Posts mit dem Label film werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label film werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 30. Mai 2010

Erkenntnisse vom gestrigen Abend

Vor dem ESC ist nach dem ESC...



  • Ein durch und durch netter (und langer) Abend mit freundlichen Menschen auf Teltower Sofas.

  • Hätte ich gewettet, was den Gewinner anbetrifft, hätte ich haushoch verloren. Unter den Top 10 hatte ich Lena angesiedelt, die leise Hoffnung, dass sie vielleicht sogar unter die ersten fünf kommt, hatte ich auch, aber mit dem Gewinn hab ich nicht gerechnet. War lustig, wie uns minütlich bei den Votings ein "Das gibts doch nicht" entwich. Ich weiß noch nicht, wem ich das mehr gönne - Lena oder Stefan Raab.

  • Der rumänische Song klang beim zweiten Mal besser. Da kann ich auch damit leben, dass die Rumänen - deren Sängerin tierisch Ähnlichkeit mit Shania Twain hatte - auf den dritten Rang gelandet sind.

  • Die Russen haben unsere gesamte kleine Runde zum panischen Schreien gebracht mit ihrem Gewimmer. Bei den Weißrussen bekamen wir dann nochmal Lachkrämpfe, als die Schmetterlingsflügel zum Weihnachtslied aufgeklappt wurden.

  • Norwegen war ein offenbar extrem sympathisches Gastgeberland. Und die beiden Moderatorinnen waren unglaublich schön und elegant gekleidet.

  • Ich stand mit meinem Musikgeschmack (fast) wieder alleine da in unserer ESC-Sofagruppe (Ukraine, Türkei, Israel, Serbien).

  • Europa vermisst ABBA und The Police schmerzlich, nur so ist es zu erklären, dass der hochnotpeinliche Titel aus Dänemark auf den vierten Platz kam.

  • Wenn die Türkei gewonnen hätte, wär ich auch nicht traurig gewesen (Memo an mich: bei iTunes nach 'nem Album suchen).

  • Sollte der ESC im kommenden Jahr in Berlin stattfinden (lt. NDR prüfe man noch, in welcher Stadt das sei, aber alle anderen Länder machen das in den Hauptstädten...), gibts keine Gemüsestick-Dips auf der Couch, sondern dann ist ein Feiern in der Halle angesagt. Das steht fest, einmal dabei sein und diese supergute Stimmung erleben!
    Etwas ängstlich bin ich dennoch, wer da die Moderation machen würde. Unsere Moderatoren können doch alle kein vernünftiges Englisch. Fremdschäm-Alarm? Die Norweger haben gezeigt wie's geht, total entspannt war das Dreiergespann und hat sich zu keiner Sekunde in den Vordergrund gespielt. Hat man allein dagegen den Einspieler von Hape Kerkeling bei der Bewertung gesehen, wollte man am liebsten schon wieder auswandern, als er profilneurosenartig die Aufmerksamkeit an sich riss, anstatt nur einfach mal die Punkte zu verlesen.

  • Das Popmusikland Nummer 1 - die UK - sind nach wie vor unfähig, einen vernünftigen Song in den Contest zu schicken. Da dachte ich die Woche noch, ich mache einen Witz, als ich die Ähnlichkeit des Teilnehmerliedes zu früheren Stock/Aitken/Waterman Produktionen erwähnte, um dann gestern festzustellen, dass ich damit leider völlig richtig lag. Ein verdienter letzter Platz für UK. Vielleicht hätten sie lieber die untenstehende Hooligan-Version des Songs vorgetragen:







  • Das Spanien 2x vortragen durfte (wir hatten im ersten Durchlauf den verrückten Fan gar nicht bemerkt), hat ihnen glücklicherweise auch nicht geholfen. Ein schreckliches Lied mit Angst einflößenden Tänzern auf der Bühne. Wenn man Kinder erschrecken will, dann könnte man nach Ansicht dieser Performance sagen "Wenn du nicht brav bist, dann stecken die heute Nacht alle in deinem Wandschrank". Da wird der Spinat aufgegessen, das sag ich euch.

  • Glaubt man jetzt wirklich, dass man nach ESC-Sieg auch Fußball-Weltmeister wird? *lach*


DennisHopper


 


 


 


Während der gestrigen ESC-Aufregung ging die Nachricht von Dennis Hoppers Tod fast ein wenig unter. Eine coole Sau & ein toller Schauspieler - er wurde 74 Jahre alt und möge in Frieden ruhen!


 

Freitag, 15. Januar 2010

Blurs "No Distance Left to Run" - am 19.01. (fast) einmalig inausgewählten deutschen Kinos

Musikfreunde und Blur-Fans wissen es schon lange: Am 12. Februar 2010 kommt eine ganz besondere Doppel-DVD auf den Markt. In "No Distance Left To Run" - benannt nach einem Titel ihres 1999er Albums "13" - dokumentieren die Regisseure Dylan Southern und Will Lovelace die Reformierung Blurs (inklusive Graham Coxon), die im vergangenen Jahr zu zwei frenetisch umjubelten Konzerten im Londoner Hyde Park und einem Headliner Gig beim Glastonbury Festival führten. Ausschnitte von den Proben und den jeweiligen Konzerten sind zu sehen, aktuelle Interviews und Archivaufnahmen, die den Werdegang der Band, die zu den größten britischen Acts der 90er Jahre zählten und 2003 mit "Think Tank" ein fulminantes Comeback feierten - ohne Coxon - nachzeichnen. Für Fans ein unbedingtes Muss.

Zusätzlich zu der 98minütigen Dokumentation wird der Fan noch mit dem 125minütigen Konzertfilm "Blur Live at Hyde Park" beglückt. Ich kann nur sagen: meine Freundin (neidneidneidneid) war im vergangenen Juli live vor Ort und hat immer noch Tränen der Freude in den Augen, wenn sie nur daran zurückdenkt. Hier die komplette Tracklist: She's So High, Girls & Boys, Tracy Jacks, There's No Other Way, Jubilee, Badhead, Beetlebum, Out Of Time, Trimm Trab, Coffee And TV, Tender, Country House, Oily Water, Chemical World, Sunday Sunday, Parklife, End Of The Century, To The End, This Is A Low, Pop Scene, Advert, Song 2, Death Of A Party, For Tomorrow, The Universal.

So, nun wisst ihr, was ihr euch im Februar kaufen müsst. Wer aber zumindest die Dokumentation im Kino genießen möchte, der hat leider nicht die große Auswahl. Einige Kinos in Deutschland bieten am Dienstag, dem 19.01.2010 die Möglichkeit dazu.

