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Sonntag, 19. Juni 2011

Foo Fighters, Wuhlheide Berlin, 18.06.2011

Mein viertes Foo Fighters-Konzert, und schon zweimal habe ich von ihren Livequalitäten in diesem Blog geschwärmt. Viel will ich deshalb über das gestrige Konzert in der Wuhlheide gar nicht schreiben, dennoch waren einige Dinge noch besser als sonst (Bilder anklicken für Originalgröße):

Grohl021. Die Foos haben ganz offensichtlich einen Deal mit dem Wettergott ausgehandelt, anders kann man es sich nicht erklären, dass an einem von Regenschauern geplagten Samstag pünktlich zum Konzertbeginn die Wolkendecke aufbrach und wir die Foos noch in der Abendsonne und später in sternenklarer "Nacht" erleben durften.

BoH012. Die Band of Horses waren endlich mal eine Band, die stimmungstechnisch und in Sachen Melodik ein richtig passender Support war, sie gaben sozusagen die Richtung vor, überzeugten mit einem guten Set (leider ohne "Compliment"). Und bekamen zwischendurch Unterstützung von Foos Keyboarder Rami Jaffee.

FF053. Obwohl simpel gehalten, war das Konzept der Hauptbühne unglaublich ansprechend, man sah einfach gerne hin und wurde nicht durch permantentes Geblitze und Geflacker geblendet. Stattdessen wurde mit Lichtkompositionen gearbeitet, die eher Ruhe ausstrahlten, besonders dieses smaragdgrüne Licht, in das die Bühne während "Stacked Actors" getaucht war, war der absolute Hammer. Und natürlich der Vorhang, der zwischendurch hinter Taylor Hawkins' Rücken heruntergezogen wurde.

Laufstegputzer24. Dave Grohls Laufsteg (den er leider zu selten genutzt hat, wie ich fand). An der Front des Stegs stand ich, war damit zwar etwas weiter von der Bühne entfernt, hatte dafür aber einen relativ unbehinderten Blick auf die Band. Und der supernette Security Mensch vor uns hat sich bemüht, nicht immer denselben Personen vor der Nase zu stehen. Überhaupt waren die Securities extrem nett, das ist eigentlich einen extra Punkt wert. Gelacht haben wir eingangs, als zwei arme Hascherl dafür sorgen mussten, dass der Steg nach den Regenschauern wieder "begehbar" ist und diesen mit weißen (!) Handtüchern trockenwedelten.
5. Absolut gekonnt war am gestrigen Abend die Zusammenstellung der Setlist. Die Mischung aus alten Gassenhauern und neuen Titeln, aus ruhigeren und lauteren Songs hätte einfach nicht besser sein können. Die ohnehin schon sehr gute Stimmung unter den 17.000 Leuten in der ausverkauften Wuhlheide wurde duch das Auf und Ab zwischen Partysongs und Gänsehautfeeling nur weiter angeheizt, hier hat man sich offenbar wirklich nen Kopf gemacht. Und die Setlist sah so aus:
Bridge Burning, Rope, The Pretender, My Hero, Learn To Fly, White Limo, Arlandria, Walk, Breakout, Cold Day in the Sun, Stacked Actors, Generator, Monkey Wrench, Let It Die, Wheels, Times Like These, Young Man Blues (Mose Allison Cover), Shake Your Blood (mit Lemmy), All My Life, Best of You, Skin and Bones, Everlong.
Grohl096. Das ist zwar nicht neu oder ungewöhnlich - zumindest für diejenigen, die die Foos schon mal live gesehen haben - Dave Grohl war wieder mal zum Anhimmeln bezaubernd. Bezaubernd im Sinne von: verspielt, rockend, mit Spaß an seinem "Job", dem "Was kostet die Welt"-Grinsen und parallel dazu einer sympathischen Bescheidenheit. Und manchmal neigt man dazu zu glauben, dass die Band dadurch ins Hintertreffen gerät, aber die liefern immerhin den 1A-Sound und haben sich mittlerweile zu fantastischen Musikern entwickelt. Der einzige in der Band neben Grohl, der noch sowas wie Starappeal hat, ist Schlagzeuger Taylor Hawkins, ein absoluter Könner an den Drums und auch ein nicht ganz unfähiger Sänger, wie er bei "Cold Day In The Sun" mal wieder bewies.
FF_Lemmy_017. Lemmy war da. LEMMY!!!! Die Story dazu von Grohl: ein gewisser alter Kumpel hätte sich morgens um 4 per SMS bei ihm gemeldet und gefragt, ob er und sein Mädel beim Berliner Konzert abhängen könnten. Grohl hielt das für ne gute Idee und schlug gleich vor, gemeinsam was zu singen. Tja, und dann wurde Motörheads Lemmy auf die Bühne geholt und gemeinsam spielten sie den Probot-Song "Shake The Blood". Ehrlich, das lässt sich nicht toppen!
Einziger Wermutstropfen: Sie spielten zwar zwei Stunden - aber eine offizielle Zugabe fehlte. Das war irgendwie irritierend, besser wäre es wohl gewesen, kurz vorher eine kleine Pause zu machen und dann "Skin and Bones" und "Everlong" als Zugaben zu spielen, dann hätte man sich am Ende nicht so "rausgeschmissen" gefühlt. Ansonsten empfehle ich diesen zugegebenermaßen wenig sachlichen Konzertbericht der (ausgerechnet!!) B.Z und den hier aus der Süddeutschen Zeitung.
Wer will, kann sich noch meinen in leider mieser Qualität mitgefilmten Mitschnitt des gut vierminütigen Instrumentals von "Stacked Actors" angucken.

