt und seine alte Liebe anschmachtet, krieg ich das Würgen.
10. Irland - Niam Kavanagh, auch nicht mein Geschmack, aber ich denke, auch Irland ist aus den Top Ten nicht herauszuhalten mit dieser "Titanic"-Nummer "It's For You"
Das wäre so mein Tipp für morgen, ein bisschen Wunschdenken, ein bisschen Realitätssinn. Mal gucken, was passiert.
Außerdem sind noch dabei:
- Bosnien-Herzegowina: Vukasin Brajic "Thunder and Lightning"
Ach nein, auch überhaupt nicht mein Ding. - Moldau: Sun Stroke Project & Olia Tira "Run Away"
Lady Gaga meets Eurotrash. Ein visuelles Desaster, und der Song ist auch schlecht. - Griechenland: Giorgos Alkaios & Friends "OPA!"
Erst dachte ich, das meinen die nicht ernst. Doch. Wenn man die Augen schließt beim Hören, hört man einen typisch griechischen Dancetrack, aber hingucken darf man nicht. Geht gar nicht. Aber ich wette, die machen Stimmung in der Halle. - Portugal: Filipa Azevedo "Há dias assim"
Irgendwie bekannte Melodie, nett gesungen, belanglos - Weißrussland: 3+2 "Butterflies"
Ganz übel. Weihnachtslied mit Schmetterlingsflügeln. Dass die weitergekommen sind, bedauere ich sehr. - Albanien: Juliana Pasha "It's All About You"
Dancefloortauglich, ein wenig Madonna, einen Tick was anderes (Assoziation fällt mir nicht mehr ein). Gibt Schlimmeres. - Island: Hera Björk "Je ne sais quoi"
Irgendwie Discofox mit französischem Refrain. Nicht mein Ding. - Armenien: Eva Rivas "Apricot Stone"
Hier musste man überlegen, welche Aprikosen die Dame meinte, ein wenig mehr Push-up, und sie hätte über Höcker singen können, belangloses Liedchen, dünne Stimme - Dänemark: Chaneé & N'evergreen "In A Moment Like This"
Eine einzige Frechheit. Auf der Bühne standen Lookalikes der jungen Wencke Myhre und Stuart Copeland, letzterer passte besonders gut, da man Polices "Every Breath You Take" in den Strophen 1:1 kopiert hat und dies dann im Refrain mit einem ABBA-Sound vermixte. Schrecklich. - Rumänien: Paula & Ovi "Playing With Fire"
Dass die weitergekommen sind, hat mich auch verwundert. Der Titel ist jetzt nicht wirklich schlimm, aber auch völlig austauschbar. - Zypern: Jon Lilygreen & The Islanders "Life Looks Better In Spring"
Das geht ein bisschen in die Richtung von Tom Dice aus Belgien, Singer/Songwriter Pop, unprätentiös, aber langweiliger als Dice. - United Kingdom: Josh "That Sounds Good To Me"
Gesetzter Finalist - klingt wie eine alte StockAitkenWaterman Produktion, man wartet irgendwie auf Rick Astley. Die werden wieder abgeschlagen auf den letzten Plätzen landen. - Spanien: Daniel Diges "Algo pequeñito"
Gesetzter Finalist - ein wenig too much wie ich finde. - Frankreich: Jessy Matador "Allez Ola Ole"
Die Franzosen versuchen sich im Sommerhit. Das ist was für die Strandbar, nicht für den ESC. Werden aber Stimmung machen, da bin ich sicher. - Norwegen: Didrik Solli-Tangen "My Heart Is Yours"
Keine Ahnung, den Titel hab ich bisher noch nicht gehört.
Erleichtert bin ich, dass Polen, Holland, die Grazien aus Kroatien (O-Ton Peter Urban) und Slovenien nicht weitergekommen sind, sehr anstrengende Songs. Belanglos, dafür aber visuell der reinste Horror waren die "Möwe" aus Malta, genauso wie die Waldgeister aus der Slowakischen Republik (Kristina Pelakova). Nix gegen ein bisschen Show, aber man kann alles übertreiben.
Den Harrorw, nein, Miro aus Bulgarien war ebenfalls ziemlich übel. Wo Spiegel-Online da "Emo-Klänge" herausgehört haben möchte, weiß ich nicht genau, für mich war das reinster Eurodance-Schrott.
Schweden dürfte jetzt Staatstrauer tragen, auch sie sind nicht weiter. Leid tut es mir um den sympathischen Estländer Malcolm Lincoln, dessen Titel "Siren" es nicht ins Finale geschafft hat, hat mir nämlich richtig gut gefallen. Auch Inculto aus Litauen fand ich ganz nett und hätte sie gerne am Samstag nochmal gesehen.
Freue mich auf den morgigen Abend. Um 21.00 Uhr geht's los im Ersten - nach dem Wort zum Sonntag, wie passend *g*.
Montag, 20. Juli 2009
Eurovision Song Contest 2010 doch mit Hilfe von Raab
Die Netzeitung schreibt heute, dass Stefan Raab nach langen Verhandlungen mit der ARD nun doch in die Vorauswahl des dt. Teilnehmers involviert sein.