Cinecitta Nürnberg - 20:30 Uhr
Cinema München - 21:55 Uhr
CINEMAGNUM 3D-Kino im Rundkino Dresden - 20:30 Uhr
Schauburg Kino Karlsruhe - 20:00 Uhr
Light Cinema Halle - 20:00 Uhr - (hier wird NDLTR auch am 20. + 21.01. gezeigt)
UCI Bochum (Ruhr Park) - 20.00 Uhr
UCI Colosseum, Berlin - 20.00 Uhr
UCI Düsseldorf - 20.00 Uhr
UCI Hamburg Mundsburg - 20.00 Uhr

Natürlich gibt es auch einen Trailer, den findet ihr hier:





Samstag, 12. Dezember 2009

Rückblick 2009: Mai

05_09_Header

Einer meiner Lieblingsheader, bin immer noch glücklich, dass ich dieses tolle Prinzessin Leia-Bild gefunden habe, welches sich auch für Graphik-Anfänger super einarbeiten ließ. Der Mai ließ sich wieder positiver an, meine langohrigen Mitbewohner lebten sich gut ein und haben binnen kurzer Zeit meine Wohnung gekapert, in der ich seither nur noch Gast bin.
Blogtechnisch hatte ich im Mai zwei Neuzugänge, nämlich "Skywalker", der auch  mehrheitlich über Filme bloggt und die Teilzeitberlinerin - meine Schwester - die hier zwar keinen Blog hat, aber als angemeldete Userin einfach besser kommentieren kann. An dieser Stelle sei mal erwähnt, dass ich es blöd finde, dass nicht-registrierten Usern das Kommentieren über den Sicherheitscode so schwer gemacht wird, zumal die Spammer sowieso offenbar immer ein offenes Türchen finden.

Sah der April in Bezug auf Filme noch etwas mau aus, sollten sich im Mai die allerschlimmsten Befürchtungen in totale Euphorie verwandeln - denn JJ Abrams' "Star Trek" kam als Reboot ins Kino, altbekannte Helden mit neuen Darstellern. Ich hatte regelrecht Angst, als ich in die Preview ging und hab mich dann nach 5 Minuten in diese Neuauflage verliebt, kann es kaum erwarten, dass dieses alte neue Team uns erneut in den Weltraum mitnimmt. Was also den Spaß anbetrifft, wäre "Star Trek" mein Film des Monats, wenn da nicht noch ein zweiteiliger Biopic über den französischen Gangster Jacques Mesrine gewesen wäre. Eine phänomenale Inszenierung von Jean-François Riche, ein unglaublicher Vincent Cassel in der Hauptrolle - und auch ansonsten wurde bei beiden Filmen "Public Enemy Nr. 1: Mordinstinkt" und "...:Todestrieb" absolut alles richtig gemacht. Man fühlte sich an französische Gangsterklassiker mit Lino Ventura oder Alain Delon erinnert, ein bestimmtes Flair, welches in den 60 und 70er Jahren nur französische Thriller hatten. Absolut empfehlenswert. Im Übrigen gilt dies auch für das französiche Drama "Tage oder Stunden" mit Albert Dupontel in der Hauptrolle - oder dem eher seltsam anmutenden "Ricky" von François Ozon über ein fliegendes Baby. "Der Junge im gestreiften Pyjama" - eine Geschichte über zwei Kinder, die durch den Zaun eines KZs voneinander getrennt sind - der eine ist der Sohn des KZ-Kommandanten, der andere ein jüdischer Gefangener - ging mir sehr nahe. Gegen solche Produktionen konnten "Crank 2", "Illuminati", "Duplicity oder auch "Fanboys" (Preview, der offizielle Start war später) nicht viel ausrichten, sie blieben irgendwie im guten Mittelmaß hängen, während "The Last House On The Left" enttäuschte. Und über "Dragonball" sollte man sowieso den Mantel des Schweigens hüllen.
Eine tolle Neuigkeit in Sachen Film gab es im Mai noch: Nämlich der immer überragende Christoph Waltz wurde in Cannes für seine Leistung in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" ausgezeichnet - mehr als verdient. Selbiges gilt für den Darstellerpreis an Charlotte Gainsbourg für "Antichrist" . Michael Hanekes "Das weiße Band" erhielt die Goldene Palme.

Im TV musste ich mich bei "Primeval" damit abfinden, dass Nick Cutter (Douglas Henshall) nicht wiederkommt, der neue Kopf der Forschertruppe Danny, gespielt von Jason Flemyng, passt aber gut ins Team und kann ein wenig über den Verlust hinwegtrösten. Bei RTL entschied sich endlich die sechste "DSDS"-Staffel, Weichei Daniel Schumacher gewann nur hauchdünn vor Whitney Houston-Möchtegern Kopie Sarah Kreuz. Die ARD zeigt über Pfingsten die BBC-Verfilmungen (drei an der Zahl) von Henning Mankells "Wallander" mit dem von mir sowieso sehr gemochten, hier aber wieder eindrucksvoll aufspielenden Kenneth Branagh in der Titelrolle. Wer die Filme damals verpasst hat, sollte unbedingt mal nach den DVDs schauen, für mich die besten Wallander-Verfilmungen bisher. Stefan Raab spielte bei Pro7 das erste Mal Eisfußball - oder wie auch immer man dieses Geschliddere nannte. RTL erregte mit "Erwachsen auf Probe" mal wieder die Gemüter, und zwar schon vor der Ausstrahlung im Juni, da Frau von Leyen ein Verbot dieser Serie und das Handeln des Medienrates einforderte.
In Pro7s unerträglichem "Germany's Next Topmodel"-Casting gewann Sara Nuru. Die Finalshow war mal wieder so dermaßen aufgebläht, dass man sich fragte, wann die Zuschauer endlich streiken würden und sich die 1000te Wiederholung bereits gezeigter Szenen aus den vorherigen Shows nicht mehr antun. Aber sie lassen sich's weiterhin gefallen.

Musikalisch hätte der Mai ein ganz dunkler Monat werden können, wenn man sich nur vom Eurovision Song Contest leiten ließe, dabei war das ESC-Finale tatsächlich einer der besseren Shows im Vergleich zu früheren Jahren. Viel schlimmer waren die beiden Halbfinale, in denen die Spreu vom Weizen getrennt wurde und man sich fassungslos fragte: ist das wirklich die Art von Musik, die wir Europäer hören? Gewonnen hat den ESC ein weißrussisch-norwegischer Strahlemann mit einem nervtötendem Song, den ich seither glücklicherweise verdrängt habe: Alexander Rybak mit "Fairytale". Wie zu erwarten schnitten Alex Christensen und Oscar Loya mit ihrem "Miss Kiss Kiss Bang" unberauschend ab: Platz 20 für Deutschland. Da hats auch nichts genutzt, dass Dita van Teese sich unmotiviert auf der Bühne geräkelt hat.
Im Frühjahr verging kein Monat ohne neue Joaquin Phoenix-News, mittlerweile ist es ja etwas ruhiger geworden. Im Mai startete ein Web-Aufruf seitens Casey Affleck mit der Bitte, dass alle, die einem Phoenix-Auftritt beiwohnten und diesen gefilmt hätten, doch bitte ihre Amateurvideos einschicken sollten.
Im Gegensatz zum März und April hatte mein iPod im Mai wieder etwas mehr zu tun. Neue Alben von Eminem - "Relapse"- und den Manic Street Preachers - "Journal for Plague Lovers" - erschienen, die mir beide auf ihre Art und Weise sehr gut gefallen. Meine CD des Monats war jedoch eine andere, nämlich *tusch*

