Samstag, 10. September 2011

Berlin Festival am 09.09.2011, Flughafen Tempelhof, Berlin

SAM_0112Das Berlin Festival in den Hangars des Flughafen Tempelhof startete gestern mittag und ist heute noch im vollen Lauf. Aus Kostengründen und weil mir das Line-up des zweiten Festivaltages nicht so gefällt, hab ich mir lediglich die Tageskarte für gestern gegönnt und dies auch nicht bereut: Recht unterschiedliche Bands, was musikalische Schubladen anbetrifft, die aber allesamt live überzeugen konnten.
Schön auch, dass den Besuchern das zeitweilig etwas feuchte Wetter nichts anhaben konnte, Bühnen und Zuschauerräume waren ja überdacht, wer dann zwischendurch gar nicht mehr stehen konnte, fand überall Sitzgelegenheiten (wenn man sich nicht einfach auf den Boden setzen wollte), und *hurra* die Klos waren auch begehbar.
So gut besucht, wie ich eigentlich dachte, sah es allerdings nicht aus. Selbst am Abend konnte eigentlich noch jeder einen relativ guten Platz vor den Bühnen ergattern, die Zuschauermassen, die zwischen den Stages hin- und herliefen, wirkten überschaubar, was auch erklärt, warum es ganz entspannt noch Tickets an der Tageskasse gab. Entspannung machte sich auch auf dem Festivalgelände breit, Platz war wie erwähnt genug, kein Gedrängel, die Securities hatten so gut wie nichts zu tun und waren daher auch immer für ein kleines Pläuschchen zu haben. Ansonsten ist man schnell mit anderen Festivalgästen ins Gespräch gekommen, bei CSS stand ich in einer Franzosengruppe, mit denen ich echt sehr viel gelacht hab, bei Primal Scream wars ein asiatisches Pärchen auf Berlinurlaub, die vorab die Ruhe selbst waren und während des Sets herrlich ausgetickt sind, und bei Suede waren wir dann eine spanisch-britisch-deutsche Gruppe, in der wir gegenseitig auf unsere Taschen & Jacken aufgepasst und uns ansonsten meist nur breit angegrinst haben *lach*.
Die Konzerte wurden allesamt gefilmt und werden ab heute Abend ab 20.00 Uhr in ZDFkultur gezeigt, ob komplett oder nur Ausschnitte kann ich nicht sagen. Sollten Ausschnitte von CSS gezeigt werden, wenn ihr da ne dunkelblonde, dicke Frau im schwarzen Shirt in der ersten Reihe seht, könnte das eure Frau Flinkwert sein, denn der Typ mit der Kamera stand aus unerfindlichen Gründen ständig vor mir.
Los gings für mich ab 15.30 Uhr mit Austra, die Band, die ich erst kürzlich entdeckt habe und deren Debütalbum "Feel It Break" bei mir momentan in Heavy Rotation auf dem iPod läuft. Dementsprechend wollte ich sie auf keinem Fall verpassen, war aber skeptisch, ob der hohe Gesang von Frontfrau Katie Stelmanis live auch so gekonnt rüberkommt. Absolut. Sie haben ein gutes Set gespielt, haben rein optisch den guten alten New Wave der 80er wieder aufleben lassen (es gibt tatsächlich noch Schulterpolster *lach*), und soundtechnisch haben sie total überzeugt. Stelmanis war mit ihren theatralischen Gesten auf Dauer zwar etwas unfreiwillig komisch, aber bei Stimme ist die Frau! Hier weiß ich jetzt schon, dass ich Austra sehr gerne nochmal in Clubatmosphäre sehen möchte.
Anschließend habe ich mir dann noch die letzten 20 Minuten von Dry the River gegeben, die ich vorher nicht kannte. Die Londoner Band verbindet offenbar Folkanleihen mit Rock, die Songs, die ich gehört hab, fingen in der Regel allesamt ruhig an, so hübsch mit Akkustikgitarre, Geige und leisem Gesang und erreichten dann immer einen Punkt, an dem es dann richtig abging. Also sowas macht mir ja Spaß. Hat mir richtig gut gefallen, hier werde ich mir mal deren aktuelles Album laden.
Danach bin ich fix zurück zur Hauptbühne und habe mir The Rapture gegeben. Das war dann wohl mein totales Überraschungshighlight gestern. Ich habe glaube ich den einen oder anderen Song von ihnen auf meinem iPod, sie aber nie so wirklich wahrgenommen. Meine Herren, die waren großartig. Ein Sound, bei dem man absolut nicht still stehen kann, was nicht heißt, dass sich apathische Leute nicht überall finden lassen, aber an mir wollte alles loszappeln. Sänger Luke Jenner hat zwar eine Stimme, die bisweilen etwas ins Nervige abdriftet, aber das könnte man über Muses Matt Bellamy auch sagen *lach*, auf jeden Fall ist der Rhythmus ihrer Musik genau mein Ding. Die hätten meinethalben den ganzen Abend weiterspielen können (dachte ich zumindest in dem Moment). Tolle Instrumentalisten, eingängige Kompositionen, ein sympathischer Frontmann, der sich beim Abschluss persönlich per Handschlag von der gesamten ersten Reihe verabschiedet. Ja, so lob ich mir das. Angeblich kommen sie im Herbst wieder nach Berlin - da muss ich dann hin.