Der Plan klingt kompliziert, ist aber ganz simpel: es wird insgesamt 8 Sendungen geben, in denen 20 durch ein bundesweites Casting ausgewählte Künstler gegeneinander antreten. 5 Auswahlshows, die allesamt auf Pro7 ausgestrahlt werden, dann ein Viertelfinale - dieses sendet die ARD -, ein Halbfinale (wieder Pro7) und schlussendlich das Finale in der ARD. Über die Kandidaten wird eine Jury entscheiden, bestehend aus Raab und ausgewählten Vertretern der "Musik- und Entertainmentbranche" (ich hoffe jetzt nicht, dass dies bedeutet Thomas Stein und DJ Bobo *lach*). Da wird man dann nächstes Jahr wieder staunend feststellen, wen man da am 29.05.10 nach Oslo schickt, Stefan Raab traue ich zwar eine bessere Auswahl der Musikstücke zu, anderen Jurymitgliedern aber nicht unbedingt.
Montag, 18. Mai 2009
Nach dem ESC ist vor dem ESC
So frage ich mich alljährlich, warum man sich nicht einfach mal weniger Druck aufbürdet, statt dass man die gesamte Veranstaltung zu einem Viertel (von unseren Gebühren) bezahlt und daher meint, unbedingt gewinnen zu müssen? Etwas weniger Finanzspritze und eine Bewerbung wie von allen anderen Teilnehmerstaaten auch, die vielleicht schon im Halbfinale endet (Risiko also inkl.), und dann trauert man ein wenig und versucht es im nächsten Jahr wieder. Das wäre doch viel entspannter. So wie jetzt wirkt es immer, als wäre da ein Krieg zu gewinnen und kein popeliger Song Contest.
Jetzt werden sich also wieder alle überschlagen, mit neuen und besseren Ideen. Ich warte schon auf den Kommentar von Ralph Siegel, und Bohlen wird sagen, wenn wir da einen Daniel Schuhmacher hinschicken würden, hätten wir bessere Chancen. Jeder meint, die Lösung parat zu haben, keiner denkt daran, dass dieser Wettbewerb einfach in erster Linie Spaß machen und den Ländern die Chance geben soll, sich da musikalisch zu präsentieren und den Contest ins eigene Land zu holen, um den Tourismus anzukurben. Dabei scheint der NDR auch nicht geschnallt zu haben, dass der ESC in Deutschland einen ganz anderen Stellenwert hat. Hier ist es bloß musikalische Unterhaltung, ein bisschen lästern oder ganz ignorieren, weil man das alles peinlich findet (genauso wie auch keiner DSDS guckt). Während in anderen Ländern da ein ganz anderes patriotischen Gefühl mitschwingt. Da möchte man, dass sein LAND gewinnt, damit man sich beim Sieg und der Ausrichtung des nächsten ESC ganz toll präsentieren kann. Da ist man stolz auf die Künstler, die man da hinschickt und drückt ihnen die Daumen, selbst wenn der Song nicht ganz dem eigenen Musikgeschmack entspricht. So fahren die Künstler anderer Länder teilweise mit ganz anderem Rückenwind im Gepäck zu ihrem Auftritt. Deswegen können die Franzosen auch eine Patricia Kaas schicken und für England entblödet sich Sir Andrew Lloyd Webber (dessen Musik man gerne hassen kann, seine wichtige Position im Musik und vor allem Musical-Geschäft darf man jedoch nicht ignorieren) nicht, am Piano zu sitzen.
Das Grundverständnis ist bei uns völlig anders. Ob der Song gut oder schlecht ist, peinlich ist der ESC doch irgendwie ein bisschen. Wenn man eine höhere Platzierung ergattert, wie mit den Spaßsongs von Horn und Raab, dann freuen sich alle gemeinsam, und wenn man hinten landet, dann habens eh alle gewusst. Ich nehme mich von dieser Haltung auch nicht aus, schließlich sitze ich mit meinen Freunden einmal im Jahr zusammen in voller Erwartung, das alles Scheiße zu finden. Warum man also in der ARD daraus jedesmal so einen Staatsakt machen muss, verstehe ich nicht.
Wenn ich dazu auch noch vergleiche, was sich Serbien im vergangenen und Moskau in diesem Jahr haben einfallen lassen, in Sachen Bühnenbau und -dekoration und dann daran denke, wie unsere Echo-Verleihung aussah, dann wäre mir sowieso lieber, der ESC käme nicht nach Deutschland, wo wir uns dann so präsentieren würden. Am besten mit Schöneberger und Pocher als Moderatorenteam *lach*. Nee.