Dienstag, 15. Februar 2011

Musik: Foo Fighters - White Limo

Da ich momentan eh keine Zeit habe, über Filme zu bloggen (das ändert sich hoffentlich am Wochenende, wenn ich mal wieder dazu komme, ins Kino zu gehen), fülle ich den Blog noch mit ein bisschen Musik, das geht auch viel schneller *lach*.
Hier das erste Videohäppchen zum bald (im April) erscheinenden Foo Fighters Album "Wasting Light", welches angeblich das bisher härteste sein soll. "White Limo", in dem kein Geringerer als Lemmy Kilmister mit an Bord ist, lässt ja schon mal hoffen (wobei das Filmchen an sich herrlich trashig und amateurhaft daherkommt).
Ach ja die Foo-freie Zeit hat bald ein Ende, und ich freu mich jetzt schon auf viel Lärm in der Berliner Wuhlheide im Juni.



Ob sie den Regisseur für das Video so gefunden haben?

Dienstag, 5. Oktober 2010

Hat Dave Grohl die Scissor Sisters auf 75 Mio $ Schmerzensgeld verklagt?

Das hier habe ich via Laut.de gefunden. Auf der Scissor Sisters Website ist ein Interview zwischen Dave Grohl und dem Scissor Sisters Nachrichtenmoderator zu sehen, in dem Grohl von seinem traumatischen Konzertbesuch berichtet, der ihn langfristig so schockiert hat, dass er seither mit Panikattacken und anderen Folgen leben muss: Jake Shears zog sich bei einem Scissor Sisters Konzert bis aufs Höschen aus, und Grohl kommt über den Anblick der Hoden nicht mehr hinweg *lach*.
Das ganze Ausmaß des Schreckens in diesem Video:

Dienstag, 8. Dezember 2009

Them Crooked Vultures, 07.12.2009, Columbiahalle Berlin

Achtung, das wird ein langer Eintrag.
Es gibt Konzertabende, die vergisst man niemals. Mein erstes KISS-Konzert z.B. in der Deutschlandhalle damals. Vor einigen Jahren ein Endfuffziger David Bowie, der uns nach fast drei Stunden Show in der Max-Schmeling-Halle völlig ausgepowert entließ und selbst völlig munter von der Bühne ging, während wir aus der Halle krochen, oder R.E.M. 2001 auf der Kölner Domplatte. Dann auch noch mein erstes QOTSA-Konzert 2001 oder Aerosmith Anfang der 90er. Das sind Konzerterlebnisse, an die man sich auch nach Jahren fast noch minutiös und vor allem gerne erinnert.