greendayGreen Day mit "21st Century Breakdown"
Da haben's die alten Punk-Recken den jungen nochmal gezeigt. "Peacemaker" ist mein ultimativer Liebling - bei dem ich das Gefühl habe, der Takt würde immer schneller gehen, dabei hab ich dann auch festgestellt, dass ich mit diesem Titel auf den Ohren aus unerfindlichen Gründen die U-und S-Bahn Treppen Berlins schneller hoch- und runterlaufe *g*. "Viva la Gloria" ist auch ein Traum, der Refrain zwar geklaut, aber das Teil wird im Laufe der dreieinhalb Minuten richtig schwungvoll. Ähnliches gilt auch für "Viva la Gloria (Little Girl)" - unglaublich melodischer Titel.  Bei "Before the Lobotomy" hab ich mich gefragt, wer zur Hölle das singt, das Intro klang so anders als Billy Joe Armstrongs Stimme. Nach dem Intro gehts dann aber gewohnt rockig zur Sache. "Last Night on Earth" hat so einen leichten Weihnachtsappeal und ist einfach so richtig schön schmalzig und kitschig. Was fürs Herz halt, braucht man ja auch mal zwischen den ganzen Gitarren... Etwas später gibt's noch "Restless Heart Syndrome" - auch so ein unaufgeregter, melodischer, ruhiger Song, bei dem man die Augen schließen und nur noch die Musik genießen will. "Murder City" macht mit den simplen aber effektiven Riffs wieder richtig Spaß und gehört zu den Songs, die ich gerne richtig laut höre. "21 Guns" klingt irgendwie nach einem alten Tremeloes-Klassiker o.ä., ich komm noch drauf, woran mich die Melodie erinnert. Außer "Know Your Enemy" ist auf der CD eigentlich kein Titel vertreten, den ich genervt weiterskippe, bei KYE auch nur, weil ich das letzte Drittel nur langweilig finde. Green Day haben sich über die Jahre zu richtig guten Musikern entwickelt, und Armstrongs Stimme scheint auch immer besser zu werden. Und bei den mitreißenden, Stadionrock artigen Songs vergisst man gerne mal, auf die Texte zu hören und singt sie eher unbedacht mit. Dabei haben Green Day durchaus etwas zu sagen.

Sonstiges

Barbara Rudnik - eine der besseren deutschen Schauspielerinnen, verstarb im Alter von nur 50 Jahren, und die großartige Monica Bleibtreu wurde nur 65.
Das Ende der Berliner Luftbrücke jährt sich zum 60. Mal. Noch einmal wird von einem alten Rosinenbomber und dessen 88jährigen Piloten Gail Halvorsen Schokolade über dem Flughafen Tempelhof abgeworfen.
Eine 66jährige Engländerin wird dank künstlicher Befruchtung erstmals Mutter. Das nenne ich Egoismus pur und bemitleide ihren Sohn schon jetzt.
Weitere Kinder saufen sich ins Koma, in allen Diskussionen rund ums Thema weiß jeder, wie das vermieden werden kann, doch nichts passiert.
Endlich wird auch in Berlin der jahrelange Broadway-Erfolg von "The Producers" aufgeführt, ein Musical, in dem über Hitler abgelacht werden darf. Warum hat das so lange gedauert?

Die Links zum Eintrag
Der Junge im gestreiften Pyjama
Public Enemy Nr. 1: Mordinstinkt
Public Enemy Nr. 1: Todestrieb
X-Men Origins: Wolverine
Duplicity
Star Trek
Fanboys
The Last House On The Left
Dragonball
Tage oder Stunden
Ricky
Illuminati
Crank 2: High Voltage
Wallander
ESC Halbfinale
ESC Finale
Joaquin Phoenix Rap-Doku

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Rückblick 2009: April

04_09_Header

Ein schwieriger Monat. Ende März musste ich den Tod meines Kaninchens Sukie wegstecken. Was mir schwer fiel, fiel leider ihrer Partnerin Hermine noch viel schwerer. Meine Süße hörte auf zu fressen und lag nur noch apathisch im Käfig, wollte gar nicht mehr raus. Verzweifelt bin ich los und habe für Zuwachs gesorgt, in der Hoffnung, die 3monatige Emily - erneut ein Löwenköpfchen - könnte der Großen etwas Lebensmut zurückgeben, und für einen kurzen Moment sah es auch so aus. Hermine berappelte sich und nahm wieder am Leben teil, doch suchte sie nach wie vor nach ihrer Sukie. Nach Ostern baute sie erneut ab und erkältete sich dann - trotz Impfung - vermutlich der geschwächte Körper war schuld. Das vom Arzt verschriebene (richtige! ich habs mittlerweile 1000 mal überprüft) Antibiotikum hat ihr den Rest gegeben. In der Nacht lagen wir noch gemeinsam auf dem Teppich, sie in meinem Arm, und ich konnte nicht aufhören sie zu streicheln. Am nächsten Morgen ging es völlig übermüdet zum Tierarzt, der sie noch an den Tropf legen wollte, mich dann aber ernst ansah und sagte, man wolle doch den armen Wurm nicht weiter quälen. Dazu muss man wissen: dieses Tier war nicht wie andere Kaninchen. Hermine war eigentlich eine Katze mit zu langen Ohren und zu kurzen Beinen, sie schnurrte nicht, aber knirschte mit den Zähnen, wenn es ihr gut ging. Sie brauchte den Kontakt zum Menschen - im Gegensatz zu Sukie, die von mir höchstens Futter annahm. Hermine konnte ich regelrecht in Trance streicheln, sie hörte auf ihren Namen und saß abends gerne neben - oder auf - mir auf der Couch, ließ sich die Pfötchen massieren und döste vor sich hin. Etwas, was ich immer noch sehr vermisse. Sie war aber auch ein kleines Monster, wenn es darum ging, Mist zu bauen. Sie lief mir in der Wohnung hinter her und ständig zwischen die Füße, wie man es nur von Hunden und Katzen gewöhnt ist. Und sie war wunderschön. Nach ihrem Tod  hatte ich vor, die Neue, Emily, erstmal alleine zu halten. Aber natürlich war mir klar, dass das egoistisch ist und habe dann Buffy dazugeholt, ein kleiner weißer Tuff von Löwenkopf, die sich sofort bestens mit Emily verstanden hat. So hatte ich Ende April wieder ein Kaninchenpärchen zuhause.
Das Wetter wurde schöner, die ersten warmen Tage kamen, und ich schwang mich auf mein Fahrrad, mit dem ich sowieso immer wieder irgendwie in Köpenick strande. Muss daran liegen, dass es dort so schön ist. Dafür endete Ende April eine Freundschaft. Manche Menschen können halt nicht damit umgehen, wenn man einmal deutlich macht, dass man über das Verhalten des anderen richtig sauer ist. Schade drum.
In der Blogcommunity kam Platzhirsch dazu, der sich aber in den letzten Monaten wieder sehr rar gemacht hat.