Samstag, 16. Mai 2009
Nachlese - der ESC 2009
Es ist jetzt Viertel vor Drei morgens, ich bin gerade heimgekommen von unserer alljährlichen Lästerrunde zum Eurovision Song Contest, in der wir diesmal eigentlich gar nicht soo viel zum Lästern hatten, erstaunlicherweise. Ganz ohne Alkohol, sondern mit Kinderbowle, Häppchen, Rohkost und Dips, die von unseren Freunden wieder liebevoll zusammengestellt wurden (ein Dankeschön an dieser Stelle) mussten wir am Ende ernüchtert feststellen, dass wir dieses Jahr einen der besseren Grand Prixs der letzten Jahre gesehen haben. Dass keiner von uns mit dem Siegertitel zufrieden ist, steht da natürlich auf einem anderen Blatt. Diese komische kindliche Zac-Efron-Lookalike Grinsebacke Alexander Rybak, der erst mit einem irischen Gute Laune Sound antäuschte, um dann in eine Popmusical-Nummer hineinzuschlenzen, deren Refrain er unverständlicherweise ins Mikro schreien musste, ist halt überhaupt nicht mein Ding. Wenn gute Laune, dann bitte aus Moldawien! Der Kommentator Tim Frühling konnte es leider überhaupt nicht mit Peter Urban aufnehmen, ich glaube, Frühling fand irgendwie alles toll. Zynismus, Bissigkeit, Sarkasmus, überhaupt Humor - Fehlanzeige. Ich finde ja, dass man diesen Contest nicht so bierernst nehmen sollte. Einzig nennenswerter Kommentar: Als Rybak am Ende als Sieger auf der Bühne stand und nach seinen Eltern Ausschau hielt, meinte Frühling "Der kleine Alexander möchte bitte von der Bühne abgeholt werden" - da musste ich dann schon sehr lachen. Die Moderatoren waren diesmal besser als beim Halbfinale, unaufdringlich, hielten sich im Hintergrund. Warum einige der aus den jeweiligen Ländern zugeschalteten Leute, die die Votings abgeben, glauben, da eine 2minütige Personalityshow abziehen zu müssen, weiß ich immer nicht. Was mich ein wenig irritiert hat, war die Tatsache, dass offenbar alle Künstler, die erst durch ein Halbfinale mussten, nur eine Bühnengarderobe dabei hatten. Warum zieht man denn zum Finale nicht was anderes an? Das die Klamotten auch immer auf das Bühnenbild und die Show abgestimmt sind, ist klar, trotzdem muss doch ein wenig Flexibilität möglich sein. Übrigens, gutes Stichwort: das Bühnenbild war wieder oberklasse. Moskau hat hier definitiv geklotzt und nicht gekleckert.
Aber der Reihe nach, mal gucken, was ich noch von diesem Abend erinnern kann (nach einem nächtlichen Spaziergang über die Warschauer Str. bin ich jetzt eh wieder putzmunter) - ich gehe mal die Plätze ab:
Platz 1 Norwegen Alexander Rybak "Fairytale" siehe oben. Kein Lied, das mir gefallen hat.
Platz 2 Island Yohanna "Is It True?" Wunderschöne Frau, grandiose Stimme, langweiliger Song und potthässliches Kleid.
Platz 3 Aserbaidschan Aysel & Arash "Always" Übelster Schund, wenn Sie diesen Song mögen, dann könnte Ihnen auch Dr. Alban gefallen... Und wer diese Klamotten kreiert hat, gehört gefoltert. Übrigens ein neuer Trend: Miniröcke, die so kurz sind, dass sie gerade noch die Scham bedecken.
Platz 4 Türkei Hadise "Düm tek tek" Nicht der beste Song der Türkei, tut zwar nicht weh, aber vierter Platz meiner Meinung nach unverdient
Platz 5 UK Jade Ewen "My Time" Och Gott, ob da nun Andrew Lloyd Webber am Klavier gesessen hat oder wer anders hat den Braten nicht fett gemacht. Der Song ist nett, würde ich ihn im Radio hören, würd ich nicht wegschalten. Schön für die UK, dass sie mal wieder mit was Gutem auf die vorderen Plätze gelangt sind.
Platz 6 Estland Urban Symphony "Rändajad" Sehr ruhiger Song, ohne Firlefanz vorgetragen, hat mir sehr gut gefallen! Mein persönlicher Platz 5.
Platz 7 Griechenland Sakis Rouvas "This Is Our Night" Dieses hüpfende Becken nach vorne stoßende schmierige Etwas da auf der Bühne empfand ich als Beleidigung der Zuschauer. Absolut ätzend, wenn das sexy sein sollte, dagegen kommt ja Ricky Martin richtig männlich rüber.
Platz 8 Frankreich Patricia Kaas "Et s'il fallait le faire" Mme Kaas hat eine grandiose Stimme und hat hier wieder den Chanson in den ehemaligen Chanson-Wettbewerb gebracht. Trotzdem, der letzte Biss hat dem Song leider gefehlt.
Platz 9 Bosnien-Herzegowina Regina "Bistra Voda" Ein wenig zu theatralisch. Wenn die Türkei Popcorn-Movie war, dann ist dies Arthouse. Jedoch kein schlechter Titel.
Platz 10 Armenien Inga & Anush "Jan Jan" MEIN absoluter Lieblingstitel. Unsere Freunde fanden den ganz grausam, ich werde nachher bei iTunes nach dem Titel schauen, toller Rhythmus, orientalisch, folkloristisch aber trotzdem modern und tierisch tanzbar. Mein persönlicher Platz 1.
Platz 11 Russland Anastasija Prichodko "Mamo" Mal abgesehen davon, dass die Künstlerin offenbar die nächste Gardine gegriffen und sich über den Busen geschnallt hat, war das ein anstrengendes Lied. Nicht mein Ding, wenn ich jedoch zugeben muss, dass der Trick, sie über die Monitore im Hintergrund äußerlich altern und zu ihrer Mutter werden zu lassen, irgendwie gut gedacht war.
