Endlich!!! Wie lange wollte ich Franz Ferdinand schon live sehen, aber entweder hat es zeitlich nicht gepasst (auch diesmal hatte ich eigentlich ein Ticket für Portugal.The Man, bin das aber doch noch losgeworden, man muss ja Prioritäten setzen), oder es ging dann schon in die viel zu großen Hallen für viel zu viel Geld.
Da passte es doch, dass die Briten die neue Saison in der Volksbühne Berlin mit ihrem Konzert einläuteten, in einem überschaubaren Rahmen (fast zum Anfassen) und für nicht mal 30 Euro. Die Konzerttour im nächsten Frühjahr, die nach Hamburg, Köln, Wiesbaden und München führt, wird dann wieder deutlich teurer.
Und was soll ich schreiben? Schön wars. Natürlich. 90 Minuten pures Tanzvergnügen mit lauter ausgelassenen Menschen um mich herum, die es glücklicherweise schon beim ersten Ton nicht mehr auf den Sitzen der (bestuhlten) Volksbühne hielt und sowohl alte als auch neue Songs gut aufgenommen haben. Während wir Fans es genossen, die Band mal in so einer kleinen Location zu erleben, war der Abend für Franz Ferdinand natürlich eine perfekte Marketingstrategie. Wie sonst kann man das gerade vor einem Monat in den Regalen angekommene neue Album "Right Thoughts, Right Words, Right Action", welches bei mir seit Wochen hoch und runter läuft, es ist einfach so geil!!, besser promoten? So spielten sie auch (bis auf "The Universe Expanded" und "Brief Encounters") fast alle neuen Songs und füllten die Lücken mit ihren größten Hits, wobei die Mischung einfach sehr gut passte. Eigentlich kam man gar nicht zum Verschnaufen, zumal die Titel live auch alle viel druckvoller und rockiger klingen als im Studio abgemischt. Da war "Fresh Strawberries" als Intro ein geradezu milder Einstieg ins Konzert.
Ich hätte mir Alex Kapranos etwas geschwätziger vorgestellt, aber gut, ich brauch da auf der Bühne auch nicht unbedingt nen Conférencier, er war gut bei Stimme und hatte wie die anderen Ferdinands offensichtlich beste Laune, wobei Bassist Robert Hardy doch leicht stoffelig wirkte. Was ich schön fand, war dass man nicht das Gefühl hatte, eine total satte Band zu erleben, denen man anmerkt, dass sie bestimmte Hits nur noch aus Pflichtgefühl runterspulen, sondern sich so präsentieren, als gelte es auch für sie noch etwas zu beweisen. Deswegen machts eben doppelt Spaß, einer Wüstenrockambition wie "Love Illumination" zu lauschen oder der schön langgezogenen Hommage an Giorgio Moroders/Donna Summers Discohit "I Feel Love" mit "Can't Stop Feeling". Mein Lieblingssong vom Album - "Bullet" - durfte natürlich auch nicht fehlen, das ist immer der Titel, bei dem ich von anderen Leuten in der Berliner S-Bahn leicht schräg angeguckt werde, weil ich mit fettem Grinsen im Gesicht und Kopfhörern im Ohr zur für andere nicht hörbaren Musik sitztanze.
Alles in allem ein sehr gelungener Abend.
Hier ein Video (nicht von mir) zu "Can't Stop Feeling":
Setlist lt. setlist.fm:
Fresh Strawberries / No You Girls / Right Action / Do You Want to / Tell Her Tonight / Evil Eye / The Dark of the Matinée / Walk Away / Stand on the Horizon / Can't Stop Feeling / The Fallen / Bullet / Michael / This Fire / Take Me Out / Love Illumination
Zugaben:
Treason! Animals / Ulysses / Goodbye Lovers & Friends / Jacqueline
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Dienstag, 24. September 2013
Mittwoch, 2. Januar 2013
Gemma Ray, Volksbühne Berlin, 01.01.2012
Ruhige Töne, die aber auch mal in einen wunderbar basslastigen, tanzbaren Rhythmus fallen können, eine schöne Stimme - schwankend zwischen kesser Lolita und erwachsener Frau - und klugen Texten, die in der wirklich hervorragenden Akkustik der Volksbühne auch nicht in der Musik untergingen, sondern man ihren Worten gut lauschen konnte.
Komplettiert wurde das Ganze von ihren Musikern am Bass, den Drums und Keyboard (deren Namen ich mir mal wieder nicht gemerkt habe), und sogar Martin Wenk (u.a. Trompete bei Calexico) kam für zwei Songs kurz auf die Bühne.
Ihr Sound erinnert an 50er Jahre Surf Klänge und 60er Jahre Lee Hazlewood/Nancy Sinatra Kompositionen, und manchmal muss man einfach an den "Twin Peaks" Soundtrack denken.