Film
Im April war ich ebenfalls recht häufig im Kino, doch gab die Auswahl der Filme nichts her, was irgendwie Nachhaltigkeit besessen hätte. Unterhaltung ja, aber nichts Besonderes. Einen Film des Monats April gibt es daher nicht für mich.
"John Rabe" lief im Kino an, so eine Art deutscher "Schindlers Liste" mit einem fantastischen Ulrich Tukur in der Hauptrolle. Leider hat der Film nicht den gewünschten Erfolg, vielleicht mag das Publikum aber auch eine Zeitlang keinen Stoff mehr sehen, der den Zweiten Weltkrieg aufarbeitet, verstehen könnte ich das. Auch der deutsche Filmpreis für Film und Hauptdarsteller Tukur konnte die Besucherzahlen nicht steigern. "John Rabe" hatte ich schon einige Monate zuvor in einem Testscreening gesehen und war damals sehr beeindruckt. Allein wegen Robert DeNiro habe ich mich dazu bewegen lassen, mir "Inside Hollywood" anzuschauen - den Film hatte ich völlig vergessen und habe auch gerade meinen Eintrag von damals nochmal sehr verwundert durchgelesen, weil ich mich überhaupt nicht dran erinnern kann. Das sagt ja schon alles. Dann gabs noch die "Knowing" Preview und die Erkenntnis, dass Nicolas Cage irgendwie einfach keine guten Filme mehr machen will. Völlig überrascht war ich, dass mir der vierte Aufguss von "Fast & Furious" tatsächlich gefiel und ich sogar Paul Walker ertragen konnte. Meine Dwayne Johnson Sucht wurde mit "Die Jagd zum magischen Berg" befriedigt, einem harmlosen Kinderscifi-Film, der aber von erster bis letzter Sekunde richtig Spaß gemacht hat, ebenso wie der sehr kindertaugliche Martial Arts Film "Forbidden Kingdom" mit Jackie Chan und Jet Li. Ole Bornedals "Bedingungslos" hat nicht vom Hocker gerissen, "Radio Rock Revolution" um den Piratensender in der Nordsee im Jahr 1966 dagegen sehr, wobei auch dieser am besten mit harmlos zu beschreiben ist. Dafür aber sehr witzig und mit einem absolut tollen Soundtrack. "Monsters vs Aliens" habe ich in 3D geschaut - gehörte aber auch zu den Filmen, die man schon vergessen hat, bevor der Abspann durch ist.

TV
"Primeval" Folge 3 passierte: Professor Nick Cutter ist tot. Hier müsste eigentlich eine Schweigeminute kommen, denn in dieses Rollenprofil - insbesondere auch aufgrund der verschmitzt-sexy-netten Darstellung von Douglas Henshall, hat es mir ziemlich angetan in den ersten beiden Staffeln. In meinem damaligen Eintrag habe ich noch Hoffnungen geschürt, dass da bestimmt noch irgendeine magische Auflösung kommen und Cutter natürlich überleben würde. Naja. Hoffnungen sind da, um zerstört zu werden. Dafür verdichteten sich die Gerüchte, dass "Primeval" dank Warner Bros irgendwann den Sprung ins Kino schaffen würde.
"Reaper" startete auf Pro7, die Serie in der Sam feststellen muss, dass seine Eltern seine Seele an den Teufel verkauft haben und dieser nun Sams Dienste einfordert, nämlich entflohene Seelen einzufangen und wieder in die Hölle zurückzuschicken. Dabei helfen ihm natürlich seine Freunde. Die herrlich komische Serie musste hierzulande erstmal in Gang kommen, zuletzt hatten die Folgen recht gute Quoten, Nachschub gibt es leider nicht, denn "Reaper" wurde in den USA nach Staffel 2 eingestellt.

Musik
Die Buga-Hymne wurde bekannt, und einige Menschen waren aufgrund dieses irgendwie sehr "braunen" Anstrichs, den die Musik hatte, schockiert. Ich auch.
Normalerweise sollte hier als CD des Monats Depeche Modes "Sounds of the Universe" beschrieben werden, das war sozusagen mein Plan, ehe ich wusste, dass ich so einen Rückblick überhaupt machen würden und vor allem ehe die Platte erschien. Als ich die Songs dann aber wieder und wieder durch die Boxen jagte und einfach nicht warm mit ihnen wurde, kann ich dieses Album nur noch als eine der größten musikalischen Enttäuschungen des Jahres bezeichnen.
Dagegen merkten Alex Christensen und Oscar Loya wenigstens noch vor ihrem Auftritt beim Eurovision Song Contest, dass sie allein kaum Chancen haben würden und gaben bekannt, sich Frau Dita von Teese als Showgirl dazuzuholen. Nun ja, im Mai-Rückblick sehen wir, obs was gebracht hat.
Im englischen Original vom Supertalent, nämlich "Britain's Got Talent" machte eine verhuschte, schottische Hausfrau mittleren Alters Furore. Die Dame - jeder kennt sie mittlerweile als Susan Boyle - kam im Hausmütterchenkleid auf die Bühne und sang vor dem zunächst skeptischen dann begeisterten Publikum "I dreamt a dream" aus dem Musical "Les Misérables". Per YouTube ging ihr Auftritt um die Welt, allein bis Ende Mai wurde das Video 6 Mio Mal angeklickt - zum derzeitigen Stand sind es über 33 Mio Mal. Am Ende wurde sie "nur" zweite, ein Zusammenbruch folgte, doch jetzt im Dezember ist ihre erste Platte erschienen, ein Auftritt bei Gottschalks Jahresrückblick, und ich bin mir sicher, von dieser Frau werden wir noch oft etwas hören. Hoffentlich geht diese ehrliche Person in diesem Business nicht unter. Eine Erfolgsstory sondergleichen. So, gerade nochmal Video geschaut und Tränchen im Auge.