Platz 12 Ukraine Svetlana Loboda "Be My Valentine" St.Pauli Schlampen aus der Ukraine in Moskau. Sorry, aber das war unterste Schublade!! Aber Frau Uhse oder Tante Orion bedanken sich bestimmt für den Kauf der Bühnengarderobe. Der Song war im Übrigen auch schlecht, und Svetlana sang ein wenig neben der Melodie.
Platz 13 Dänemark Brinck "Believe Again" Aus der Sparte "tut nicht weh", aber zuviel Ronan Keating, den ich auch nicht mag.
Platz 14 MoldawienNelly Ciobanu "Hora Din Moldova" Genau mein Geschmack. Pfeffer im Arsch aber nicht nuttig, toller Sound, Folklore plus modern, Spaß auf der Bühne, meine Beine, die sofort mittanzen wollten. Mein persönlicher Platz 2.
Platz 15 Portugal Flor-de-Lis "Todas As Ruas Do Amor" Beim 2.Mal hören nicht mehr ganz so schön wie im 1. Halbfinale, aber trotzdem schon aufgrund des Prilblumen-Bühnenbilds eine Wohltat. Mein persönlicher Platz 4.
Platz 16 Israel Noa & Mira Awad "There Must Be Another Way" Guter Gedanke, aber leider völlig langweilig und austauschbar.
Platz 17 Albanien Kejsi Tola "Carry Me In Your Dreams" Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an den Song erinnern, muss also weder toll noch grottenschlecht gewesen sein.
Platz 18 Kroatien Igor Cukrov ft. Andrea "Lijepa Tena" KÖRPERVERLETZUNG! Boah war das schlecht. Und dann dieses Schleimchengetue des Sängers. Und die Reiterstiefel!!! Ganz schlimm!
Platz 19 Rumänien Elena "The Balkan Girls" Naja. Also. Die Blumenmädchen waren nett anzusehen, die Sängerin hübsch, und der Titel hätte schlimmer sein können.
Platz 20 Deutschland Alex Swings Oscar Sings ft. Dita van Teese "Miss Kiss Kiss Bang" Also jetzt mal ehrlich, wir hatten schon schlimmere Beiträge, und dieser Song war tatsächlich um Längen besser als beispielsweise Griechenlands Beitrag oder Aserbaidschan. Der Titel wurde gut vorgetragen, Herr Loya kann singen, Frau van Teese bringt all ihre Organe offenbar im rechten Oberschenkel unter und war tatsächlich eine Augenweide. Ich fands gar nicht so schlecht und hab nach der Performance durchaus gehofft, dass man so auf den Plätzen zwischen 10 und 15 landet.
Platz 21 Schweden Malena Ernman "La Voix" Schade um ihre schöne Stimme und die offenbare Motivation. Der Titel war jedoch grausig.
Platz 22 Malte Chiara "What If We" Dieser Titel bestand irgendwie nur aus Refrain und war daher auch völlig langweilig.
Platz 23 Litauen Sasha Son "Love" Ruhiger, aber richtig schöner Titel. Hat mir sehr gut gefallen, sehr schön vorgetragen auch von Sasha Son. Mein persönlicher Platz 3.
Platz 24 Spanien Soraya "La noche es para mi" Die Nummer hab ich eigentlich schon wieder vergessen, austauschbar, uninteressant. Und Soraya sah aus, als ginge sie gleich zum lateinamerikanischen Tanzwettbewerb, nein, nicht mein Ding.
Platz 25 Finnland Waldo's People "Lose Control" Bitte sofort zurück in den finnischen Wald. Oder zum nächsten Autoscooter. Diese Nummer hat absolut zu Recht den letzten Platz "ergattert". Das war echt peinlich.
Und weil am Ende der Show auch immer der Gewinner nochmal singen darf, hier für euch mein persönlicher Platz 1, Armeniens Inga & Anush mit "Jan Jan".
Donnerstag, 14. Mai 2009
ESC - 2. Halbfinale, TV-Tipp für Masochisten
Heute Abend um 23.00 Uhr zeigt der NDR das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contest. Heute treten 19 Künstler gegeneinander an, zehn werden es in das Finale am Samstag schaffen. Nachdem ich schon am Dienstag enorme Leidensfähigkeit bewiesen habe, nämlich während des ersten Semifinales, und sogar den bulgarischen Beitrag überlebt habe, werde ich mir vermutlich nachher auch die Aufzeichnung dieses letzten Vorentscheids ansehen. Und natürlich meine Meinung dazu kundtun.
Hier zunächst die heutigen Halbfinalisten
Kroatien - Igor Cukrov feat. Andrea: "Lijepa Tena"
Irland - Sinéad Mulvey & Black Daisy: "Et Cetera"
Lettland - Intars Busulis: "Probka"
Serbien - Marko Kon & Milan: "Cipela"
Polen - Lidia Kopania: "I Don't Wanna Leave"
Norwegen - Alexander Rybak: "Fairytale"
Zypern - Christina Metaxa: "Firefly"
Slowakei - Kamil Mikulcík & Nela Pocisková: "Let'Tmou"
Dänemark - Brinck: "Believe Again"
Slowenien - Quartissimo feat. Martina: "Love Symphony"
Ungarn - Zoli Ádok: "Dance With Me"
Aserbaidschan- AySel & Arash: "Always"
Griechenland - Sakis Rouvas: "This Is Our Night"
Litauen - Sasha Son: "Love"
Moldau - Nelly Ciobanu: "Hora Din Moldova"
Albanien - Kejsi Tola: "Carry Me In Your Dreams"
Ukraine - Svetlana Loboda: "Be My Valentine"
Estland - Urban Symphony: "Rändajad"
Niederlande - De Toppers: "Shine"
Mal gucken, wer mir heute Schmerzen zufügt.