Sie selbst kommt auf der Bühne einfach bezaubernd rüber. Tapfer steckte sie auch die "wardrobe malfunction" weg, denn die Bluse, die sie als Outfit auswählte, hatte einen Knopf, der sich irgendwie nicht mit der Gitarre vertrug, und das Aufknöpfen führt dann fast zu einem ungewollten Strip, den sie im letzten Moment noch verhindern konnte. Ich nehme mal an, dieses Kleidungsstück landet nicht mehr im Koffer mit der Bühnengarderobe *lach*. Ansonsten hat mich die Frau stark beeindruckt, als sie ihre Gitarre mit einem ordentlich großen Küchenmesser malträtierte und somit dem Instrument sehr schöne Klänge entlockte.
Wirklich gesprächig ist Gemma Ray nun nicht, man hat auch immer noch das Gefühl, dass sie sich regelrecht an der Gitarre festhält, aber das macht sie eigentlich nur sympathischer. Ihr Album Art Work wurde als Bühnenhintergrund auf Leinwand projiziert und vermittelte so eine Waikiki-Lagerfeuer Stimmung, die zu ihrem Sound natürlich wunderbar passt.
Alles in allem ein wirklich schöner Abend mit einer talentierten Künstlerin, von der ich gerne noch mehr hören möchte.
Hier noch ein Video, auf dem die Akkustik in der Halle leider nicht ganz so gut rüberkommt.
Ach, und da ich mir ja immer selbst zu Weihnachten was schenke, habe ich schon mal vorgesorgt, und mir Tickets für die Auftritte von Biffy Clyro, Of Monsters And Men, Black Rebel Motorcycle Club, Queens Of The Stone Age, ZZ Top und das Berlin Festival gesichert. Bleibe also auch diesem Jahr den Berliner Konzerthallen treu :)
Mittwoch, 4. Januar 2012
Austra - live in der Volksbühne, Berlin, 01.01.2012
Endlich komme ich dazu, ein paar Zeilen zu dem wirklich wunderbaren Austra Konzert am 1. Januar zu schreiben, es gibt tatsächlich kaum einen besseren Start ins neue Musikjahr.
Zunächst einige Worte zum Support Act, ein junger deutscher Herr, der sich "Touchy Mob" nennt, mit Wildwuchs. Die Mareille Mathieu Gedenkfrisur gepaart mit rauschigem Vollbart. In abgerissenen Klamotten stand er gerne Flamingo mäßig einbeinig auf der Bühne und versorgte uns eher mit Sounds als mit Melodien. Ich hab am Ende des Eintrags mal einen kurzen Videomitschnitt eingestellt, der allerdings auch den Tiefpunkt von Touchy Mobs Set dokumentiert, es gab durchaus Stücke, die besser klangen. Seine Musik ist für mich eher schwer zu beschreiben, "strange" fällt mir dazu nur ein. Mit Computer, Beatbox und Gitarre bewaffnet, kreierte er Klangwelten, die mal sehr melodisch klangen, dann aber wieder eher verstörend. Immer wenn sich meine Ohren an den jeweiligen Sound gewöhnten, kam etwas total Gegensätzliches dazwischen. Er selbst hat eine ganz hübsche Stimme, aber dieses verhuschte Gehabe auf der Bühne ließ einen irgendwie glauben, dass er sich absolut nicht wohl fühlte. Also schwierig...
Austra hingegen sind für die Bühne gemacht. Sehr bedächtig und intensiv fing ihr Set mit einer am Klavier sitzenden Katie Stelmanis an, die sich zu "The Beast" selbst begleitete. Ein wundervoller Einstieg in ein Konzert, bei dem es schon nach wenigen Songs niemanden mehr auf den Sitzen hielt. Und ALLE haben sich zur Musik bewegt. Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz kommt der Musik von Austra sehr entgegen, ich war ziemlich beeindruckt von dem klaren, satten Sound, der uns von der Bühne entgegenschlug, gerade was die sehr hohe Stimme von Katie anbetrifft, hätte das bei schlechterer Akkustik echt anstrengend werden können. Besser noch als bei ihrem Auftritt auf dem Berlin Festival im vergangenen September entfaltete sich die ganze Kraft ihrer Songs. Für mich hat das ja etwas Urtümliches, Ursprüngliches, ein Rhythmus, der den ganzen Körper anspricht zwischen milde und bedrohlich, live ist das einfach nur bombastisch und hat was von nem positiven Hexensabbat *lach*.