Sonstiges
Kann man glauben, dass es schon so lange her ist? Im April begann der Schweinegrippen-Wahnsinn! Das öffentliche Leben in Mexiko kam zum Stillstand, Schulen wurden geschlossen, Jugendliche, die an Austauschprogrammen teilgenommen haben, wurden in Scharen wieder zurück nach Deutschland gebracht. Seit Ende April ist die Schweinegrippe - oder besser das H1N1-Virus - fast täglich auf dem Titelblatt der BILD-Zeitung, Verschwörungstheorien sind im Umlauf, etc.
Das war auch alles ganz praktisch, denn die Schweinegrippen News und Panikmache überlagerte andere wichtige Themen wie die Arcandor-Pleite, Opel- und Quelle-Diskussionen und andere desaströse Wirtschaftsnachrichten.
"Golden Girl" Bea Arthur ("Dorothy") verstirbt 86jährig an Krebs.
Am Schauspielhaus Düsseldorf wird der Fall Natascha Kampus thematisiert - oder eher die Gier der Mediengesellschaft an Informationen über den Fall und das Mädchen.
Johannes B. Kerner gibt bekannt, vom ZDF zu SAT.1 zu wechseln.
Das Urlaubsschiff MS Melody wird im Indischen Ozean nördlich der Seychellen von Piraten erfolglos angegriffen, Crew und Passagiere können dem Schlimmsten entgehen.
Günther Jauch wurde bei einer "Wer wird Millionär"-Sendung buchstäblich sprachlos, seine Stimme gibt den Geist auf, und seine Kandidatin muss ihre Fragen selbst vorlesen.

Links zum Eintrag
Das neue Kaninchen
R.I.P. Hermine
Buffy ist da
John Rabe
Inside Hollywood
KnowingFast & Furious
Die Jagd zum magischen Berg
Bedingungslos
Forbidden Kingdom
Radio Rock Revolution
Monsters vs Aliens
Primeval
BUGA-Hymne
Susan Boyle in "Britain's Got Talent"

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Rückblick 2009: März

03_09_Header

Zunächst einmal Danke für die durchweg positive Resonanz auf meinen kleinen Rückblicksversuch, der auch tatsächlich etwas Arbeit aber dafür um so mehr Spaß macht. Der März-Header wurde von Hannibal "The Cannibal" Lecter geprägt, passend zu den Fantasy Filmfest Nights.
Im März kam hier der erste des "Darkagent"-Blog-Dreiers in die Community: Spideragent, der weiterhin fleißig seine lesenswerten Film- und TV-Reviews schreibt.
Ich habe in einer Nachtaktion angefangen, meine bisherigen Filmreviews per Bloglisten aufzuräumen. Das möchte ich nicht nochmal tun müssen.
Ach, der März hat so gut angefangen und musste leider so tragisch enden. Meine geliebte kleine Maus - Sukie, ein schokobraunes Löwenkopfkanichen - verstarb an einem Tumor. Die Süße wurde knappe fünf Jahre alt, war wunderschön, zickig, eigensinnig und wirkte, als hätte Walt Disney sie persönlich gemalt, um sie dann Klopfer zu nennen. Eine Erkenntnis: es ist egal wie alt man ist, ob 10 oder 35 - wenn ein geliebtes Tier stirbt, dann weint und trauert man wie um einen Freund. Leider ging es ebenso traurig in den April - aber das im nächsten Rückblick.

Film
Der März war hauptsächlich geprägt von den Fantasy Filmfest Nights, dieses zweitägige Minifestival, das die Lust auf das richtige Filmfest im August nur noch weiter schürt. Mal abgesehen von dem dortigen Filmprogramm zählt das Frühjahr für mich sowieso immer zur Kinohardcore-Phase.
Im Kino war es zunächst "Watchmen", der  mich völlig wegblies. Gleichermaßen ein Film, der definitiv die Meinungen spaltete. Die einen fanden ihn fürchterlich langweilig, die anderen fanden den Comic tausendmal besser, und wiederum andere waren beeindruckt, dass eine Comicverfilmung auf einer ganz anderen Ebene stattfinden kann, als die typischen Vertreter dieses Genres. Ich habe ihn mittlerweile nochmals auf DVD gesehen und musste feststellen, dass der Zauber gebrochen wurde. Hätte ihn danach nicht wieder so extrem gut bewertet, weil ich echt Probleme hatte, nicht einzuschlafen. Danach "The Wrestler", Mickey Rourkes Comeback (was ist eigentlich mit "Sin City"?), ein unglaublich guter Darsteller, aber ein Film, der seine Schwächen hatte. Danny Boyles "Slumdog Millionaire" - DER Oscargewinner, der Publikumsliebling schlechthin, der scheinbar alle Geschmäcker auf sich vereinigen konnte. Ich fand ihn auch großartig. Nicht umsonst wurde er zum Dauerbrenner im Kino, der beispielsweise im CineStar am PotsPlatz in Berlin monatelang lief. Jetzt schon ein Klassiker. Über "The Unborn" dagegen darf man eigentlich keine Worte verlieren, einer der schlechtesten Horrorfilme des Jahres. Einer der schönsten Filme des Jahres - im wörtlichen Sinne - lief dafür hierzulande leider nur in kleinen, ausgewählten Kinos, nämlich Tarsem Singhs "The Fall". Nicht unbedingt die tollste Geschichte, aber visuell so beeindruckend, dass der Film auf DVD nur verlieren kann und diejenigen sich glücklich fühlen durften, die eine Chance hatten, ihn auf der großen Leinwand zu sehen. "The Fall" gab dem Begriff "bildgewaltig" eine neue Bedeutung.
FFF Nights: "The Horsemen", "Franklyn", "Book of Blood" und "Long Weekend" waren die großen Enttäuschungen, Filme, bei denen man sich echt durchquälen musste. "Deadgirl" beinhaltete sicherlich ein echt perverses Thema, mir hat aber die Umsetzung so gut gefallen, dass ich über mein Ekelgefühl hinwegsehen konnte. "My Bloody Valentine" hätte ich gerne in 3D gesehen, so war es  nur ein mittelmäßiges Remake. "Dead Snow" - der finnische Nazi-Zombie Film und "Splinter" - australischer Tierhorror - waren totale Spaßfilme. Nicht mehr und nicht weniger. Während "The Good The Bad The Weird" - die koreanische Hommage an "Zwei glorreiche Halunken" für mich einer DER Filme des Jahres ist - was Realisation, Musik, Schauspieler und Spaßfaktor anbetrifft. Und das kann ich schreiben, nachdem ich ihn mittlerweile schon zwei weitere Male auf DVD gesehen habe.