Dienstag, 12. Mai 2009
Live Ticker zum 1. ESC-Halbfinale *lol*
Gabs das immer schon, dass es zu Beginn so ein kitschiges Intro gab. Hier haben wir was von Drachen und Feuervögeln oder so. Die Präsentatoren bestehen wieder aus einem Model und einem Allzweckmoderator, der neben seiner Partnerin aussieht wie ihr kleiner Bruder. Das arme Ding von Model sieht hungrig aus und total verbaut, weil ihre eh schon langen Beine in gefühlten 50cm Heels stecken.
Glücklicherweise haben wir Ralph Siegels Song gleich als erstes, d.h. in der Regel ist er auch schnell wieder vergessen. Und das ist auch gut so, wie ich gerade im Laufe der nicht getroffenen Töne von Andrea Demirovic feststelle. Der Tänzer ist peinlich. Wobei, der arme kann vermutlich gar nichts dafür, sondern der Choreograph, der sofort an den nächsten Baum gehängt werden sollte. Haha, eigentlich ist das nur der Versuch Siegels, auch mal einen "pfiffigen" Song zu bringen *lach*.
Au ja, die Tschechen gefallen mir. Oh, die müssen weiter. Schön bekloppt, singen kann der Frontmann auch nicht, aber im Superhelden-Kostüm ist der ganz witzig. Da fehlt nur ein bisschen Musik im Hintergrund.
Belgien bringt Elvis. Oder doch eher Ted Herold? So Rockabilly Sound mag ich ja. Aber das ist übel. Sind wir hier im Estrel Center? Imitation Show? Die Teilzeitberlinerin meint, der Sänger ist hauptberuflich damit beschäftigt, Paare in Las Vegas zu ehelichen...
Hahahaha. Weißrussland versuchts mit einer rockigen Powerballade. Oder so. Der Guitarrist weint noch alten "Europe"-Zeiten hinterher. Und jetzt kommt Pjotr, der Sänger. Boah. Boah. *sprachlosist*. Ab zu "Reich und schön" mit ihm. Sind denn solche Frisuren noch in? Nein, falsch, keine Soap. Hans Klok!!! Der ist Magier, der gehört nach Vegas zu dem Imitatoren-Elvis von gerade. Das Lied ist jetzt zwar nicht der Hammer, aber immerhin besser als die vorigen drei.
Schweden will mit Popoper (das liest sich lustig) punkten. Der Anfang beginnt wie von Christian Bruhns Captain Future abgekupfert, oh nee, jetzt kommt Eurotrash-Stampf-Beat dazu. Oh Nein. *lach* Das geht gar nicht. Grundsätzlich hübsche Barbie-Kopie, aber der Song ist schlichtweg grottig. Schade um ihre schöne, ausgebildete Stimme. Das mit Christian Bruhn nehme ich zurück, das war beleidigend für Bruhn.
Armenien startet schön orientalisch, da stehe ich ja total drauf. Tolle Stimmen auch von den beiden Frauen Inga & Anush. Also, das ist bisher der erste Song mit Rhythmus, tanzbar. Ich muss zugeben, dass gefällt mir richtig gut. Und auch die Show dazu ist toll. - Nachtrag: der beste Titel des Abends!
Andorra setzt auf Frauenpower und einer Sängerin mit dänischen Wurzeln, die zwar ein niedliches Bild auf der Bühne abgibt, aber nicht so ganz sicher singt. Autsch, das war untertrieben. Okay, der Song tut keinem weh. Man hört Schlimmeres auf RS2. Ah, die "Choreographie" ist von den Sugababes geklaut *LOL*. Warum müssen die Künstler auf der Bühne eigentlich so schlimm von den Windmaschinen angepustet werden? Das würd mich aber nerven, wenn ich da stehen müsste.
Die Schweizer Rockband Lovebugs kommen jetzt. Intro von U2 geklaut. Oder Coldplay? Ach egal. Oh wartet, die Hintergrundmusik ist aber wirklich Coldplay. Wie hieß noch die erste Singleauskopplung aus dem aktuellen Album? Viva La Vida o.ä.? Ups, und der Sänger beherrscht sein Handwerk leider nicht, er singt neben der Coldplay-Musik her. Huch. Nicht schön.
Die Türkei kommt mit Hatise. Normalerweise sind die türkischen Songs für mich immer ein Garant guter Musik. Selten, dass mir was in den vergangenen Jahren nicht gefiel. Der hier ist schwächer, scheinbar 1:1 von Sertab Ereners Siegertitel von vor einigen Jahren abgekupfert. Aber hallo. Ist das vielleicht sogar der gleiche Titel? Schade, letztes Jahr haben sie mit der Rockband Mor Ve Ötesi mal mit den typischen orientalischen Dance Tracks gebrochen. Kein Favorit, da hat mir Armenien besser gefallen. Die Türkei hat es tatsächlich geschafft, die einzige Frau ohne Rhythmusgefühl in den Hüften im Land zu finden *lach*.