So ging ich danach megagutgelaunt zum Hangar 4, um mir endlich mal die brasilianischen CSS (Cansei de ser sexy) live anzusehen. Seit Jahren kaufe ich regelmäßig ihre Alben, live habe ich sie bisher noch nie genießen können. Deren Frontfrau Lovefoxx, die in Zwiebeloptik auf die Bühne kam und der es deswegen gelang, innerhalb der ersten drei Songs ihr Outfit immer neu zu variieren, gelang es dann auch, als erste sowas wie Partystimmung loszutreten. Bei CSS ging es im Publikum wirklich total ab, viele Franzosen waren übrigens dort, das fiel richtig auf. Ein sehr gutes Set haben sie gespielt, sehr spaßig, die Band hat toll aufgespielt, und Lovefoxx schaffte die Balance zwischen putzig, sexy und professionell. Absolute gute Laune Band, die angeblich im Herbst nochmal nach Berlin kommt, das muss ich noch prüfen und dann Karte kaufen. Leider war der Auftritt viel zu kurz. Ich glaube, sie waren für eine Stunde vorgesehen, hatten aber scheinbar anfangs noch leichte technische Probleme, was von ihrer Bühnenzeit natürlich hinterher fehlte.
Danach hab ich erstmal in Ruhe was Vegetarisch-Indisches gesessen, ein Bier getrunken und bin dann wieder zurück zur Hauptbühne gelaufen. Dort waren Battles schon am spielen. Die Amerikaner haben mich mit ihrer Musik zunächst völlig umgehauen, diese Mischung aus Elektro und ich sag mal "richtigen" Instrumenten, das klang stellenweise absolut genial, insbesondere im Zusammenspiel mit dem Bühnenbild. Aber auf Dauer finde ich hauptsächlich instrumentale Stücke immer etwas ermüdend, so dass ich dann auch ganz dankbar war, als das Set irgendwann beendet war. Bei der Main Stage blieb ich dann auch.
Denn weiter gings mit Primal Scream, auch so eine Band, deren Karriere ich seit Jahren mitverfolge, wenn mir auch nicht immer jeder ihrer Titel gefällt, die ich aber noch nie live gesehen habe. Das Bühnenbild hatte was leicht Psychedelisches, die Band war gut aufgelegt und spielfreudig. Das Set allerdings leicht unausgegoren, wie ich fand, klar, sie spielten ihr Album "Screamadelica" in der gleichen Reihenfolge wie die Songs auf der CD angeordnet sind, trotzdem: während man mit den ersten drei Songs gleich in die Vollen ging und die Zuschauer richtig aufpushte, folgte danach ein ruhiger Titel nach dem anderen, so dass zumindest bei mir die Luft irgendwann ein bisschen raus war, ehe es dann etwas schneller weiterging. Ihre Gastsängerin war im Übrigen der Hammer, habe den Namen nicht mitbekommen. Bobby Gillespie war gut bei Stimme, die Songs wurden etwas aufgebläht wie ich fand, aber musikalisch ansonsten alles top. Und bei "Rocks" dürfte keiner mehr stillgestanden haben.
Nein, bis auf den etwas zu ruhigen Mittelpart sehr gut.
Tja, und danach wollte ich eigentlich zu Wire. Wollte ich wirklich *lach*. Aber der innere Schweinehund, der sagte, dass ein Platz in der ersten Reihe mittig für Suede doch eigentlich perfekt ist, siegte natürlich. Wobei mir von vornherein klar war, dass sich ein einstündiger Festivalauftritt nie im Leben mit dem genialen Londoner Konzert im Mai vergleichen lassen kann. So wars dann auch, sie waren wie immer sehr gut, keine Frage. Aber wenn man weiß, dass Brett Anderson in der Regel nach einer Stunde - wo andere schon erste Erschöpfungsanzeichen zeigen - erst so RICHTIG aufdreht, dem war der Auftritt natürlich zu kurz *lach*. Nichts desto trotz ein absolut schöner Abschluss einen perfekten Konzerttages mit feuchtem Anderson Händedruck *g*.
Videos habe ich diesmal keine aufgezeichnet, wozu auch, dafür gibts ja ZDFkultur- wie gesagt, ab 20.00 Uhr heute Abend.
Hier aber noch ein paar Fotoeindrücke.
Austra
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Dry The River
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The Rapture
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CSS
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Primal Scream
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Suede
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Sonntag, 26. Juni 2011