Dazu wird man auch optisch gefangengenommen von dem Auftritt. Die großen Gesten von Stelmanis in ihren Goldlamée Zigeunerlook und ihrer Angewohnheit, mit dem Rock genauso rumzuwedeln wie Stevie Nicks seinerzeit, die durchweg tanzenden sehr guten Backingsängerinnen (die Zwillingsschwestern Sari and Romy Lightman) im ebenfalls ausgefallenen Look (die eine als 80er Jahre Geschäftsfrau, die andere mit orientalischem Gesichtsschmuck), der androgyne Keyboarder Ryan Wonsiak im caramellfarbenen Kapuzenbody und schwarzen Strumpfhosen. Drummerin Maya Postepski kann immerhin mit ihrer weißen Brille punkten. Nur Bassist Dorian Wolf hat sich dem Dresscode entzogen und sieht mit seinem weißen Shirt und der Jeans irgendwie wie der Fehler im Bild aus *lach*, macht aber nix, denn die geniale Musik ist es ja, die zählt.
Eine Setlist könnte ich nicht wiedergeben, sie haben eigentlich ihr komplettes erstes Album "Feel It Break" gespielt, außer "Shoot the Water" (glaube ich zumindest), dafür aber mit einer Coverversion von Joni Mitchells "Woodstock" als letzte Zugabe.
Tolles Konzert. Nachfolgend ein paar Eindrücke sowie der versprochene kurze Videomitschnitt von Touchy Mob.










Zunächst einige Worte zum Support Act, ein junger deutscher Herr, der sich "Touchy Mob" nennt, mit Wildwuchs. Die Mareille Mathieu Gedenkfrisur gepaart mit rauschigem Vollbart. In abgerissenen Klamotten stand er gerne Flamingo mäßig einbeinig auf der Bühne und versorgte uns eher mit Sounds als mit Melodien. Ich hab am Ende des Eintrags mal einen kurzen Videomitschnitt eingestellt, der allerdings auch den Tiefpunkt von Touchy Mobs Set dokumentiert, es gab durchaus Stücke, die besser klangen. Seine Musik ist für mich eher schwer zu beschreiben, "strange" fällt mir dazu nur ein. Mit Computer, Beatbox und Gitarre bewaffnet, kreierte er Klangwelten, die mal sehr melodisch klangen, dann aber wieder eher verstörend. Immer wenn sich meine Ohren an den jeweiligen Sound gewöhnten, kam etwas total Gegensätzliches dazwischen. Er selbst hat eine ganz hübsche Stimme, aber dieses verhuschte Gehabe auf der Bühne ließ einen irgendwie glauben, dass er sich absolut nicht wohl fühlte. Also schwierig...
Austra hingegen sind für die Bühne gemacht. Sehr bedächtig und intensiv fing ihr Set mit einer am Klavier sitzenden Katie Stelmanis an, die sich zu "The Beast" selbst begleitete. Ein wundervoller Einstieg in ein Konzert, bei dem es schon nach wenigen Songs niemanden mehr auf den Sitzen hielt. Und ALLE haben sich zur Musik bewegt. Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz kommt der Musik von Austra sehr entgegen, ich war ziemlich beeindruckt von dem klaren, satten Sound, der uns von der Bühne entgegenschlug, gerade was die sehr hohe Stimme von Katie anbetrifft, hätte das bei schlechterer Akkustik echt anstrengend werden können. Besser noch als bei ihrem Auftritt auf dem Berlin Festival im vergangenen September entfaltete sich die ganze Kraft ihrer Songs. Für mich hat das ja etwas Urtümliches, Ursprüngliches, ein Rhythmus, der den ganzen Körper anspricht zwischen milde und bedrohlich, live ist das einfach nur bombastisch und hat was von nem positiven Hexensabbat *lach*.
Dazu wird man auch optisch gefangengenommen von dem Auftritt. Die großen Gesten von Stelmanis in ihren Goldlamée Zigeunerlook und ihrer Angewohnheit, mit dem Rock genauso rumzuwedeln wie Stevie Nicks seinerzeit, die durchweg tanzenden sehr guten Backingsängerinnen (die Zwillingsschwestern Sari and Romy Lightman) im ebenfalls ausgefallenen Look (die eine als 80er Jahre Geschäftsfrau, die andere mit orientalischem Gesichtsschmuck), der androgyne Keyboarder Ryan Wonsiak im caramellfarbenen Kapuzenbody und schwarzen Strumpfhosen. Drummerin Maya Postepski kann immerhin mit ihrer weißen Brille punkten. Nur Bassist Dorian Wolf hat sich dem Dresscode entzogen und sieht mit seinem weißen Shirt und der Jeans irgendwie wie der Fehler im Bild aus *lach*, macht aber nix, denn die geniale Musik ist es ja, die zählt.
Eine Setlist könnte ich nicht wiedergeben, sie haben eigentlich ihr komplettes erstes Album "Feel It Break" gespielt, außer "Shoot the Water" (glaube ich zumindest), dafür aber mit einer Coverversion von Joni Mitchells "Woodstock" als letzte Zugabe.
Tolles Konzert. Nachfolgend ein paar Eindrücke sowie der versprochene kurze Videomitschnitt von Touchy Mob.
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