Them Crooked Vultures - die Supergroup bestehend aus Led Zeppelins John Paul Jones (Bass), Foo Fighters' (und Nirvanas) Dave Grohl (Drums) und QOTSAs Josh Homme (Gitarre/Gesang) spielten gestern in Berlin, nur wenige deutsche Auftritte waren den Fans auf der Europatournee vergönnt. Supergroup - ein Begriff, der bei mir immer leichte Irritationen auslöst, weil das Risiko einer grandiosen Enttäuschung einfach sehr hoch ist. Gerade live hätte es zwei negative Möglichkeiten geben können: 1) die Megaegos der jeweiligen Musiker sorgen dafür, dass sie sich gegenseitig im Weg stehen und man ihre Darbietung höchstens als sperrig bezeichnen könnte, oder 2) der alles überbordende Respekt zweier Jungspunde (ich glaub, das kann man bei Grohl und Homme noch sagen) gegenüber einer Musikerlegende wie Jones wirkt wie eine Barriere, und sorgt dafür, dass die Musik nicht homogen wirkt.
Beide Sorgen waren unberechtigt. Gut, das zeigte sich sicherlich auch schon auf dem Mitte November erschienenen selbstbetitelten Album, auf welches ich in meinem November-Rückblick noch detailliert eingehen werde. Doch so sehr ich das TCV-Debüt auch liebe, bleibt natürlich immer die Frage, wie das alles live klingt. Beim ersten Durchhören des Silberlings ließ sich feststellen, dass insbesondere Josh Homme mit seinem QOTSA-Sound dem Dreiergespann deutlich den Stempel aufgedrückt hat, zudem wurde er von Grohl und Jones auch noch dazu verdammt, die Frontsau zu spielen, weil die anderen beiden sich zierten (hierzu gibts ein schönes Interview in der Jubliäumsausgabe der Visions). Jedoch bei dem gestrigen Live Konzert sah die Sache schon ein bisschen anders aus, die Songs hatten immer noch einen Hauch QOTSA am Leib, aber entwickelten sich doch zu etwas Eigenständigem, zu einem absolut perfekten Sound. Aber der Reihe nach.
Sweethead eröffneten den Abend, hierzu habe ich bereits etwas geschrieben. Nach einer kurzen Umbaupause kamen Dave Grohl, Josh Homme und John Paul Jones auf die Bühne und wurden komplettiert von dem Multiinstrumentalisten Alain Johannes, der manchem - wenn man wie ich QOTSA-Fan ist - vielleicht schon ein Begriff war. Noch ehe auch nur ein einziger Ton gespielt wurde, wurde die Band frenetisch vom Publikum gefeiert, locker zwei Minuten vergingen, "John Paul Jones"-Sprechchöre erklangen (nicht das einzige Mal an diesem Abend, übrigens wurde der Mann deswegen verlegen, um dann von Homme aufmunternd angelächelt zu werden - irgendwie niedlich), bis Homme sich fassungslos an die Menge wandte und nur noch sagen konnte "I love you". Man nahm seine Positionen ein und los gings mit "Nobody Loves Me & Neither Do I" - auch der Opener auf dem Album. Ein Stück, welches Bluesrock neu definiert und mit einem letzten Drittel aufwartet, welches insbesondere live einfach nur noch als geil zu beschreiben ist. Testosteron pur, Kerle-Beats, die Mädchen anmachen *lach*. Kann ich nicht anders beschreiben. Schon zu dem Zeitpunkt war die Halle am Kochen, und auch bei mir hoch oben auf der Galerie wurden Mähnen geschüttelt und entrückte Gesichter entdeckt. Weiter gings mit "Dead End Friends" und "Scumbag Blues". Der geneigte QOTSA-Freund weiß, dass Josh Homme zum einen auf der Bühne nicht sonderlich gesprächig ist und zum anderen nun nicht unbedingt mit einer der besten Live-Stimmen gesegnet ist, was auf CD häufig fast Crooner-mäßig rüberkommt, klingt live oftmals nach Falsett-Gesang. Bei dieser Art von Musik stört das aber nicht weiter. Viel faszinierender war die Tatsache, welcher Qualitätsunterschied zu anderen Bands an diesem Abend zu hören war. Mit den vier Männern auf der Bühne standen dort auch vier absolute Ausnahmetalente, die entweder ein Instrument perfekt beherrschten oder im Falle von beispielsweise Jones oder Johannes gleich mehrere, und die eine außergewöhnliche Musikalität besitzen. Die Klänge von der Bühne waren um vieles klarer, reifer und definierter als ich es von anderen Bands gewohnt bin - auch von früheren Konzerten der Queens of the Stone Age. Dave Grohl und John Paul Jones bildeten mit der Drums/Bass Rhythmsection einen perfekten Klangteppich, ich habe den Bass selten so