Arctic Monkeys (Support: Miles Kane), 20.06.2011, Admiralspalast, Berlin

Seit Tagen möchte ich eigentlich noch ein paar Worte über das Arctic Monkeys Konzert am vergangenen Montag verlieren. Nun ist fast eine Woche um, da wirds Zeit...
Dabei gibts gar nicht so viel zu schreiben. Der Abend hat mir einen Tick besser gefallen als das AM-Konzert vor zwei Jahren in der Arena Berlin, was sicherlich damit zusammenhängt, dass die Akkustik im Admiralspalast viel besser war. Das galt jedoch nicht für den Support Miles Kane, der mit seiner irgendwie adretten Band unter dem viel zu stark eingestellten Bass echt zu leiden hatte. Klasse Musik, aber in der ersten Reihe kam sein Gesang kaum rüber, man hörte hauptsächlich den brummenden Basston, der einem die Haare zu Berge stehen ließ.
Bei den Arctic Monkeys war der Sound jedoch besser, während Interaktion mit dem Publikum auch nach wie vor nicht groß geschrieben wird. So ein bisschen fühlte es sich zwischendurch an, als würde die Band ihr Standardprogramm abspulen, was bei mir immer einen leicht bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Aber Alex Turners Stimme höre ich halt gerne. Richtig schön war im Übrigen die letzte Zugabe mit Miles Kane gemeinsam und dem einfach nur herrlichen "505" - oh Mann, ich liebe diesen Titel, egal ob über iPod oder live, da bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut, großes Drama.
Herausstellen muss ich den Admiralspalast, ich bin nach Montag Abend noch im Nachhinein todtraurig, dass ich das Muse-Konzert damals dort verpasst hab, das muss irre gewesen sein in diesem schönen Theater, mit der riesigen Bühne, die mich an die Londoner Brixton Academy erinnerte, dazu die schön geschwungen Emporen mit den Sitzreihen, der Kronleuchter, das hat sowas Wohnzimmer mäßiges in groß. Als Location unbedingt zu empfehlen. Wenn ich richtig gelesen habe, hat sich der Betreiber des Theaters geändert, vielleicht finden dort nun häufiger Konzerte statt, das wäre wünschenswert.
Die Setlist (siehe unten) war gut durchgemischt, und ich wäre sicherlich begeisterter wenn nicht a) die Foos nur Tage vorher eine absolut perfekte Show geliefert hätten und b) ich die letzten beiden Arctic Monkeys Alben besser finden würde. Es bleibt aber dabei, dass Stimmung bei mir nur bei den Titeln der ersten CDs aufkommen wollte. Weder bei den Songs von "Humbug" oder jetzt "Suck It And See" ist für mich so ein richtiger Burner dabei, wobei das letzte Album wieder einen Tick besser ist als "Humbug".
Alles in allem aber ein okayer Abend mit satten 90 Minuten guter Musik von den Arctic Monkeys. Mehr will man ja letztlich nicht.

Hier noch ein Ausschnitt ("Teddy Picker")

Und die Setlist:
Library Pictures, Brianstorm, This House Is A Circus, Still Take You Home, Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair, Pretty Visitors, Teddy Picker, Crying Lightning, Brick By Brick, Reckless Serenade, Cornerstone, The View From The Afternoon, I Bet You Look Good On The Dancefloor, All My Own Stunts, If You Were There Beware, Do Me A Favour, That's Where You're Wrong, When The Sun Goes Down.
Zugaben: The Hellcat Spangled Shalala, Fluorescent Adolescent, 505

Sonntag, 19. Juni 2011

Foo Fighters, Wuhlheide Berlin, 18.06.2011

Mein viertes Foo Fighters-Konzert, und schon zweimal habe ich von ihren Livequalitäten in diesem Blog geschwärmt. Viel will ich deshalb über das gestrige Konzert in der Wuhlheide gar nicht schreiben, dennoch waren einige Dinge noch besser als sonst (Bilder anklicken für Originalgröße):

Grohl021. Die Foos haben ganz offensichtlich einen Deal mit dem Wettergott ausgehandelt, anders kann man es sich nicht erklären, dass an einem von Regenschauern geplagten Samstag pünktlich zum Konzertbeginn die Wolkendecke aufbrach und wir die Foos noch in der Abendsonne und später in sternenklarer "Nacht" erleben durften.