Der israelische Beitrag ist zwar schön gesungen von den beiden Frauen (das jüdisch-arabische Duo) Nova & Mira Awad, aber leider belanglos. Und wer hat die beiden angezogen??
Bulgarien - uaargh, kalte Schauer über meinen Rücken, die wollen mich foltern. Das geht doch gar nicht. AAAAAAh ist das ne Perücke? Wer hat denn solche Haare? Da gibt es keine Superlative in Schlecht. Boah, sobald es das YouTube-Video gibt, werde ich euch damit quälen. Autsch aua, weiche Satan, diese Kopfstimme. Das dürfen nur Jesse Hughes, Josh Homme und Matthew Bellamy. Ach, meinetwegen noch Jimmy Sommerville. Aber die könnens wenigstens.
Das russische Moderatorenmodell scheint doch noch sehr jung zu sein. Warum bewegt sich ihre Stirn nicht? So früh schon Botox? Das nur mal nebenbei.
Island kommt mit großem Drama. immerhin kann die Frau singen, aber warum sie sich als Klorollenvolanthalterin verkleiden muss (kennt ihr die Dinger noch von früher?), weiß der Kuckuck. Das Lied ist leider auch sehr anstrengend - und hört nicht auf.
Mazedonien hält sich für rockig. Grandiose Fehleinschätzung... Dazu wirken diese Kinder da auf der Bühne auch noch wie verkleidet. Die wollten eigentlich ne R&B-Boyband werden, aber dann hat der Manager ne andere Richtung vorgegeben. Meine Güte, bisher wirklich nur ein gutes Lied. So viel schlechte Musik in so kurzer Zeit kann einem glatt das Lästern verderben.
Rumänien brachte letztes Jahr ein Mädel, welches sonst an der Grenze anschaffen ging, zumindest trat sie so auf. Elena singt über die Balkan Girls. Oh, und sie ist beinahe angezogen, ein Novum für die rumänischen Beiträge. Singen kann sie auch, hübsch, gar nicht schlecht. Erträglicher Song, nicht toll, aber nicht schmerzhaft.
Die Finnen schicken keinen Rock Act? Oh schade. Ich mochte die finnischen Beiträge sonst, auch letztes Jahr die Teräs Betoni oder wie die hießen. Nein, das ist ein DJ Bobo Verschnitt. Meine Güte. Haben die vor zwei Jahren nicht den Schweizer Beitrag gesehen und daraus gelernt, dass das keine Musik ist, sondern Strafe für die Zuschauer? Ich glaubs echt nicht. Ich will sofort Lordi zurück und nicht so eine Eurodance-Trash-Scheiße. Bin schockiert.
Och, da haben die so nen hübschen Green Room-Moderatoren und schicken stattdessen die Fönwelle nach vorne *kopfschüttel*.
Kurze Werbeunterbrechung
"Sie haben einen Erzfeind, dem Sie zeigen wollen, wo der Hammer hängt? Schenken Sie ihm die offzielle ESC-CD mit allen teilnehmenden Beiträgen."
Weiter mit Portugal. Klingt ein wenig wie Susana Baca zu Beginn, sehr traditionell, schöne Melodie. Das gefällt mir. Flor-de-Lis, nett, die dürfen weiter, die höre ich mir am Samstag gerne nochmal an. Mit Armenien mein Favorit.
Maltas Chiara ist schon zum vierten Mal dabei, okay, sie hat eine schöne klare Stimme, aber was für ein fürchterlich langweiliger Song. Meine Kaninchen verstecken sich unterm Sessel, denen gefällts auch nicht.
Und schon kommen die letzten dieses Halbfinales, die Band Regina aus Bosnien-Herzegowina mit einer angeblichen "revolutionären Liebeshymne". Aha. Den Anfang kenne ich. Och nö, die machen auf Theater auf der Bühne... Aber schöne Stimme des Sängers, und ich höre diese Sprache einfach gerne. Hm einen Tick zu kämpferisch, ja die rote Fahne, wir haben's verstanden. Und man kanns mit Haarwachs auch übertreiben. Kann mir vorstellen, dass der Song einigen Leuten gefällt, mir ists zu theatralisch.
Geschafft. Jetzt ist dieses gespritzte Model wieder da mit der Fönfrisur an ihrer Seite. Der Typ sieht aus wie der Moderator einer trashigen Gameshow. Ich vermisse gerade Peter Urban. Auch Samstag müssen wir auf den grandios bissigen Urban als Kommentator verzichten. Das wird hart. Das Voting hat begonnen.
Die Pausenveranstaltung finde ich definitiv am schönsten an diesem Abend. Ein russischer Chor, der die russischen Standards singt, sicherlich sehr klischeelastig, aber echt schön. Ich mag das. Meinetwegen hätten t.a.t.u. jetzt auch wegbleiben können, aber man muss ja auch die Brücke zur Moderne schlagen.
Viele übliche Verdächtige sind weiter. DJ Bobo wird rotieren, dass die finnische Kopie tatsächlich ins Finale kommt. Ansonsten halt Malta, Boznien - Herzegowina, Türkei, Rumänien, glücklicherweise Portugal, Schweden (unglaublich), Armenien - na ein Glück, ich freu mich, Israel und Island (sei denen gegönnt, die brauchen Werbung, das arme Land). Und es gibt doch eine höhere Macht: Bulgarien ist NICHT weiter. Aber keine Sorge, ich finde noch ein Video von diesem schlimmen Auftritt.
Na dann, Jungs, Schwester, ich freu mich auf unseren Lästersamstag!!
Dienstag, 16. September 2008
Eurovision Song Contest - Back to the roots
Eine ausführliche News zu dem Thema gibt es hier.
Montag, 26. Mai 2008
Ach hört mir doch auf mit der Ostconnection
Viele Blogger hier schreiben auch was von der angeblichen Ostconnection.
Ich verstehe überhaupt nicht, warum das so ein Thema ist. Würden wir Sachsen und Bayern ausgliedern, würden sich Deutschland, Sachsen und Bayern auch gegenseitig Punkte geben. Die Punkte für den türkischen Beitrag, die regelmäßig aus Deutschland kommen, kommen zum großen Teil von der türkischen Bevölkerung in unserem Land. Und wenn schon Ballermann-Saison wäre, hätten wir aus Spanien 12 Punkte erhalten.
Bevor es die "Ostconnection" gab, gab es übrigens schon lange die "Nordconnection", auch Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland haben sich gegenseitig bepunktet. Spanien & Portugal sowie Holland, Belgien, Frankreich - auch so "Mafias". Hat früher keine Sau gestört.
Deutsche Interpreten haben nun mal das Pech, dass unser Land in der Mitte Europas von den Nachbarn nicht besonders geliebt wird *lach*. Shit happens. Da muss man eben versuchen, ausnahmsweise mal mit guter Musik zu punkten.
Was manche auch vergessen, ist die Tatsache, dass sich viele der heutigen osteuropäischen Länder von einem großen abgesplittert haben, oder durch Bürgerkrieg entstanden sind. Da wohnen aber immer noch die gleichen Menschen wie vorher, d.h. mit dem gleichen Kulturerbe. Wenn Serbien mit einer dramatischen Hymne ins Rennen geht, dann ist es logisch, dass dies auch den Bosniern und Kroaten gefällt. Und ein litauisches oder ukrainisches Lied wird auch den Russen schmecken.
Abgesehen davon: guckt euch doch mal an, was die „bösen Ostländer“ und auch die Südeuropäer an Interpreten auf die Bühne stellen. Die haben schlicht und einfach geschnallt, wie es läuft. Nämlich ohne Show geht gar nichts. Ob Ukraine, Griechenland, Armenien, Russland, Bosnien-Herzegowina, oder Aserbaidschan – mit Pomp, großen Gesten, witzigen Kostümen oder guten Choreografien geht man auf Wählerfang. Insbesondere die Ladies, die dort auftraten - über die jeweilige Musik mag man geschmacklich streiten - hatten Pep. Deswegen kamen Guildo Horn und Stefan Raab damals auch viel weiter nach vorne. Guildo nahm die ganze Bühne ein, rannte ins Publikum, umarmte nichtsahnende Zuschauer, während Raab und Co. in goldenen Glitzeranzügen auf der Bühne den Funk spielten und Stimmung machten. So geht das. Max Mutzke, der zumindest mit einem wunderschönen Song am Contest teilnahm, saß auf einem Barhocker!! Wie spannend.
Und auch dieses Jahr hatten wir vier Grazien auf der Bühne, die offenbar schon Schwierigkeiten hatten, nicht über ihre Schleier zu stolpern mit einer von den Sugababes abgekupferten "Choreografie". Die – obwohl allesamt Traumfrauen – in den ungünstigen Klamotten aussahen wie vier Presswürste, bei Sandy auch der Rock hoch rutschte bis zum geht-nicht-mehr und obendrein mit einem langweiligen Song an den Start gingen. Die Mädels hätten noch so toll singen können, so zaubert man keine Stimmung und bleibt mit einem Startplatz Nummer vier auch nicht in den Köpfen der Zuschauer hängen.
Angebliche Ostconnection hin oder her – für Deutschland wäre viel mehr drin gewesen, mit einem besseren Lied, ein bißchen mehr Pfeffer im Arsch und einer tollen Show.
Sonntag, 25. Mai 2008
Nachwehen zum Eurovision Song Contest
Show ist alles, Leute. Wann lernt das endlich mal jemand bei uns zuhause?
Ach, diese Welt ist einfach nicht für Rock gemacht. Soviel nämlich zu meinen Favoriten: hätte gerne entweder Finnlands Teräsbetoni (Terrassenbeton *g*) mit "Missä miehet ratsastaa" oder die Türken Mor ve ötesi mit "Deli" auf dem ersten Platz gesehen. Meinetwegen auch noch Norwegen, deren Sängerin Marika Haukaas Storeng wenigstens auf Platz 5 landete mit ihrem hübschen Popsong "Hold on to be strong" und sich schon rein äußerlich von der restlichen Melange aus Hupfdohlen und Walküren angenehm hervortat. Hey und zur Not fand ich Frankreichs Sébastien Tellier mit seinem Milkyway-Song "Devine" auch noch ganz lustig.