deutlich herausgehört. Und Grohl ging auf sein Schlagzeug los, als wenns kein Morgen gäbe. Mein lieber Kollege, der gestern auch dabei war, sagte heute ganz richtig, dass er es einfach nur faszinierend fand, mit welchem Automatismus Grohl seine Drums prügelte und zwischendurch immer wieder das Mikro heran- und hinwegschob für seine  Background Vocals. Schneller als meine Augen es manchmal erfassen konnten. Alain Johannes ist eine coole Sau von Gitarrist, der sich zudem perfekt in jede Art von Musikerkonstellation einbringen kann und eigentlich immer ein Gewinn ist. Und Josh Homme - man kann sagen über ihn was man mag, ich halte ihn für einen der besten Gitarristen und Musiker der Gegenwart. Welche Töne dieser Mann seinem Instrument entlockt, das ist schon hohe Kunst, insbesondere da er mit seinen Riffs oftmals die eigentliche Melodie konterkariert, um dann aber wiederum zur Melodie zu singen. Und wenn dann mal 'ne Gitarrensaite reißt, dann hält man die beim Solo mit den Zähnen fest und spielt einfach weiter. Was also die musikalischen Fähigkeiten der Herren anbetrifft, war das gestern Abend ein absoluter Aha-Effekt.
Zur Atmosphäre lässt sich folgendes schreiben. Seit 2001 gehe ich regelmäßig zu allen QOTSA und Foo Fighters-Konzerten, natürlich habe ich LedZep nicht mehr live erlebt. Man sollte meinen, dass da gestern alte Hasen auf der Bühne standen, die schon alles gesehen und erlebt haben. Mitnichten (ich liebe dieses Wort)! Them Crooked Vultures spielte genauso auf, wie man es von einer jungen Band, die erst seit wenigen Monaten zusammengefunden hat, erwartet. Aufgeregt, glücklich, strahlend. Dass Grohl immer von einem Ohr zum anderen grinst, ist man ja mittlerweile gewohnt. Jones wirkte teilweise richtig schüchtern und versteckte sich gerne auf der linken Seite der Bühne hinter den Lautsprechern. Daher ist mir wohl bei Homme am deutlichsten der Unterschied zu den letzten QOTSA-Shows aufgefallen, die ich gesehen habe. Um nicht falsch verstanden zu werden - schlecht drauf hab ich den Mann noch nie live erlebt. Aber es ist schon lange her, dass man mitansehen konnte, wieviel Lust am Spielen er auf der Bühne hat und aus dem Grinsen nicht mehr heraus kam. Dass die vier (mit Johannes) noch nicht perfekt aufeinander eingespielt waren, konnte man daran erkennen, wie sehr sie auf der Bühne noch mit Blicken, Gesten und Worten miteinander kommunizieren mussten - immer begleitet von einem Lachen. Ohne Frage hatten sie großen Spaß miteinander. Und dass ich noch erleben durfte, wie Mr Homme seine Gitarre zur Seite legt, das Mikro greift, in der anderen Hand eine Zigarette und wie ein freundlicher Tanzbär altherrensalsamäßig hüftwackelnd über die Bühne schwebt und entspannt vor sich hinsingt und tanzt, hätte ich mir im Leben nicht träumen lassen. Findigere Leute haben zu dem Zeitpunkt diesen Moment sicher gefilmt, ich war einfach nur hin und weg - wie immer, wenn ich feststelle, dass die Menschen, denen ich zusehe und -höre mit größtem Vergnügen bei der Sache sind. Allein dieser Augenblick hat mir deutlich gezeigt, dass die Gründung von Them Crooked Vultures sicherlich nicht das Ende von QOTSA oder den Foos bedeutet, aber ganz bestimmt eine wichtige Etappe für die Musiker zu sein scheint, um den Kopf wieder frei zu bekommen und neu anzufangen. Dafür mein Respekt.
90 Minuten lang haben sie gespielt, alle Songs des aktuellen Albums sowie "Highway Man" in einer Qualität, wie man sie live nur selten zu hören bekommt. Die Bühne machten sie im wahrsten Sinne zu ihrem Spielplatz, einzelne Songs wurden in Jamsessions zu 8Minütern aufgeblasen, die Freude nahm mehr Raum ein als der gegenseitige Respekt. Und ich bin froh, dass ich sie jetzt live gesehen habe, da ich annehme, dass bei den späteren Konzerten dieser Supergroup (ein Begriff, mit dem ich mich jetzt anfreunden kann) dann auch irgendwie der Alltag Einzug hält. Die Berliner feierten die Band an dem Abend bis zum Schluss ausgelassen. Und soviele Crowdsurfer (das ging minütlich mit jeweils 1-2 Leuten) habe ich noch nie bei einer einzigen Show gesehen.
Ein Abend, den ich so schnell ganz sicher nicht vergessen werde.