BoH012. Die Band of Horses waren endlich mal eine Band, die stimmungstechnisch und in Sachen Melodik ein richtig passender Support war, sie gaben sozusagen die Richtung vor, überzeugten mit einem guten Set (leider ohne "Compliment"). Und bekamen zwischendurch Unterstützung von Foos Keyboarder Rami Jaffee.

FF053. Obwohl simpel gehalten, war das Konzept der Hauptbühne unglaublich ansprechend, man sah einfach gerne hin und wurde nicht durch permantentes Geblitze und Geflacker geblendet. Stattdessen wurde mit Lichtkompositionen gearbeitet, die eher Ruhe ausstrahlten, besonders dieses smaragdgrüne Licht, in das die Bühne während "Stacked Actors" getaucht war, war der absolute Hammer. Und natürlich der Vorhang, der zwischendurch hinter Taylor Hawkins' Rücken heruntergezogen wurde.

Laufstegputzer24. Dave Grohls Laufsteg (den er leider zu selten genutzt hat, wie ich fand). An der Front des Stegs stand ich, war damit zwar etwas weiter von der Bühne entfernt, hatte dafür aber einen relativ unbehinderten Blick auf die Band. Und der supernette Security Mensch vor uns hat sich bemüht, nicht immer denselben Personen vor der Nase zu stehen. Überhaupt waren die Securities extrem nett, das ist eigentlich einen extra Punkt wert. Gelacht haben wir eingangs, als zwei arme Hascherl dafür sorgen mussten, dass der Steg nach den Regenschauern wieder "begehbar" ist und diesen mit weißen (!) Handtüchern trockenwedelten.
5. Absolut gekonnt war am gestrigen Abend die Zusammenstellung der Setlist. Die Mischung aus alten Gassenhauern und neuen Titeln, aus ruhigeren und lauteren Songs hätte einfach nicht besser sein können. Die ohnehin schon sehr gute Stimmung unter den 17.000 Leuten in der ausverkauften Wuhlheide wurde duch das Auf und Ab zwischen Partysongs und Gänsehautfeeling nur weiter angeheizt, hier hat man sich offenbar wirklich nen Kopf gemacht. Und die Setlist sah so aus:
Bridge Burning, Rope, The Pretender, My Hero, Learn To Fly, White Limo, Arlandria, Walk, Breakout, Cold Day in the Sun, Stacked Actors, Generator, Monkey Wrench, Let It Die, Wheels, Times Like These, Young Man Blues (Mose Allison Cover), Shake Your Blood (mit Lemmy), All My Life, Best of You, Skin and Bones, Everlong.
Grohl096. Das ist zwar nicht neu oder ungewöhnlich - zumindest für diejenigen, die die Foos schon mal live gesehen haben - Dave Grohl war wieder mal zum Anhimmeln bezaubernd. Bezaubernd im Sinne von: verspielt, rockend, mit Spaß an seinem "Job", dem "Was kostet die Welt"-Grinsen und parallel dazu einer sympathischen Bescheidenheit. Und manchmal neigt man dazu zu glauben, dass die Band dadurch ins Hintertreffen gerät, aber die liefern immerhin den 1A-Sound und haben sich mittlerweile zu fantastischen Musikern entwickelt. Der einzige in der Band neben Grohl, der noch sowas wie Starappeal hat, ist Schlagzeuger Taylor Hawkins, ein absoluter Könner an den Drums und auch ein nicht ganz unfähiger Sänger, wie er bei "Cold Day In The Sun" mal wieder bewies.
FF_Lemmy_017. Lemmy war da. LEMMY!!!! Die Story dazu von Grohl: ein gewisser alter Kumpel hätte sich morgens um 4 per SMS bei ihm gemeldet und gefragt, ob er und sein Mädel beim Berliner Konzert abhängen könnten. Grohl hielt das für ne gute Idee und schlug gleich vor, gemeinsam was zu singen. Tja, und dann wurde Motörheads Lemmy auf die Bühne geholt und gemeinsam spielten sie den Probot-Song "Shake The Blood". Ehrlich, das lässt sich nicht toppen!
Einziger Wermutstropfen: Sie spielten zwar zwei Stunden - aber eine offizielle Zugabe fehlte. Das war irgendwie irritierend, besser wäre es wohl gewesen, kurz vorher eine kleine Pause zu machen und dann "Skin and Bones" und "Everlong" als Zugaben zu spielen, dann hätte man sich am Ende nicht so "rausgeschmissen" gefühlt. Ansonsten empfehle ich diesen zugegebenermaßen wenig sachlichen Konzertbericht der (ausgerechnet!!) B.Z und den hier aus der Süddeutschen Zeitung.
Wer will, kann sich noch meinen in leider mieser Qualität mitgefilmten Mitschnitt des gut vierminütigen Instrumentals von "Stacked Actors" angucken.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Axl Rose (Art Brut)

