Ein Abend übrigens, von dem ich erst von einer Freundin mit sanftem Druck überredet werden musste. Das erste und einzige Konzert mit Suede habe ich erst 2002 erlebt, damals in der UNIVERSAL HALL, Mensch, Erfurterin, falls du das hier liest: so hieß die Halle, auf deren Namen wir Freitag nicht kamen! *lach*. Egal, der Abend damals war absolut genial, aber irgendwie war ich mir nicht sicher, ob ich mir so ein Best of Konzert mit einer Gruppe von Männern, die schon lange das Thema Suede abgeschlossen hatten, geben sollte. Also danke an dieser Stelle an she_said fürs Überreden. Für dich dann auf der nächsten Seite auch die Setlist :)
Daraus lässt sich ja schon ablesen, dass der Abend ein voller Erfolg war. Die großartige Stimmung in der beinahe ausverkauften C-Halle und die absolute Frische der Band haben vergessen lassen, dass der Sound diesmal leider nicht so gut war. Einen besseren Soundtechniker würde ich da dringend empfehlen, dem Spaß aber tat das keinen Abbruch. Die Band war klasse drauf, Brett Anderson fit wie ein 20jähriger, der das Bad in der Menge genoss und jeden Moment nutzte, um mit den Fans auf Tuchfühlung zu gehen (danke für den verschwitzten Händedruck, wäre ich 14, hätte ich seit Freitag meine Hand nicht mehr gewaschen *lautlach*). Immer noch tänzelt er selbstverliebt über die Bühne, um dann plötzlich in die totalen Rockstarposen überzugehen. Kein Gramm Fett am Körper der Mann, und bei anderen würde es lächerlich wirken, wenn sie ihr schwarzes Hemd bis zum untersten Knopf offen lassen und ihre Hühnerbrust zeigen, aber gut, Brett Anderson darf das. Sorry, ein bisschen rumschwärmen muss an dieser Stelle mal sein.
Ich persönlich hätte vermutlich ein etwas anderes Best of gewählt und war ein wenig enttäuscht, dass "Saturday Night" nicht den Weg in die Setlist fand oder "Chemistry Between Us", aber ich denke, mit der Auswahl der gespielten Songs konnte man als Fan grundsätzlich ziemlich gut leben. Die nette Erfurterin, die mit ihrem englischsprachigen Freund neben mir stand und mich in den Pausen bestens unterhalten hat (wenn ich bisher etwas über Richard Oakes nicht wusste, dann weiß ich es jetzt) war am Ende ebenso glücklich wie ich, und auch beim Rausgehen aus der Halle habe ich kein negatives Wort von anderen Besuchern gehört. Aber irgendwie bleibt auch ein Hauch Wehmut zurück, wenn man den Aussagen Brett Andersons Glauben schenkt, dann wird es keine neuen Suede Songs geben. Das mag man gar nicht glauben, wenn man die Band an diesem Abend erlebt hat, da MUSS doch noch was gehen!
Wenn jemand übrigens mit Suede nicht allzu viel anfangen kann, aber auf gute Rockmusik steht, der sollte einmal in mein Alltime Favorite "Killing Of A Flashboy" reinhören und sich dann klar machen, dass dieses Edelstück als B-Seite verbraten wurde. Dann wird man der Genialität dieser Band vielleicht gewahr.
Als Support war Mark Fernyhough dabei, Singer/Songwriter, dessen Stimme mich manchmal nahezu gespenstisch an Chris DeBurgh erinnerte, die Texte sehr politisch und kritisch, aber eben nur mit seiner Gitarre und einer hübschen Cellistin auf der Bühne. Und ich gebe zu: für zwei Songs finde ich sowas nett, aber bei 30 Minuten fehlen mir dann einfach die anderen Instrumente. Abgesehen davon war Fernyhough durchaus hörenswert.
Mann, das war ein tolles Konzert, und ich muss mich beherrschen, um jetzt nicht die nächsten Wochen nur noch Suede-Playlisten auf meinem iPod zu erstellen!!!!
Hier noch zwei Videos vom Abend - 1. Mark Fernyhough und 2. Suede mit "Beautiful Ones" (ein wirklich tolles Fan-Video!!!)
Setlist
Intro: "Bodies" von den Sex Pistols
This Hollywood Life
She
Trash
The Drowners
Animal Nitrate
We Are The Pigs
Pantomime Horse (danke an Besucher Dog Man Star für den Hinweis!)
By The Sea
Filmstar
Killing Of A Flashboy
Can't Get Enough
Everything Will Flow
The Next Life
The Asphalt World (oder in der Reihenfolge umgekehrt mit Next Life...)
So Young
Metal Mickey
Heroine
New Generation
The Beautiful Ones
Zugaben
The Living Dead (Brett allein mit Gitarre auf der Bühne)
The Wild Ones