Hier noch einige Fotos (man beachte bitte die synchrone Beinarbeit von Josh Homme und Alain Johannes), und auf der zweiten Seite gibt's die Setlist, die ein fleißiger User auf setlist.fm veröffentlicht hat.
TCV_01TCV_02TCV_03TCV_04TCV_05TCV_06TCV_07TCV_08TCV_09TCV_10TCV_11TCV_12
Zum Vergrößern natürlich anklicken!


Setlist, 07.12.09, Columbiahalle


No One Loves Me & Neither Do I
Dead End Friends
Scumbag Blues
Elephants
Highway One
New Fang
Gunman
Bandoliers
Mind Eraser, No Chaser
Caligulove
Interlude With The Ludes
Spinning in Daffodils
Reptiles
Warsaw Or The First Breath You Take After You Give Up


Donnerstag, 5. November 2009

Foo Fighters, 04.11.09, Berlin Postbahnhof

rückenEin schöner Rücken kann auch entzücken - und damit wären wir beim einzigen ansatzweise verwertbaren Foto vom gestrigen Konzert. Aber wer braucht schon Fotos, wo sich doch das breit grinsende, zufriedene Gesicht eines Frontmanns vom Kaliber Dave Grohls sowieso bis in alle Ewigkeit einprägt?

Und warum war er so gut gelaunt? Weil gestern Abend im Postbahnhof beim spontan anberaumten "Geheimkonzert" der Foos (ich berichtete) einfach 1A Stimmung war. Ein erwachsenes Publikum, das die Band und deren Spielfreude frenetisch abgefeiert hat, insbesondere natürlich die Megagassenhauer wie dem Opener "Pretender", "My Hero", "Learn to Fly", "Monkey Wrench", "Times Like These", "Stacked Actors", "For All The Cows", "All my Life" und natürlich dem letzten Stück des Abends, DEM Burner schlechthin "Everlong". Außerdem dabei "Big Me" und "Skin and Bones", etc. Gute zwei Stunden spielten die Foos und zeigten eindrucksvoll einen gelungen Querschnitt durch knapp 15 Jahre Bandgeschichte, so dass auch Titel, die seltener live gespielt wurden wie z.B. "Young Man Blues" gestern Abend dran kamen. Außerdem natürlich das neue Stück "Word Forward", welches sich auf dem Ende Oktober erschienenem Best Of befindet.
Zu Atem kam man da als Fan kaum, zumal die Band ihre Stücke wieder und wieder mit echten Heavy Metal-Einlagen würzten, und wenn dann nur, wenn auch "das Grohl" zwischendurch mal Luft holen musste, was jedoch nicht allzu häufig vorkam. Überhaupt hatte man das Gefühl, eine extrem frische Band zu erleben, die es durchaus genoss, mal wieder in einer kleineren Halle vor einem überschaubaren Publikum zu spielen. Die ersten sechs (oder sieben) Songs kamen ohne Pause, totales Gitarrenbrett von der Bühne zu uns rübergepustet, wo man sich schon beinahe ängstlich fragte, ob die Band schnell fertig werden wolle. Aber dann taute der ewig gutgelaunte Dave auf und fing an zu quatschen. Wer schon mal bei einem Foo-Konzert war, weiß, dass er das gerne tut. Genauso gerne wie er auf der Bühne rülpst, seinen Drummer Taylor Hawkins veräppelt und zum "definitiv letzten Mal live" das Triangel-Solo des Gastmusikers ankündigt (welches ich nun zum dritten Mal erlebt habe *lol*) - immer wieder schön. Zwischendurch die besorgte Frage ans Publikum "are you done yet?", ob wir am nächsten Morgen wieder arbeiten müssen, und dass wir ihm schon signalisieren müssen, wenn wir nicht mehr können, weil sie sonst halt einfach weiterspielen würden. Wie immer sieht man von dem Rest der Band relativ wenig, Nate Mendel und Chris Shiflet stehen recht unscheinbar auf der Bühne und überlassen das Rockgehabe lieber ihrer Rampensau Dave. Pat Smear meine ich auch gesehen zu haben, hatte aber nicht die komplette Bühne im Blick. Der einzige, der sich hin und wieder etwas bemerkbar machen kann - schließlich ist er an den Drums auch tüchtig für den Lärm verantwortlich - ist Taylor Hawkins, dessen weiße Zähne im Dunkeln leuchten, übrigens, so you know *lach*. Und natürlich die schlichtweg atemberaubend schöne Violinistin Jesse Green, die mit Sicherheit an diesem Abend von vielen männlichen Zuschauern angehimmelt wurde.