Das hier mutiert gerade zu meinem Lieblingssong :)



I want to give the world the finger /
With the exception of my favorite lead singer! /


When the world's got you by the fucking throat /
Who'd you want in your corner? Axl Rose! /
No one understands me, or even comes close /
Who've I got in my corner? Axl Rose!


Ja, was soll man da noch hinzufügen :)

Donnerstag, 9. Juni 2011

The Pretty Reckless, 07.06.2011, C-Club, Berlin

tpr_taylorEin paar Worte zum Konzert von The Pretty Reckless am vergangenen Dienstag möchte ich doch noch schnell loswerden. Ich hatte im Vorfeld die Vermutung, mich dort als Enddreißiger unter all den Teenies wie Oma Duck zu fühlen, was sich bei den Ausweiskontrollen am Eingang auch erstmal bestätigte, als ich dem Ordner anbot, auch meinen Pass zu zeigen und der nur abwinkte *lach*. In der Halle zeigte sich dann, dass sich auch andere im "hohen Alter" zur Musik von Taylor Momsens Band hingezogen fühlen, schließlich ist es doch einfach "nur" gute, altmodische Rockmusik.
Der ohnehin schon überschaubare C-Club war nur zu einem guten Drittel gefüllt, was ich ein bisschen schade fand, vielleicht hätte man doch eher auf eine kleinere Halle ausweichen sollen. Als Support stand die Hamburger Band Parashurama auf der Bühne, deren Sound mir richtig gut gefallen hat, wenn ich auch kein Fan dieser überlangen, endlos ausgedehnten Songs bin. Nach deren halbstündigem Set folgte eine etwas lange Umbaupause, die, wenn ich es recht mitbekommen hab, technischen Schwierigkeiten geschuldet war, bis dann Momsen mit ihrer Band auf die Bühne kam. Die 17jährige trat quasi in Unterwäsche auf, zu der sich beim Introsong "Since You're Gone" noch eine Lederjacke dazugesellte und bewies Bühnenpräsenz und eine richtig gute Livestimme. Ich hab TPR ja erstmals auf dem Soundtrack zu "Scott Pilgrim vs the World" wahrgenommen, ohne damals zu wissen, wer sich hinter dem Bandnamen verbirgt und war dann sehr überrascht, dass diese reife, sehr rockige Stimme von dem "Gossip Girl" Star stammt. Das Mädel hat ziemlich gerockt, ihre Musiker ebenfalls, die Songauswahl hat mir auch gut gefallen. Passte alles perfekt zusammen. Aus dem Publikum flogen diverse Wäscheteile Richtung Momsen, und zwei Mädchen zeigten sich bereit, ebenfalls ihre T-Shirts zu lüften und mit Taylor gemeinsam zu "Goin' Down" auf der Bühne zu tanzen, was entspannt und nett wirkte. Ein paar Mütter, die in meiner Umgebung standen und ihre minderjährigen Töchter zum Konzert begleitet haben, waren von der Offenherzigkeit Momsens scheinbar weniger begeistert, ich fands jedoch nicht schlimm, zumal eine sehr angenehme Partystimmung in der Halle herrschte.
Schade nur, dass The Pretty Reckless inklusive einer Zugabe tatsächlich nur 45 Minuten auf der Bühne standen, also das kann man höchstens als "Stippvisite" bezeichnen.
Also gerne nochmal und dann bitte ein bisschen länger!
Hier noch ein kleiner Ausschnitt: