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Montag, 5. November 2007

Kaiser Chiefs, Berlin, Columbiahalle (04.11.07)

Ja, so kanns gehen. Da hatte ich mich nur auf einen "netten", poppigen Abend eingestellt und war völlig überrascht, als
1. lauter Teeniemädchen mit mir vor der Bühne standen
2. die Stimmung in der Columbiahalle so klasse war wie selten
3. die Isländer Jakobinarina als erster Support Lust auf mehr machten
4. und die Kaiser Chiefs letztendlich 80 Minuten lang gerockt haben wie Sau.

Zu 1. Okay, wäre ich 16 oder 17 Jahre alt, würde ein Ricky Wilson-Poster in meinem Jugendzimmer gleich neben Shia Le Bouef hängen. Der Kaiser Chiefs-Frontmann ist ein ziemlich sympathisch wirkender, allzeit hüpfender und agiler Wonneproppen mit mächtig Spaß an seinem Job. Und das überträgt sich auf die Zuschauer und bringt Mädels zum Schwärmen. Nachvollziehbar.

Zu 2. "Frenetischer Jubel" beschreibt es wohl am besten.

Zu 3. Die Isländer haben Jakobinarina. Wir Tokio Hotel. Muss ich schreiben, welches Land besser dran ist? Die Band - bestehend aus sechs Jungs, die definitiv nicht älter als 17, 18 sind - rocken ziemlich gut und, so cool sie ganz offenbar auch wirken wollen, sind dabei ziemlich drollig. Sänger Gunnar Ragnarsson quatschte entspannt in fast akzentfreiem Deutsch mit dem Publikum und hatte offenbar Freude am Tanzen. Wie meinte er nach dem 30 minütigem Set? Er sei nach einer halben Stunde auf der Bühne völlig fertig und die Kaisers machen das anderthalb Stunden lang, Respekt.
Tja, das ist dann aber auch der Punkt, an dem man feststellt, dass man keine 20  mehr ist: wenn man in einem Rockkonzert vor der Bühne steht und Muttergefühle bekommt *lachtot*.

Zu 4. Die Briten aus Leeds haben's definitiv raus, eingängige Melodien zu schreiben und live ihr Publikum zu rocken. Dabei kommen sie echt nett rüber, völlig ohne Attitüde und scheinen selbst immer noch überrascht davon zu sein, dass ihnen die Leute zujubeln. Das Schöne an der Musik der Chiefs ist, dass in den Titeln viele "Na Na Nas", "Ah-has", "Whoo-hoos" und "La la las" vorkommen, das lädt ja geradezu zum Mitsingen ein. Das hatte dann auch den Effekt, dass Frau Flinkwerts Stimme inmitten der letzten Zugabe bei der Textzeile "Oh my God, I can't believe it, I've never been this far away from home" kippte und ich dem Busfahrer im Anschluß nur noch ein "Guten Abend" zuhauchen konnte. Kann den Abend nur als vollen Erfolg beschreiben. Schweißtreibend und euphorisierend.

Randnotiz:
Silversun Pickups, der zweite Support aus Californien, waren schrecklich langweilig und haben leider auch ein Faible für nicht endenwollende Lieder *nerv*.
Setlist:
1. Everything Is Average Nowadays
2. Everyday I Love You Less And Less
3. Heat Dies Down
4. Born To Be A Dancer
5. Ruby
6. I Can Do It Without You
7. Modern Way
8. High Royds
9. Retirement
10.Thank You Very Much
11.Na Na Na Na Naa
12.I Predict A Riot
13.Take My Temperature
14.The Angry Mob
--
15.Love's Not A Competition
16.Oh My God

Da ich mittlerweile keinen Fotoapparat mehr in ein Konzert schleppe, gibts hier keine Fotos. Wer sich ein Bild von den Livequalitäten dieser sehr geilen Band machen will, der guckt sich dieses YouTube-Video an.