Während Grohls Atempausen erfuhren wir dann auch, dass es das zweite Konzert für die Foos in diesem Jahr ist, man quasi noch "im Training" sei, wobei es - bis auf zwei, drei kleine Missverständnisse - kaum zu spüren war. Entweder man kanns oder man kanns nicht,  heißt das wohl. Wenn auch in den Medien in den letzten Tagen von einer angeblich längeren Pause der Band die Rede war, gestern Abend war davon nichts zu spüren, und auch Grohl deutete an, dass man mit einer Stadientour im nächsten Jahr rechnen könne und dann "one day" auch mal an einem neuen Album gearbeitet werden würde. Wollen wir's hoffen - und auch, dass das nächste Album wieder etwas deftiger wird, denn rocken können die gesetzten Herren immer noch wie die Weltmeister.
Wer die Foos gestern verpasst hat, der sollte heute in die MTV European Music Awards reinschauen. Dafür haben sie sich gestern nämlich warmgespielt :) Ein absolut fantastischer Abend, den die Arctic Monkeys mit den Eagles of Death Metal als Support am Sonntag erstmal toppen müssen (ein unmögliches Unterfangen).
Wenn ich noch einer kompletten Setlist habhaft werden kann, füge ich diese hier noch nachträglich ein.

Dienstag, 3. November 2009

Frostfüße und Schniefnase für Dave

Ja, was tut man nicht alles so als Fan. Nachdem  heute Mittag laut wurde, dass die Foo Fighters ein - nun nicht mehr ganz so - geheimes Konzert morgen Abend bei uns in Berlin spielen, im nahezu kuscheligen Postbahnhof, war klar: da muss ich hin. Wann hat man mal wieder die Möglichkeit, diese Band nicht in 'ner Riesenhalle oder auf 'ner Open Air Bühne zu sehen und dann auch für fast schon spärliche 30€? Nach der Arbeit also schnell das gekaufte Kaninchenstreu im Rucksack verstaut und ab zur Konzertkasse nach Kreuzberg, wird ja so früh noch nicht so voll sein... Leichter Irrtum an dieser Stelle. Ich sag mal so: um 20.00 Uhr öffnete die Kasse, von 19.15 Uhr bis 21:15 Uhr stand ich mir mit dünnen "Büroschühchen" die Füße in den Bauch, fror, was das Zeug hielt, sah die Erkältung förmlich auf mich zukommen, fühlte mich aber irgendwie so teeniemäßig unbedarft. Wann hab ich das letzte Mal für Konzertkarten angestanden? Wofür gibts Online-Ticketanbieter? Und was hätte ich gemacht, wenn ich kein Handy dabei gehabt hätte, um Kollegin anzurufen und sie nach ihrer Personalausweisnr zu fragen? Die brauchte ich nämlich, um für uns beide die Karten zu sichern. Was einen subtilen Hinweis darauf geben könnte, wie lange morgen Abend der Einlass dauert, wenn die auf den Tickets notierte Identnr mit der Personalausweis verglichen werden muss *lol*. Aber morgen hab ich warme Socken an *lach*.
Lustig ist aber immer wieder, welche nette Gespräche sich in einer Warteschlange ergeben, dass man von vorbeihuschenden Passanten angeglotzt wird wie ein gefüllter Truthahn auf 'ner Veggieparty sowie die Tatsache, dass die Leute im Oranienkiez die Foo Fighters offenbar nicht kennen. Jeder zweite fragte "wofür steht ihr hier an?" - "Foo Fighters." - "Wer ist das?" oder wahlweise und noch schöner "Wie? So mit Kampf und Blut, Alter?" Genau! Hätten wir "Bushido" geantwortet, hätten sie sich vermutlich ans Ende der Reihe gestellt :) Zu unserem Glück gibts in dieser Ecke auch sehr geschäftstüchtige Geschäftsinhaber, die die bibbernde Schlange zum Anlass nahmen, in regelmäßigen Abständen mit Tabletts voll mit dampfenden Pfefferminztee oder Kaffee vorbeizuschauen (1 Becher / 1 Euro), ein Service, den ich dankend annahm. Wenn mich der Kaffee auch nicht bis hin zu den Füßen gewärmt hat, so doch wenigstens bis zu den Knien.


Und woran merkt man, dass man alt wird? Zwei Stunden Schlange stehen sind einem einen Blogeintrag wert *lach*.
Foos

Donnerstag, 19. Juni 2008

Flogging Molly, Foo Fighters - Wuhlheide 17.06.2008

Ich wollte ja noch kurz ein paar Worte zu dem wirklich gelungenen Foo Fighters Konzert am vergangenen Dienstag schreiben.
Fangen wir mal mit Flogging Molly an. Normalerweise sind irische Stimmungs- und Trinklieder ebenso wie die typischen Folk-Balladen und irisch-politisch angehauchten Songs nicht unbedingt mein Ding. Aber was diese 7köpfige Band auf die Bühne gebracht hat, hat mir ausnahmslos gut gefallen. Sie hatten offensichtlichen Spaß und haben ihre  Songs mit viel Energie, ein bisschen Punk und guter Laune gespielt, das Publikum hat es ihnen gedankt. Wer mehr über die Mollys wissen, der schaut mal auf ihre offizielle Homepage. Und so sahen sie aus:
Flogging Molly_03, 080617Flogging Molly_02, 080617Flogging Molly, 080617

Die Wuhlheide war übrigens nicht ausverkauft, was m.E. wenig verwunderlich ist, hatte nicht damit gerechnet, dass die  Foos mal eben so 17.000 Karten verkaufen. Demnach waren gerade die Seitenränge eher übersichtlich, siehe unten:
IMG00012
Trotzdem der Innenraum war gut gefüllt, die Ränge gegenüber der Bühne proppenvoll, ein paar tausend Leute werden es schon gewesen sein, die punkt 20.00 Uhr in einen nicht enden wollenden Freudentaumel gerieten. Und Dave Grohl freute sich an diesem Abend mehrfach, dass sie das größte Konzert in ihrer gesamen FF-Karriere in Deutschland spielten.
Leider hat mir ja die FAZ meine Wunschüberschrift dieses Eintrags vorweggenommen. Am gestrigen Tag schrieben sie eine positive Rezension unter dem Titel "Uuh, Baby, schüttel dein Haar". Wie wahr wie wahr. Lang ist die Mähne von Dave Grohl geworden und scheint nur einem Zweck zu dienen, nämlich mit voller Wucht geschüttelt zu werden, ein bisschen erinnerte er mich in diesen Headbangermomenten an Juliette Lewis, als sie mit den Licks vor einiger Zeit in dem Berliner Columbia Club spielte :) Die Stimmung war von der ersten Sekunde an absolut genial. Sie eröffneten mit "Let it die"  und spielten dann ohne Pause 4-5 wuchtige Songs in einem durch. Und gerade als ich mich fragte, wo denn die geschwätzige Seite Grohls geblieben sei, gabs auch schon das erste Päuschen und die ersten kleinen Scherze. Ich mag es, wie der Mann immer völlig entspannt auf sein Publikum einquatscht. Ob denn Leute darunter wären, die an diesem Abend ihr erstes FF-Konzert erleben würden. Klar, viele Hände gingen hoch. Das war dann einer der Running Gags des Abends, als Grohl mehrfach die armen FF-"Virgins" belächelte, die sich durch viele Konzerte anderer Bands quälen mussten, um jetzt bei den FFs eine totale Erleuchtung zu haben :) Etwas später durfte Grohl dann auch ein wenig jammern, schließlich schreie er auf der Bühne mehr als dass er sänge, und am nächsten Tag hätte er dann keine Stimme. Augen auf bei der Berufswahl sag ich da.