Und kann man kein Verbot gegen abgesaugte, operierte Schwedinnen aussprechen? Sowas will ich dort nicht wieder sehen. Und Amis go home oder bleibt zuhause, nicht zurück ins Heimatland, oder Polen heiraten, nur um dann die Augen der Eurovision Song Contest Zuschauer zu strafen mit einem 34zahnigen, gebleachten Oberkiefer (O-Ton Freund). Aua. Vor der Portugiesin hatte ich übrigens Angst. Das sollte auch mal erwähnt werden. Ich möchte aber noch eine Lanze für die Briten brechen, die leider mit uns und Polen gemeinsam den letzten Platz bekleideten. Von uns Losern hatten sie ohne Frage den besten Song und im Hinblick auf die gesamten letzten 5 Jahre definitiv den besten britischen Song dabei. Der ging wenigstens in die Hüfte. Das die No Angels ganz unten landeten hat mich jetzt nicht groß überrascht. Schlechter Song, schlechte Show, schlechter Platz - die Rechnung geht ganz einfach. Habe ich das eigentlich richtig verstanden? War Israels Sänger Boaz Mauda vorher wirklich Viehhirte? Wann gibts das israelische Bauer sucht Frau? *räusper*
Zuguterletzt noch ein Wort an die bösen Menschen, die das Moderatorenpaar eljko Joksimović und Jovana Janković einkleideten. Den Auftakt mit dem von Kopf bis Fuß in Lavendel gekleideten eljko kann man nicht wieder gutmachen. Der Arme musste auch weiterhin in viel zu engen Konfirmandenanzügen auf die Bühne, während die ansonsten zwar sehr dünne aber hübsche Jovana ihren Busen in diesen schrecklichen Kleidern in der Taille suchen musste. Völlig unvorteilhaft gekleidet, ganz schlimm. Sie hatte den ganzen Abend über mein Mitleid. Die beiden im Green Room dagegen nicht. Glücklicherweise habe ich mir deren Namen nicht gemerkt, aber die waren ja schlimmer als VIVA-Moderatoren auf Speed.
Und bevor ich schließe noch ein letztes Wort zu Peter Urban. Der Mann wird älter. Braucht offenbar von Jahr zu Jahr länger zum Warmlaufen. 2007 kamen böse Kommentare von ihm erst ab Song 7, dieses Jahr fand er sogar bis zum 9. Lied alles ganz nett, bis es dann endlich bei der Schwedin aus ihm rausbrach - zu unser aller Freude.
Ja. War wieder nett der Grand Prix :)
Freitag, 11. Mai 2007
Halbfinale Grand Prix d'Eurovision de la Chanson
Eric Papilaya aus Österreich mit dem Titel "Get a Life - Get Alive" hat mir tatsächlich auch gut gefallen, ein schöner Radiosong, bei dem man in der Küche Gemüse schnippeln kann, Fenster putzen, o.ä. Tut keinem weh - im Gegensatz zu manch anderen Beiträgen, die man gestern nacht zu hören bekam.
Nichts neues, aber tut-nicht-weh war auch der Titel aus der Türkei von Kenan Dogulu "Shake it up Sherkerim", der so ziemlich auf der gleichen Welle schwomm wie der damalige Siegersong (wars vor 3 Jahren?) von Sertab Erener. Netter Sommerdancetrack mit orientalischem Einschlag.
Ungarn, Türkei und Serbien sind am Samstag im Finale dabei. So viel zum Positiven.
Zur Verzweiflung treibt mich gerade die Tatsache, dass ich mir am Samstag aber erneut den bulgarischen Beitrag "Water" von Elitsa Todorova & Stoyan Yankulov geben muss. Außerdem diesen hochnotpeinlichen italienischen(!) (die Möchtegern-Tenöre oder so) Beitrag aus Lettland (!), den weißrussischen Wayne Carpendale-Verschnitt Dimitry Koldun mit "Work your magic" und das Gekiekse aus Georgien von Sopho Khalvashi "Visionary Dream". Das ist schlimm. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass die magere Ausbeute von 28 Halbfinalteilnehmern, vier gute bis erträgliche Titel waren (na, okay, Moldau mit diesem Rasseweib Natalia Barbu und ihrem Song "Fight" war auch nicht ganz übel und wenigstens nett anzuschaun). Und man davon ausgehen muss, dass die Qualität der bereits im Vorfeld feststehenden Finalisten vermutlich auch nicht besser ist.
Ich freue mich dennoch auf den Samstag und die Zusammenkunft unserer kleinen Lästerclique und mit viel Glück erfreuen mich dann noch (zu den o.g. Beiträgen) die Titel aus Schweden (The Ark) und Deutschland (Cicero).
P.S. Lustig fand ich, wie Kommentator Peter Urban sich am Anfang richtig zusammengerissen hat und mir schon fast seine bissigen und manchmal leider fast chauvinistisch-angehauchten Kommentare fehlten. Er hielt das aber nicht lange durch. Nachvollziehbar. Meine Schmerzgrenze war ja bereits nach dem dritten Song erreicht, er konnte sich ab Mitte der Show nicht mehr zurückhalten.
P.P.S. Und mal ehrlich, ist dieser Klamottentrick, den die Lettin Marie N 2001 eingeführt hat, nicht langsam durch?