TV
"The Mentalist" startete im März auf SAT.1. Ich hatte vorher schon die Gelegenheit, die ersten Folgen im Original zu sehen und war begeistert. Nicht, dass die Serie etwas bahnbrechend Neues bereit hielt, aber mit ihrer Hauptperson - gespielt vom superben Simon Baker - und dem netten Polizeiteam brachte sie eine wirklich angenehme Krimiform wieder zurück auf den Bildschirm, weniger Technik, mehr Köpfchen, jedoch niemals besserwisserisch, sondern charmant. Ein Mitraten für die Zuschauer. Toll. Hoffe, die zweite Staffel läuft auch bald.
Vox brachte endlich die erste Staffel von "Life", für die ich ja schon eine ganze Weile Werbung gemacht habe. Ähnlich wie beim Mentalisten geht es da mehr um die eigentliche Ermittlungsarbeit, das Ermittlerduo entsprach nicht der 08/15 Formel, und alles war so schön zurückgenommen inszeniert. Erst die zweite Staffel im Herbst sollte Vox die besseren Quoten bringen. Schade, dass die Serie in den USA nicht mehr produziert wird, ich persönlich könnte Charlie Crews gerne noch ein Weilchen zusehen.
Und Pro7 stand mit "Fringe" in den Startlöchern, einer Mysteryserie, die in den USA außerordentlich gut lief und auch hier einen positiven Start hatte.
Und das allerbeste: meine geliebte, wundervolle, tollste etcpp Serie kam zurück auf den Bildschirm (Pro7), nämlich die dritte Staffel der englischen SciFi-Produktion "Primeval". Sie konnte nicht ganz mit den anderen beiden Staffeln zuvor mithalten, insbesondere Folge 3 im April sollte mich frusten, aber im Großen und Ganzen war ich wieder angefixt.
Der "Stromberg"-Ernie, nämlich Bjarne Mädel, bekam auf Pro7 seine eigene Serie: "Der kleine Mann", abends spät im Programm versteckt, haben mich die Folgen nicht umgehauen.

Musik
In einem ansonsten mauen Frühling und Sommer - was Konzerte anbetrifft - war ich im März bei den Eagles of Death Metal, die für mich eine DER Partybands schlechthin sind. Entsprechend spaßig war auch die Show und spätestens da bin ich zum ewigen Fan geworden.
Joaquin Phoenix war auch umtriebig und ließ sich dabei filmen, wie er bei einem Auftritt einen schimpfenden Zuschauer attackiert hat.
Plattentechnisch hat mich der März nicht umgehauen. Phoenix (nicht Joaquin, sondern die Pop-Franzosen) brachten ihre neue Scheibe "Wolfgang Amadeus Phoenix" raus. Aber da mir darauf nur zwei Songs gefallen, nämlich "1901" und "Fences", verzichte ich auf eine ausführlichere Beschreibung.
Lady GaGa's "Pokerface" war aus den Charts nicht mehr wegzudenken, aber bei mir dauerte es noch eine Weile, bis ich dieser Künstlerin zu Füßen lag.

Sonstiges
Am 11.03. tötet der 17jährige Tim Kretschmer in einem Amoklauf an seiner Schule in Winnenden 15 Menschen - inklusive den Opfern auf seiner Flucht. Am Ende konnte die Polizei ihn stellen, und Tim richtete sich selbst. Ein schwarzer Tag, der bis heute nachdenklich macht.
Im Zuge der 3D-Technik - die in ihrer neuen, digitalen Form mit immer mehr Produktionen Einzug ins Kino hielt, müssen langsam auch die "normalen" Säle aufrüsten. Im März machte UCI den Anfang und sorgte für die 3D Projektion in ihren Kinos.
Die Abwrackprämie wird verlängert, nachdem es bereits hieß Rien ne va plus.
Nach einem Saufexzess stirbt ein Schüler auf einer Klassenfahrt, zwei andere schwebten in Lebensgefahr, Komasaufen kommt wieder in die Schlagzeilen, doch ändert sich nichts.
In Kolumbien schockt ein Inzestfall á la Josef Fritzl: ein Vater zeugte acht Kinder mit seiner Tochter.
Die Phantom-Mörderin aus Heilbronn gerät wieder in die Schlagzeilen.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Rückblick 2009: Februar

02_09_Header

Im Februar wurde mein Blog von Al Pacinos Tony Montana alias "Scarface" angeführt. Als ich den Header bastelte, ahnte ich noch nicht, dass der aggressive Montana zu meiner eigenen Stimmung im Februar recht gut passen würde. Beruflich gab es eine kleine Irritation, die mich zeitweilig extremst verärgert hat.
Auch im Februar wars noch richtig kalt, von Frühling keine Spur, nur mein Heuschnupfen machte sich bereits bemerkbar.
Die Oscar-Verleihung habe ich nicht wie gewollt im Kino verbracht, sondern dann doch auf meiner Couch zuhause mit einer Thermoskanne voll schwarzem Kaffee und 'ner Dreier-Konferenz mit Freundin und Schwester :) Eine kurzweiligere Show als in den letzten Jahren, leider kann ich Hugh Jackman seit seiner Musical-Nummer mit Beyoncé seitdem nicht mehr ernst nehmen.

Was gibts sonst in Sachen Film? In diesem Monat habe ich die wöchentliche Kinovorschau eingeführt, nicht, dass ich das dann Woche für Woche wirklich durchgehalten habe, aber ich gab und gebe mir Mühe.
Mit meiner Review zu "96 Hours" habe ich mir in diesem Blog erstmals Watschen eingefangen, von Leuten, die nicht nachvollziehen konnten, dass man anderer Meinung sein und den Film schlichtweg nicht so toll finden kann. Vielleicht sollte man dann besser die Finger von den Reviews anderer Blogger lassen, anstatt in den Kommentaren dann rumzupöbeln. Glücklicherweise kam das im Laufe des Jahres dann nicht so oft vor.
Mit "Frost/Nixon" und "Milk" erhielt man im Februar im Kino schöne Lehrstunden über Politik und Gesellschaft in den USA, beide Filme spielten in den 70er Jahren, die Watergate-Affäre und die Liberalisierung von Homosexuellen wirkten jedoch gar nicht mehr so abstrakt, insbesondere nach der US-Politik der vergangenen Jahre schienen diese Probleme - wenn auch in anderer Form - wieder aktuell zu sein. Zwei Filme, die sehr  zum Nachdenken angeregt haben, die ein gutes Zeitzeugnis abliefern und mit tollen Darstellern. Dagegen konnten "Underworld 3" und natürlich auch "Freitag, der 13." nur abstinken. "The International" hatte mir noch im Kino extrem gut gefallen, jetzt muss ich feststellen, dass ich den gesamten Plot bereits vergessen habe und gar nicht mehr so genau weiß, was ich damals gut fand. So ist das manchmal.

TV
Während die 6. DSDS Staffel in die Mottoshows ging und ich mir die Auftritte jeweils am nächsten Werktag in der Mittagspause im Schnelldurchlauf angeschaut habe, versuchte sich Pro7 schon seit Januar in einer ganz anderen Art von Casting. Die zweite Staffel der "Uri Geller Show" erntete glücklicherweise schlimmste Kritik und üble Quoten. Eine Sendung, in der wöchentlich zig Zuschauer ganz bewusst für dumm verkauft wurden, wenn die Kamera das Publikum zeigte, welches mit verzaubert-fassungslosem Blick die Illusionskünstler auf der Bühne beobachtete, wurde einem ganz schlecht. Ob die vor der Aufzeichnung Drogen bekommen haben? Die Promi-Gäste auf jeden Fall, nur so erklärten sich die Auftritte von Leuten wie Simon Gosejohann oder Jürgen Vogel. Auf jeden Fall gingen die Quoten im Februar in den tiefen Keller, und Fans der Sendung haben es dem langen Atem von Pro7 zu verdanken, dass hier tatsächlich noch ein "Next Uri Geller" gekürt wurde, Jan Becker, der Mentalist. Den "echten" Mentalisten gabs dann ab März auf SAT.1.
Außerdem wurde uns im Februar der deutsche Teilnehmer des Eurovision Song Contests vorgestellt, anlässlich der Echo-Verleihung, in der Barbara Schöneberger in schreckliche Klamotten gezwängt wurde und die - wie so oft bei deutschen Preisverleihungen - nicht an das US-Vorbild des Grammys o.ä. heranreichen konnte. Was Alex Christensen und Oscar Loya anbetrifft, war ich doch zwiegespalten. Mit geschlossenen Augen klang der Song auch nicht schlimmer als "Mambo No 5" von Lou Bega damals, aber zusehen durfte man der Performance auf keinen Fall. Und auch hier wieder ein passender Übergang zur

Musik: Hier machte Joaquin Phoenix auch im Februar von sich reden, mit einem irgendwie schräg gearteten Interview bei Late Night Talker David Letterman, in dem Phoenix offenbar physisch auf einem anderen Planeten war und sich nur per Astralprojektion im Talk Show Sessel wiederfand. Oder so (siehe YouTube Link unten). Weiß man jetzt eigentlich, was Phoenix Herrn Letterman am Schluss ins Ohr geflüstert hat?
Ansonsten bescherte uns der Februar zwei gute Scheiben (natürlich Geschmackssache), nämlich die "It's not me, it's you" von Lily Allen, auf der sie weiterhin mit Kleinmädchencharme und Kodderschnauze die Wahrheiten dieser Welt herausquiekt, dass man ihr einfach gerne zuhört. Auf die andere CD, meine CD des Monats sozusagen, gehe ich hier ausführlicher ein:

MandoDiao2009 hatten Mando Diao mit "Give me fire" ihren endgültigen Durchbruch auch beim Mainstream Publikum. Dabei vergisst man gerne, dass die Band schon einige erfolgreiche Alben draußen hat und Titel wie "Down in the past" oder "God knows" beispielsweise von "Hurricane Bar" aus dem Jahr 2005 in jede Rock-Playlist gehören. Doch die Vorabsingle-Auskopplung von "Dance with somebody" - diese tolle Symbiose aus Rock und Dancemusik sorgte dafür, dass Mando Diao auch ganz schnell Clubbesuchern ein Begriff wurden. Mit diesem Titel gelangten sie bis auf Platz 2 der Singlecharts. Der Rest des Albums unterscheidet sich dann schon von dem ersten Hit, da bleibt es mehrheitlich rockig, die Anleihen an Mando Diaos Helden The Kinks, die Stones, The Who und anderen merkt man deutlich heraus. Mein absolutes Highlight des Albums ist und bleibt "High Heels", man sieht den Sänger förmlich einer langbeinigen Frau zu Füßen liegen, eine bluesige Nummer, die es wirklich in sich hat. "Give me Fire" ist ein richtiger Stadionrocksong. Titel Nr1 "Blue Lining, White Trenchcoat" vereint Soul mit altmodischem Garagenrock. Insgesamt ist "Give me Fire" ein Liebhaberalbum für alle Fans von schrammeligen Gitarren, schönen Melodien und schnoddrigem Gesang. Mein Februar-Album also :)

Sonstiges:
Die KaDeWe Diebe Hassan und Abbas O. wurden gefasst.
Mehdorn entschuldigt sich bei den Mitarbeitern des Bahn-Konzerns für den Datenskandal und gab an, dass im Jahr 2009 keine Mitarbeiterinformationen gesammelt würden.
Die Akte Opel-Rettungsplan wird geöffnet und der Bundesregierung im Verlaufe der nächsten Monate viel Geld kosten.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wird mit Anträgen auf die Abwrackprämie überflutet.

Links zum Eintrag
Oscar-Verleihung
96 Hours
Frost/Nixon
The International
Milk
Freitag, der 13.
Underworld 3: Aufstand der Lykaner
Joaquin Phoenx bei David Letterman

Sonntag, 6. Dezember 2009

Rückblick 2009: Januar

01_09_Header

Im Januar hat Marv ("Sin City") meinen Blogheader verschönt, ein neues Konzept habe ich damit aufgestellt, monatlich wurde seitdem der Header geändert und bekannte Klassiker der Filmgeschichte lieferten den Rahmen für meine Ideen, als Nicht-Grafiker hat mich das manchmal vor Probleme gestellt, aber glücklicherweise entdeckte ich dann dieses kleine Tool namens Gimp :)
Frohen Mutes bin ich in das Jahr 2009 geschliddert. Zu Beginn eines neuen Jahres bin ich immer so hin-  und hergerissen zwischen freudiger Erwartung und pessimistischer Grundhaltung, dass auch ein neues Kalenderjahr nicht DIE erhoffte Änderung mit sich bringen wird, wobei man häufig gar nicht genau weiß, worin sie bestehen sollte.
Der Januar war kalt, so weit ich mich erinnern kann, meinen Kaninchen habe ich einen Vorhang an den Rücken ihres Käfigs gebastelt, damit sie keine Zugluft abbekommen. Ich erinnere mich auch an das viele Glatteis und die Streuwagen, die irgendwie immer nur da fuhren, wo sie keiner brauchte, zumindest bekam man im Laufe der Zeit das Gefühl.
Zwei neue Blogfreunde kamen dazu - Fleming und Flightattendantlovesmovies, ein netter Zuwachs für die Blogcommunity, und bei beiden lese ich immer wieder gerne. Gerade die Geschichten Flemings, bei denen man manchmal nicht genau weiß, schreibt er jetzt über ein eigenes Erlebnis, wie viel davon ist ausgedacht, sind lesenswert. Und unsere Stewardess versorgt uns mit den neuesten Filmreviews von Filmen, die hierzulande meist erst nach Monaten anlaufen.
Die Golden Globe Verleihung habe ich live mitgetickert, im kommenden Jahr werde ich mich da wohl eher mit Twitter beschäftigen und hier nur noch die Zusammenfassung reinstellen. Aber schön wars, hab mit Kate Winslet geweint.
Bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen habe ich dann, glaube ich, permanent nur den Kopf geschüttelt, speziell die "Tropical Thunder"-Nominierung für Robert Downey jr haut mich - nach fast einem Jahr - immer noch um.

Überhaupt Film: Der Januar war bei mir ein echter Filmmonat: "Transporter 3", "Righteous Kill", "Bedtime Stories", "Sieben Leben", "Twilight", "Zeiten des Aufruhrs", "Der seltsame Fall des Benjamin Button" - ziemlich unterschiedlicher Genremix. Dabei war "Transporter 3" sicherlich die Enttäuschung des Monats, "Twilight" hatte zu dem Zeitpunkt zwar schon einen Hype ausgelöst, war aber noch weit entfernt von dem, was uns im November mit "New Moon" an Hysterie beschert wurde. Dass ich in der Fortsetzung Monate später zwischen kreischenden Teenies im Kino sitzen würde, hätte ich mir im Januar noch nicht vorstellen können. Was Nachhaltigkeit anbetrifft, so gilt Sam Mendes "Zeiten des Aufruhrs" für mich immer noch als Highlight - des Januars sowieso, aber auch des Jahres. Ein zeitloser Film, der auch in zehn Jahren das Publikum noch berühren wird mit seiner klugen, sensibel erzählten Geschichte einer Ehe am Abgrund und mit außergewöhnlichen Darstellerleistungen von Kate Winslet und Leonardo DiCaprio.

Im TV gabs nicht viel Neues: "Terminator - Die Sarah Connor Chroniken" starteten auf Pro7 mit mauen Quoten. Keiner wollte die coole Lena Headey als Sarah Connor und Summer Glau als Terminatorin sehen, schade eigentlich, jedoch blieb der Serie auch im US-TV kein Erfolg beschieden, nach zwei durchwachsenen Staffeln wurde die Produktion eingestellt, und auch Pro7 beförderte die erste Staffel irgendwann ins Nachtprogramm.
Die 6. Staffel von DSDS erfreute oder beschämte uns auf RTL wieder mit den Castingsendungen, in denen so viele Menschen sich zum Affen machen, dass man hinterher am liebsten seine Staatsangehörigkeit ändern möchte. Das bringt mich zum nächsten Thema, nämlich

Musik
Schon Wochen zuvor verwirrte US-Schauspieler Joaquin Phoenix mit der Ansage, seine Schauspielkarriere an den Nagel zu hängen und stattdessen lieber einen Neuanfang als Rapper zu wagen. Seine Gehversuche im harten Hip Hop Business sollten von Casey Affleck auf Film gebannt werden. Im Januar dann kursierten erste Videos von Phoenix' Liveauftritten in kleineren Clubs durchs Netz, die dem Betrachter echt Angst machen. Alles nur ein PR-Gig, oder meint der Mann das wirklich ernst?
Wirklich ernst meinten es im Januar dagegen andere Künstler. Die Eagles of Death Metal veröffentlichten ihr drittes Album "Heart on", welches auch auf dem deutschen itunes schon seit November erhältlich war (oder ich hatte Glück?), das herrliche Partyalbum habe ich entsprechend bereits im November 08 besprochen und muss daher nicht näher darauf eingehen.

franzferdinandtonightDoch dann schlichen sich Franz Ferdinand mit ihrem "Tonight: Franz Ferdinand", dem dritten Longplayer der Schotten, in mein Herz. Beim ersten Durchlauf wusste ich überhaupt nicht, was ich mit den Stücken anfangen sollte, irgendwie wirkten die Titel so durcheinander, gar nicht wie aus einem Guss. Von Mal zu Mal stellte ich dann langsam fest, dass ich vermutlich bereits im Januar eines der besten Alben des laufenden Jahres auf meinem iPod verewigt hatte. Bis auf "Dream Again" überzeugt jeder Titel, und wenn auch alle enorm tanzbar sind, so passen sie doch  zu unterschiedlichen Gefühlslagen. Beispielsweise ist "Turn it on" zu meinem Zornsong geworden, wenn ich wirklich wütend bin, singe ich (mal im Stillen, mal laut) die Zeilen mit und fühle mich besser. "No Your Girls" ist ein dermaßener gute Laune-Song, dass man beim Hören gar nicht anders kann, als zu grinsen. "Can't Stop The Feeling" hat einen fantastischen Beat und totalen Ohrwurmcharakter. Alex Kapranos hat definitiv an seiner Stimme gearbeitet, manchmal muss man fast zweimal hinhören, um ihn zu erkennen. "Tonight: Franz Ferdinand" ist für mich eindeutig DAS Januar-Album und zählt somit zu den besten Scheiben des Jahres.

Sonstiges: Im KaDeWe wurde in der Nacht zum 25.01. Schmuck im Wert von 5 Mio Euro gestohlen, ein spektakulärer Raub ohne Spuren am Tatort und ohne, dass Alarm ausgelöst wurde. Perfekte Planung, die den Schluss nahelegten, dass die Täter einen Insider im KaDeWe hatten. Tagelang beherrschte das Thema die Berliner Presse, Vergleiche zu "Oceans' Eleven" oder "Rififi" wurden gezogen, bis sich dann einen Monat später schon alles aufklärte.
Bei der hessischen Landtagswahl am 18.01. zeigte sich schon, wohin die Reise für die SPD auf bundespolitischer Ebene hinführen würde.
Am 15.01. notwasserte der Airbus A-320 der Linie US-Airways auf dem Hudson River in New York. Die spektakuläre Landung des Piloten Chesley Burnett Sullenberger III. (allein für den Namen sollte es einen Orden geben) rettete damit Passagieren und Crew das Leben.

Die Links zum Eintrag:
Golden Globe Verleihung
Transporter 3
Righteous Kill
Bedtime Stories
Sieben Leben
Twilight
Zeiten des Aufruhrs
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Joaquin Phoenix rappt
Eagles of Death Metal - Heart on

Sonntag, 12. Oktober 2008

Aktueller Lieblingssong

Ich hätte ja im Vorfeld nie gedacht, dass Jack White und Alicia Keys so toll miteinander harmonieren würden - aber der neue Bond-Song für "Quantum of Solace", der glücklicherweise einen ansprechenderen Titel trägt, nämlich "Another Way to Die" ist mal absolut klasse!

Man möchte fast schreiben, dass es schwer ist, herauszuhören, wer von beiden gerade singt *lacht*. Das sind die Momente, da erfahren meine Nachbarn wieder, wie laut ich meine Anlage aufdrehen kann, wenn ich nur will!