Hm. Und auch wenn das hier klingt, als bestünden die Foo Fighters lediglich aus Dave Grohl, dem ist nicht so. Grohl ist halt die Rampensau schlechthin, der scheinbar jede Sekunde genießt, die er auf der Bühne stehen und Kontakt zu seinen Fans haben kann. Deswegen muss man ihn auch einfach gerne haben. Deswegen kreischten die Mädels neben mir aus lautem Hals und streckten ihm ihre Arme hin, als er kurz im Bühnengraben an uns vorbeikam. Die gleichen Mädels, die jedesmal Ekellaute von sich gaben, wenn Grohl mal wieder einen saftigen Rotzer auf der Bühne hinterließ, nur, damit sie kurz inne halten und gleich wieder von vorne loskreischen konnten *lach*. Nein, die Foos bestehen aus wirklich talentierten Musikern, wie Taylor Hawkins (dem Mädchenschwarm aus welchen Gründen auch immer, aber 1A-Drummer), Nate Mendel ("Ginger" am Bass), Chris Shiflett (Gitarre) und Gastmusikern wie dem wohlbekannten Pat Smear (Gitarre) und weiteren, deren Namen ich mir leider nicht merken konnte (Tasten, Geige und TRIANGEL). Ja. Richtig gelesen: Triangel. Wir ca. 15.000 Fans (lt. FAZ) wurden Zeugen eines grandiosen Triangel-Solos *lach*. Wer träumt nicht davon? Wenn sich die anderen Musiker zwar mehr im Hintergrund gehalten haben, machten sie dann doch den einen oder anderen Spaß mit.
In der Songauswahl wechselten sich neue Sachen mit den alten Gassenhauern ab. Es gab ein kleines akkustisches Set mittendrin, auf das ich gut hätte verzichten können. Mal ehrlich: "My Hero" ist ja schon grundsätzlich nicht der dynamischste Song. Den aber unplugged gespielt und irgendwie noch einen Takt langsamer als üblich - das zog sich wie Gummi. Um nur ein Beispiel zu nennen. Auch "Everlong" wurde für meine Begriffe ein wenig verhunzt, dabei ist das doch DER Tanz-, Hüpf- und Mitgroöhlsong schlechthin. Stattdessen stand Grohl alleine mit der Gitarre auf der Bühne, sang die Strophen (wir den Refrain), und erst zum Schluss des Titels kam der Rest der Band wieder dazu. Da fehlte ein wenig der Rock - in dem Rocksong.
Trotzdem kein Grund zu Meckern, das Set war im Großen und Ganzen klasse, alle Geschmäcker wurden bedient, die Atmosphäre war großartig, Grohl war wieder hinreißend, und alle hatten ihren Spaß. Zwei Stunden und 15 Minuten wurde die Wuhlheide bestens gerockt, und ich beneide jetzt schon diejenigen, die die Foo Fighters auf dem Hurriane sehen dürfen.

Was die Setlist anbetrifft, bin ich mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, so müsste es einigermaßen stimmen:
Let it die
The Pretender
Times Like These
No Way Back
Cheer Up, Boys
Learn To Fly
This Is A Call
Long Road To Ruin
Breakout
Stacked Actors
Skin And Bones
Marigold
My Hero
Cold Day In The Sun
But, Honestly
Everlong
Monkey Wrench
All My Life

Zugaben:
Big Me
DOA ???????
Generator
Best Of You

Hier noch zwei Aufnahmen - leider wollten die anderen Bandmitglieder einfach nicht scharf fotografiert werden...
Grohl, Foos_03, 080617Grohl, Foos_02, 080617

Dienstag, 28. August 2007

Ersatzbefriedigung

Foo Fighters - The Pretender

Ach, ich hätte jetzt so Bock auf ein Foo Fighters-Konzert :)