Im Januar hat Marv ("Sin City") meinen Blogheader verschönt, ein neues Konzept habe ich damit aufgestellt, monatlich wurde seitdem der Header geändert und bekannte Klassiker der Filmgeschichte lieferten den Rahmen für meine Ideen, als Nicht-Grafiker hat mich das manchmal vor Probleme gestellt, aber glücklicherweise entdeckte ich dann dieses kleine Tool namens Gimp :)
Frohen Mutes bin ich in das Jahr 2009 geschliddert. Zu Beginn eines neuen Jahres bin ich immer so hin- und hergerissen zwischen freudiger Erwartung und pessimistischer Grundhaltung, dass auch ein neues Kalenderjahr nicht DIE erhoffte Änderung mit sich bringen wird, wobei man häufig gar nicht genau weiß, worin sie bestehen sollte.
Der Januar war kalt, so weit ich mich erinnern kann, meinen Kaninchen habe ich einen Vorhang an den Rücken ihres Käfigs gebastelt, damit sie keine Zugluft abbekommen. Ich erinnere mich auch an das viele Glatteis und die Streuwagen, die irgendwie immer nur da fuhren, wo sie keiner brauchte, zumindest bekam man im Laufe der Zeit das Gefühl.
Zwei neue Blogfreunde kamen dazu -
Fleming und
Flightattendantlovesmovies, ein netter Zuwachs für die Blogcommunity, und bei beiden lese ich immer wieder gerne. Gerade die Geschichten Flemings, bei denen man manchmal nicht genau weiß, schreibt er jetzt über ein eigenes Erlebnis, wie viel davon ist ausgedacht, sind lesenswert. Und unsere Stewardess versorgt uns mit den neuesten Filmreviews von Filmen, die hierzulande meist erst nach Monaten anlaufen.
Die Golden Globe Verleihung habe ich live mitgetickert, im kommenden Jahr werde ich mich da wohl eher mit Twitter beschäftigen und hier nur noch die Zusammenfassung reinstellen. Aber schön wars, hab mit Kate Winslet geweint.
Bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen habe ich dann, glaube ich, permanent nur den Kopf geschüttelt, speziell die "Tropical Thunder"-Nominierung für Robert Downey jr haut mich - nach fast einem Jahr - immer noch um.
Überhaupt
Film: Der Januar war bei mir ein echter Filmmonat: "Transporter 3", "Righteous Kill", "Bedtime Stories", "Sieben Leben", "Twilight", "Zeiten des Aufruhrs", "Der seltsame Fall des Benjamin Button" - ziemlich unterschiedlicher Genremix. Dabei war "Transporter 3" sicherlich die Enttäuschung des Monats, "Twilight" hatte zu dem Zeitpunkt zwar schon einen Hype ausgelöst, war aber noch weit entfernt von dem, was uns im November mit "New Moon" an Hysterie beschert wurde. Dass ich in der Fortsetzung Monate später zwischen kreischenden Teenies im Kino sitzen würde, hätte ich mir im Januar noch nicht vorstellen können. Was Nachhaltigkeit anbetrifft, so gilt Sam Mendes
"Zeiten des Aufruhrs" für mich immer noch als Highlight - des Januars sowieso, aber auch des Jahres. Ein zeitloser Film, der auch in zehn Jahren das Publikum noch berühren wird mit seiner klugen, sensibel erzählten Geschichte einer Ehe am Abgrund und mit außergewöhnlichen Darstellerleistungen von Kate Winslet und Leonardo DiCaprio.
Im
TV gabs nicht viel Neues: "Terminator - Die Sarah Connor Chroniken" starteten auf Pro7 mit mauen Quoten. Keiner wollte die coole Lena Headey als Sarah Connor und Summer Glau als Terminatorin sehen, schade eigentlich, jedoch blieb der Serie auch im US-TV kein Erfolg beschieden, nach zwei durchwachsenen Staffeln wurde die Produktion eingestellt, und auch Pro7 beförderte die erste Staffel irgendwann ins Nachtprogramm.
Die 6. Staffel von DSDS erfreute oder beschämte uns auf RTL wieder mit den Castingsendungen, in denen so viele Menschen sich zum Affen machen, dass man hinterher am liebsten seine Staatsangehörigkeit ändern möchte. Das bringt mich zum nächsten Thema, nämlich
Musik
Schon Wochen zuvor verwirrte US-Schauspieler Joaquin Phoenix mit der Ansage, seine Schauspielkarriere an den Nagel zu hängen und stattdessen lieber einen Neuanfang als Rapper zu wagen. Seine Gehversuche im harten Hip Hop Business sollten von Casey Affleck auf Film gebannt werden. Im Januar dann kursierten erste Videos von Phoenix' Liveauftritten in kleineren Clubs durchs Netz, die dem Betrachter echt Angst machen. Alles nur ein PR-Gig, oder meint der Mann das wirklich ernst?
Wirklich ernst meinten es im Januar dagegen andere Künstler. Die Eagles of Death Metal veröffentlichten ihr drittes Album "Heart on", welches auch auf dem deutschen itunes schon seit November erhältlich war (oder ich hatte Glück?), das herrliche Partyalbum habe ich entsprechend bereits im November 08 besprochen und muss daher nicht näher darauf eingehen.

Doch dann schlichen sich
Franz Ferdinand mit ihrem
"Tonight: Franz Ferdinand", dem dritten Longplayer der Schotten, in mein Herz. Beim ersten Durchlauf wusste ich überhaupt nicht, was ich mit den Stücken anfangen sollte, irgendwie wirkten die Titel so durcheinander, gar nicht wie aus einem Guss. Von Mal zu Mal stellte ich dann langsam fest, dass ich vermutlich bereits im Januar eines der besten Alben des laufenden Jahres auf meinem iPod verewigt hatte. Bis auf "Dream Again" überzeugt jeder Titel, und wenn auch alle enorm tanzbar sind, so passen sie doch zu unterschiedlichen Gefühlslagen. Beispielsweise ist "Turn it on" zu meinem Zornsong geworden, wenn ich wirklich wütend bin, singe ich (mal im Stillen, mal laut) die Zeilen mit und fühle mich besser. "No Your Girls" ist ein dermaßener gute Laune-Song, dass man beim Hören gar nicht anders kann, als zu grinsen. "Can't Stop The Feeling" hat einen fantastischen Beat und totalen Ohrwurmcharakter. Alex Kapranos hat definitiv an seiner Stimme gearbeitet, manchmal muss man fast zweimal hinhören, um ihn zu erkennen. "Tonight: Franz Ferdinand" ist für mich eindeutig DAS Januar-Album und zählt somit zu den besten Scheiben des Jahres.
Sonstiges: Im KaDeWe wurde in der Nacht zum 25.01. Schmuck im Wert von 5 Mio Euro gestohlen, ein spektakulärer Raub ohne Spuren am Tatort und ohne, dass Alarm ausgelöst wurde. Perfekte Planung, die den Schluss nahelegten, dass die Täter einen Insider im KaDeWe hatten. Tagelang beherrschte das Thema die Berliner Presse, Vergleiche zu "Oceans' Eleven" oder "Rififi" wurden gezogen, bis sich dann einen Monat später schon alles aufklärte.
Bei der hessischen Landtagswahl am 18.01. zeigte sich schon, wohin die Reise für die SPD auf bundespolitischer Ebene hinführen würde.
Am 15.01. notwasserte der Airbus A-320 der Linie US-Airways auf dem Hudson River in New York. Die spektakuläre Landung des Piloten Chesley Burnett Sullenberger III. (allein für den Namen sollte es einen Orden geben) rettete damit Passagieren und Crew das Leben.
Die Links zum Eintrag:
Golden Globe Verleihung
Transporter 3
Righteous Kill
Bedtime Stories
Sieben Leben
Twilight
Zeiten des Aufruhrs
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Joaquin Phoenix rappt
Eagles of Death Metal - Heart on